Zum Glück befanden sich keine Besucher mehr in der Zugspitzbahn, als ein Bergewagen ungebremst in die Seilbahnkabine raste. Der Unfall an Deutschlands Rekordseilbahn ereignete sich am Mittwoch außerhalb des Fahrbetriebs, sodass niemand verletzt wurde. Wie aber konnte das passieren?

Seilbahn muss aufwendig und teuer repariert werden

Wie die Bayerische Zugspitzbahn in Grainau mitteilte, sei bei einer routinemäßigen Bergeübung die Kette des Hebewerkzeugs gerissen – und habe dadurch eine Kettenreaktion ausgelöst, bei der es schließlich zum Aufprall kam. 

Jetzt muss die Seilbahn geborgen werden. Und das ist nicht einfach. Eine Bergung per Hubschrauber sei ausgeschlossen, deshalb muss die Gondel zur Bergstation gebracht und dort demontiert werden. Die Arbeiten sollen nächste Woche beginnen.

Für die Wiederaufnahme des Betriebs muss nun eine komplett neue Seilbahnkabine produziert werden – und das wird teuer. Wann die neue Seilbahn ihren Betrieb dann aufnimmt, sei noch völlig offen. An der Kabine sei ein erheblicher Sachschaden entstanden. Wie hoch der ist, kann noch nicht beziffert werden. Die Untersuchungen zum Unfall laufen weiter. 

Zum Gipfel der Zugspitze: In verglaster Kabine geht es auf 3.000 Meter Höhe

Erst Ende Dezember ging die neue Seilbahn in Betrieb. Um die 580 Personen können mit ihr pro Stunde auf die Zugspitze transportiert werden. Die Zugspitzbahn AG hat damit gleich drei Rekorde gebrochen: Die Bahn überwindet weltweit den größten Gesamthöhenunterschied von 1.945 Metern in einem Abschnitt. Sie steht zudem mit 127 Metern auf der weltweit höchsten Stahlbaustütze für Pendelbahnen und hat das längste freie Spannfeld von 3.213 Metern.

Wer der Zugspitze trotz Ausfalls der Rekordseilbahn einen Besuch abstatten möchte, kann noch mit der Zahnradbahn und der Gletscherbahn Deutschlands höchsten Berg erklimmen.

Eine wichtige Info für diejenigen, die dann doch lieber eine Wanderung starten wollen: Die Bayerische Zugspitzbahn rät dringend davon ab, die Kletterroute „Eisenzeit“ über das Bayerische Schneekar zu begehen. Wer es nach oben geschafft hat, genießt spektakuläre Aussichten auf tolle Alpengipfen der vier Länder Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien