Top 10: Die besten Großstädte für Fahrradfahrer

Top 10: Die besten Großstädte für Fahrradfahrer

Rad fahren ist gesund und kostet nicht viel. Auch große Städte lassen sich auf dem Drahtesel erkunden. Welche zehn Orte sich gut für eine Fahrradtour eignen, erfährst du in diesem Ranking.

Saskia Bücker
Fahrräder, so weit das Auge reicht – in Amsterdam gehören sie zum Stadtbild einfach dazu. Aber ist die niederländische Hauptstadt auch die fahrradfreundlichste Stadt der Welt?
Fahrräder, so weit das Auge reicht – in Amsterdam gehören sie zum Stadtbild einfach dazu. Aber ist die niederländische Hauptstadt auch die fahrradfreundlichste Stadt der Welt?

Foto: pixabay.com/kirkandmimi

Mit dem Fahrrad bist du in Großstädten besonders schnell auf den Straßen unterwegs. Auch geführte Touren gibt es, etwa in mittelgroßen Städten wie Potsdam und Hannover oder in Riesenmetropolen wie New York. Wenn du durch die Gegend kurvst, kannst du spontan entscheiden, wohin es gehen soll. Und du nimmst eine besondere Perspektive ein, die Auto-, U- und S-Bahn-Fahrern verwehrt bleibt. 

In welchen Städten weltweit Fahrrad fahren besonders gut funktioniert, nimmt regelmäßig die dänische „Copenhagenize Design Company“ unter die Lupe. Sie hat beispielsweise untersucht, ob es genug Platz zum Parken gibt, man sich sicher fühlen kann und wie hoch der Anteil von Fahrradfahrern am Gesamtverkehr ist. Diese zehn Großstädte überzeugten besonders:

Platz 10: Berlin (Deutschland)

Boomstadt Berlin: Ganz alltäglich begegnen Besucher Radlern im Stadtbild. Und es werden immer mehr, der Anteil der Biker steigt im Verkehr kontinuierlich. 13 Prozent der Berliner steigen regelmäßig aufs Rad, in manchen Stadtteilen ist der Anteil auch höher. Besonders im Trend sind Lastenräder, Symbol schlechthin für ein autofreies Alltagsleben in der Großstadt. Die Infrastruktur könne laut Index aber noch besser werden. Der Ausbau von Radwegen steht derzeit relativ weit oben auf der politischen Agenda.

Touristen können sich in Berlin problemlos ein Rad ausleihen.
Touristen können sich in Berlin problemlos ein Rad ausleihen. Foto: imago/Francis Joseph Dean

Platz 9: Tokio (Japan)

Rad fahren in Japans Megacity? Gar kein Problem. 20 Prozent der rund 20 Millionen Menschen, die dort leben, nutzen täglich das Rad, um zur nächsten Zugstation zu gelangen. Zum Vergleich: Mehr Menschen fahren in Tokio mit dem Rad zum Bahngleis als in ganz Berlin wohnen. Fahrräder sind hier überall. Parkmöglichkeiten gibt es an jeder Ecke und insbesondere an den Zugstationen. 

Immer mehr Radler sind in der japanischen Hauptstadt unterwegs.
Immer mehr Radler sind in der japanischen Hauptstadt unterwegs. Foto: Copenhagenize Design Company

Platz 8: Ljubljana (Slowenien)

Der Radverkehr und damit die urbane Moderne hat auch das Herz Sloweniens mit Ljubljana erobert. Es gibt im Stadtinneren ein großes Radwegenetz. Die Stadt ist relativ kompakt und die Sehenswürdigkeiten sind schnell mit dem Rad zu erreichen. Es gibt viele Grünflächen, die zum Rasten einladen. Im Gegensatz zu vielen Nachbarländern setzt die Politik stark auf den Radverkehr. Aber Vorsicht! Trotzdem sind laut Studie überdurchschnittlich viele Autofahrer unterwegs.

Die slowenische Hauptstadt hat in den letzten Jahren eine große Fahrradtransformation durchlebt.
Die slowenische Hauptstadt hat in den letzten Jahren eine große Fahrradtransformation durchlebt. Foto: Copenhagenize Design Company

Platz 7: Antwerpen (Belgien)

Im Mittelfeld bewegt sich die belgische Hafenstadt Antwerpen. Schon seit vielen Jahren zieht es viele Radler hierher. Und das Wegenetz entwickelt sich weiter: In Zukunft soll das bereits gut ausgebaute Bike-Share-System über die Umgehungsstraße hinaus erweitert werden. Die Studie empfiehlt allerdings für die Zukunft, den Autoverkehr drastisch zu verringern. Was es schon jetzt gibt, sind vor allem viele moderne Fahrradständer. Für Großveranstaltungen werden sogar extra Abstellplätze geschaffen. Wer mal mit dem Zug aus der Stadt rausfahren will, kann sein Rad am großen Parkplatz extra für Fahrräder am Hauptbahnhof abstellen. 

