Klar, die Welt ist voller selbst ernannter Megastädte – Hongkong aber hat es längst nicht mehr nötig, sich an diesem Wettbewerb zu beteiligen. Die frühere britische Kronkolonie übt sich in einem gewissen Understatement, denn schließlich weiß hier jeder: Hongkong ist eine der coolsten Städte Asiens.

Vor allem aber ist die 7,5-Millionen-Einwohner-Stadt eines: ein Unikat. Wo sonst prallen asiatische Kultur, britisches Erbe und moderne westliche Einflüsse so brachial aufeinander wie hier in der heutigen chinesischen Sonderverwaltungszone?Und das alles zu – verglichen mit den selbsternannten Trendstädten wie etwa Tokio, Seoul oder Singapur – überschaubaren Preisen.

Und das beste: Hongkong mag Finanzmetropole, Hochhaussiedlung und hier und da ein bisschen Moloch sein – es ist aber auch eine der grünsten Städte Asiens.

Nimm die Peak Tram und entdecke Hongkong von oben

Dort, wo alles begann, ist heute der ideale Ort, um diese Stadt richtig zu erleben: Hongkong Island. Am besten fährst du am späten Nachmittag zum Sonnenuntergang hinauf auf den Peak, jenen Gipfel, der schon zu britischen Kolonialzeiten zur exklusivsten Wohngegend der Insel zählte. 

Die Peak Tram erklimmt Hongkongs höchste Hügel. Von oben hast du einen Wahnsinnsblick auf die Skyline.
Die Peak Tram erklimmt Hongkongs höchste Hügel. Von oben hast du einen Wahnsinnsblick auf die Skyline. Foto: imago/robertharding

Die Peak Tram, die mehr als 100 Jahre alte Drahtseilbahn, bringt Fahrgäste hinauf, über Steigungen von bis zu 48 Prozent. Schon diese Fahrt ist ein Erlebnis.

Oben angekommen gibt es die wohl eindrucksvollste Skyline der Welt zu sehen. Wie breite Nägel ragen die Hochhäuser der Insel und vom gegenüberliegenden Festland empor, getrennt durch den Victoria Harbour. Spätestens jetzt hat Hongkong jeden in seinen Fang genommen. Einmal auf die Rückseite gelaufen und du erlebst das grüne Hongkong: unbebaute Berge soweit das Auge reicht.

Weiter unten, in Soho, feiern die Expats, die Auswanderer, die meist aus England, Australien und den USA kommen, und machen in den kleinen Kneipen der schmalen Straßen bis tief in die Nacht Party.

Zum Essen gibt es Dim Sum, gedämpfte Maultaschen, die aus der angrenzenden chinesischen Region Guangdong stammen. Und der Abend wäre nicht komplett ohne eine Fahrt auf den alten grünen Star Ferries, die für kleines Geld ständig zwischen Kowloon und Hongkong Island pendeln. 

Unbedingt probieren, weil super lecker: Dim Sum.
Unbedingt probieren, weil super lecker: Dim Sum. Foto: Michael Pohl

Klar geht das auch mit der modernen U-Bahn – aber so herrlich schaukelnd wie auf der Fähre geht es nur hier. Wer dieses Gefühl auch an Land erleben will, nutzt auf Hongkong Island eine der alten britischen Doppelstockstraßenbahnen – das absolute Lieblingsmotiv auf Instagram.

Richtig historisch wird es auf anderen Inseln, denn Hongkong besteht nicht nur aus dem touristischen Bereich, den jeder aus Filmen kennt. Insgesamt 263 Inseln und ein riesiges Stück des Festlands, New Territories genannt, bilden gemeinsam die frühere Kronkolonie.

Typischer Platz in der früheren Kronkolonie New Territories.
Typischer Platz in der früheren Kronkolonie New Territories. Foto: Michael Pohl

Viele Gegenden sind noch so ursprünglich wie vor 100 Jahren. Am besten entdeckst du das auf Lantau Island nahe dem internationalen Flughafen (übrigens einem der modernsten und strukturiertesten der Welt). Lantau ist die grüne Insel, hier schaltest du von der Hektik der Großstadt ab.

Aber: Asien wäre nicht Asien ohne seine Roof-Top-Locations. Rund um den Victoria Harbour geht es abends in eine der hippen Hotelbars, in denen du den perfekten Blick auf die Skyline erleben kannst. Ein Drink dazu, und du möchtest diese Stadt nie wieder verlassen.

Hongkong by night: Die Metropole ist ein echter Party-Hotspot.
Hongkong by night: Die Metropole ist ein echter Party-Hotspot. Foto: HK Tourist Board

Hongkong: 2019 ist das Jahr der Events und Feste

2019 ist das Jahr für Hongkong mit Events ohne Ende: Vom 100-Ultra-Trail-Race im Januar über das chinesische Neujahrsfest im Februar und das Wine and Dine Festival im Oktober.

Jeden Abend um 20 Uhr: die „Symphony of Lights“, bei der 40 Hochhäuser auf beiden Seiten des Victoria Harbours zu Musik erleuchtet werden. Und wer nach Festland-China weiter will, kann dies jetzt so komfortabel wie nie: Seit dem Sommer 2018 ist eine neue Schnellverbindung in Betrieb: Mit dem Zug geht es nun in 48 Minuten von Hongkong nach Guangzhou.