Ist Ibiza zu teuer? Geschäftsleute klagen 2018 über ein Umsatztief

Ist Ibiza zu teuer? Händler klagen über Umsatztief

Die Geschäftsleute auf der Baleareninsel Ibiza klagen über eine schlechte Saison 2018. Der Grund für den Rückgang in Restaurants und Boutiquen sind die immer höheren Preise und nachlassende Qualität.

Jörg Mandt
Die Baleareninsel Ibiza.
Ibiza-Stadt am Abend. Die Altstadt mit den kleinen Gassen ist eine der teuersten Ausgehmeilen der Welt.

Foto: imago/Travel-Stock-Image

Es gibt Inseln, auf die zieht es dich immer wieder, obwohl du schon so oft da warst. Eine dieser Inseln ist für viele Urlauber Ibiza oder Eivissa, wie sie von den Einheimischen genannt wird. Die Mittelmeerinsel mit cooler Clubkultur, schrillen Beach-Partys und den vielleicht schönsten Menschen und Selbstdarstellern.

Ibiza boomt, zumindest bis zum letzten Jahr. Denn in diesem Jahr klagen die Geschäftsleute zwischen der Platja d’en Bossa und Santa Eulària über starke Umsatzrückgänge. Auf der früheren Hippie-Insel sonnt sich der internationale Jetset.

Ibiza ist als Reiseziel auch bei Promis beliebt

Model Kate Moss, Leonardo DiCaprio, Paris Hilton oder Puff Daddy machen hier Urlaub, und die kleine Insel der Balearen mutierte zum Hauptquatier der Pop- und Hollywoodstars, der Royals, der Spitzensportler wie Neymar, Bastian Schweinsteiger oder Mario Götze und der Topunternehmer aus der Start-up-Szene.

Dieser Promiboom ließ auf der Insel die Preise in die Höhe schießen. So zahlst du im ersten Hard-Rock-Hotel Europas vor Ibiza-Stadt inzwischen Zimmerpreise zwischen 450 und 10.000 Euro pro Nacht. Und nebenan, im teuersten Restaurant der Welt, dem Sublimotion, kostet das Menü schon mal schlappe 1.500 Euro. 

Die Party geht weiter – auch morgens am Strand der Platja d’en Bossa.
Die Party geht weiter – auch morgens am Strand der Platja d’en Bossa. Foto: imago/Rupert Oberhäuser

Wer zahlt im Beachclub 600 Euro für eine Flasche Champagner?

Das alles hat die Preise auf der Insel für Familien aus dem Mittelstand kaputt und unbezahlbar gemacht. Und selbst reiche Hanseaten aus Hamburg sind nicht mehr bereit, mal eben 600 Euro für eine Flasche Champagner in einem Beachclub hinzublättern.

In dem lokalen Magazin „Ibiza heute“ klagen einige Händler über „die schlimmste Saison seit 30 Jahren“. Die Straßen auf der Insel seien leer und die Touristen würden kaum etwas in den Geschäften, Supermärkten oder Restaurants konsumieren. Und das nicht nur in einer Touristenhochburg wie der Platja d’en Bossa im Süden der Insel, wo sich hinter dem Strand die Hotels dicht an dicht aneinanderreihen.

Rabattaktionen locken keine Urlauber mehr in die Geschäfte 

Selbst großzügige Rabattaktionen locken die Urlauber nicht mehr in die Geschäfte. Die Händler führen den für sie dramatischen Rückgang der Umsätze auf immer höhere Preise, Mieten und nachlassende Qualität zurück. 

Die Preise in den Straßenrestaurants von Ibiza sind für viele Touristen nicht mehr bezahlbar.
Die Preise in den Straßenrestaurants von Ibiza sind für viele Touristen nicht mehr bezahlbar. Foto: imago/Travel-Stock-Image

Auch sei der Zustand der Straßen auf der Insel katastrophal. Die Mängel aus den letzten Wintern wurden nicht behoben. Die Händler auf Ibiza befürchten nun, dass sich an dieser Situation auch in den nächsten Jahren nichts grundlegend ändern werde, wenn nicht wieder mehr bezahlbare Angebote für Familien und „Normaltouristen“ gemacht würden.

Insgesamt kamen auf die Baleareninseln Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera im Juli und August nur 2,2 Prozent weniger Touristen als im Jahr zuvor. Das geht aus den Zahlen hervor, die das spanische Statistikinstitut INE jetzt veröffentlicht hat.

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