Der Fahrradverleih im beschaulichen Antwerpen ist unkompliziert.
Der Fahrradverleih im beschaulichen Antwerpen ist unkompliziert. Foto: Copenhagenize Design Company

Platz 6: Bordeaux (Frankreich)

Bordeaux nimmt den Bicycle-Lifestyle ernster als je zuvor. Die Politik denkt beispielsweise darüber nach, Autos von den Hauptbrücken über dem Fluss Garonne fernzuhalten. Radler vor Auto heißt es dann. Interessant: Bordeaux ist die einzige Stadt Frankreichs, in der sich mehr Frauen (53 Prozent) als Männer auf den Drahtesel schwingen.   

Die historischen Fassaden von Bordeaux lassen sich wunderbar vom Rad aus betrachten.
Die historischen Fassaden von Bordeaux lassen sich wunderbar vom Rad aus betrachten. Foto: Copenhagenize Design Company

Platz 5: Malmö (Schweden)

Symbol schlechthin für die Entwicklung Malmös zur Fahrradstadt ist das „Cykelhuset“ – ein Wohnhaus und Fahrradhotel, das sich ausschließlich an die Bedürfnisse urbaner Biker richtet. Neu ist zudem eine Fähre speziell für Radler, die zwischen Malmö und Kopenhagen verkehrt. Und auch sonst gilt Malmö als fahrradfreundlichste Stadt in Schweden. An 28 Kreuzungen haben Fahrradfahrer Vorfahrt. Das Radwegenetz umfasst rund 500 Kilometer. 

Einmal lässig durch Schwedens drittgrößte Stadt kurven?
Einmal lässig durch Schwedens drittgrößte Stadt kurven? Foto: Copenhagenize Design Company

Platz 4: Straßburg (Frankreich)

So viele Fahrräder düsen durch das historische Welterbe, die Altstadt von Straßburg. 560 Kilometer Radweg gibt es hier. Die Politik plant ein Netzwerk von sogenannten „bicycle superhighways“ mit drei Ringrouten. So sollen Zentrum und Vororte für Radler gut miteinander verbunden werden. Um eine echte Verkehrswende hinzubekommen, unterstützt Straßburg die Nutzung von Lastenrädern. 

Die Fahrradwege in Straßburg sind gut ausgeschildert.
Die Fahrradwege in Straßburg sind gut ausgeschildert. Foto: Copenhagenize Design Company

Platz 3: Amsterdam (Niederlande)

In kaum einer anderen Stadt in den Niederlanden wird so viel Fahrrad gefahren wie in Amsterdam. Der Aufbau der Stadt ist einzigartig. Wer sich seinen Weg durch die Gassen, über die Brücken und Straßen bahnt, kann das besondere Flair Amsterdams erspüren. Das kann unter Umständen auch hektisch werden – bei so vielen Autos, Straßenbahnen und großen Kreuzungen. Trotzdem, das Rad bleibt hier das einzig wahre Transportmittel. 

Das Transportmittel schlechthin in Amsterdam – das Fahrrad.
Das Transportmittel schlechthin in Amsterdam – das Fahrrad. Foto: Copenhagenize Design Company

Platz 2: Utrecht (Niederlande)

Fahrradstraßen sind Standard in niederländischen Städten. Aber Utrecht hat die längste im Land – mit sechs Kilometern. Und die Straßen sollen in Zukunft noch länger werden. Bisher gibt es 12.000 Parkplätze für Räder am Hauptbahnhof. In Zukunft sollen es 33.000 werden. Ein weiteres Beispiel für den Fortschritt, den Utrecht in den letzten Jahren gemacht hat, ist die „Dafne Schippersbrug Bridge“, eine Brücke nur für Biker. 

Auch nicht der Regen hält die Bewohner Utrechts davon ab, das Rad zu benutzen.
Auch nicht der Regen hält die Bewohner Utrechts davon ab, das Rad zu benutzen. Foto: Copenhagenize Design Company

Platz 1: Kopenhagen (Dänemark)

Es tut sich was in der dänischen Hauptstadt.16 neue Brücken extra für Radler wurden in letzter Zeit gebaut oder sind in Planung. Vergangenes Jahr machte Kopenhagen Schlagzeilen damit, dass mehr Leute das Stadtzentrum mit dem Rad als mit dem Auto erreichten. Tatsächlich fahren 62 Prozent der Bewohner mit dem Rad zur Arbeit oder zur Schule. Nur 9 Prozent kommen mit dem Auto. 

Hier macht Rad fahren richtig Spaß: In Kopenhagen steigen mehr Menschen aufs Rad als ins Auto.
Hier macht Rad fahren richtig Spaß: In Kopenhagen steigen mehr Menschen aufs Rad als ins Auto. Foto: Copenhagenize Design Company

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