Dreh- und Angelpunkt des Südens Hannovers ist der Maschsee. Logisch, wer eine solche Quelle der Erholung vor der Tür hat, den zieht es auch immer wieder dorthin. Schnell mal eben eine Runde frische Luft tanken, Joggen gehen, die Inliner auspacken, das Fahrrad schnappen – oder einfach, um ganz gemütlich am Ufer ein kaltes Getränk zu schlürfen und den schwarzen Karpfen im Wasser zuzuschauen. Bei schönem Wetter glitzert die Sonne auf den Wellen, die Fontäne sprüht und wenn man nicht selbst Wassersport betreibt, kann man zumindest den Ruderern zuschauen.
Kanus auf dem Maschsee
Der Maschsee mitten in der City zieht Wassersportler und Erholungssuchende gleichermaßen an. Foto: element K
Gleich nebenan, und dieser Schritt in die Mitte der Stadt sei erlaubt, bietet der Maschpark nochmal mindestens ebenso viel Erholung mit dem Maschteich, den Wiesen und dem Blick auf das wunderschöne Neue Rathaus im wilhelminischen Stil.
Das Sprengel Museum mit seinem alten Teil in hellem Stein und dem Neubau mit dunklen Platten verkleidet spiegelt hingegen außen wie innen die Moderne wieder. Ein Kontrast wie er Hannover an vielen Ecken auszeichnet. 1969 schenke das Ehepaar Sprengel seine Sammlung der Stadt, der Schokoladenfabrikant Bernhard Sprengel finanzierte zudem einen Teil des Baus am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer mit. 2017 wurde das Museum von Kunstkritikern zum Museum des Jahres gewählt. Auch das Kurt Schwitters Archiv ist hier angeschlossen. Schwitters, gebürtiger Hannoveraner, ist für sein Schaffen im Dadaismus bekannt geworden. Diese Kunstform setzte sich kritisch mit der zeitgenössischen Kunst und der Gesellschaft auseinander, parodierte sie im auf die Spitze treiben.

Wo sich junge Familien zuhause fühlen

Gerade in der Südstadt und in Döhren findet nun genau dieses ganz normale Leben statt. In die idyllische Umgebung zwischen Natur und Mehrfamilienhäusern aus dem beginnenden 20. Jahrhundert zieht es vermehrt junge Familien. Und entsprechend sind mit ihnen auch mehr junge Restaurants und Kneipen in den Stadtteil gekommen, etwa die Goldfisch Bar mit schicken Vintage-Möbeln und gehobener Bistroküche und das Sternerestaurant Jante im coolen skandinavischen Design. Die Sallstraße hat sich, dank Sanierung, zur neuen Schlendermeile mit Shoppingpotenzial gemausert. Aber auch alteingesessene Läden bestehen im Süden - das Café LaSall ist eine Art Institution. Auf der Hildesheimer Straße, der Hauptaus- und einfallsstraße, aß man schon vor 30 Jahren Gyros, Suflaki und Bifteki beim Griechen. Bis heute hat sich das Angebot stark erweiteret, so sind hier außerdem asiatische und indische Restaurants zu finden.
Handgemachte Biere gibt es im Craft Beer Kontor, was es nicht gibt: gröhlende Teenies, die die leeren Flaschen auf der Straße zerdeppern. Das ist ebenso familienfreundlich wie die zahlreichen Spielplätze und die große Auswahl an Schulen vor Ort.

Goldfisch Bar
In der Südstadt gibt es viele hippe Cafés und coole Bars. (Symbolbild) Foto: element K
Auf dem Fabrikgelände einer alten Brauerei steht die Eisfabrik, ein Veranstaltungszentrum für Kunst und Kultur, das auch die Galerie für Fotografie, kurz GAF, und die Commedia Futura, ein freies Theater, beherbergt. Nein, hier geht es nicht nur gediegen zu. Das Leben spielt auch draußen. Und selbst, wenn es um die Toten geht, kann ein Spaziergang auf dem Friedhof Engesohde mit historischem Prunk beeindrucken und gegen das Vergessen helfen. Es ist einer der ältesten Friedhöfe Hannovers, auf den Grabmalen und an den Gruften lassen sich zahlreiche Namen wichtiger Persönlichkeiten der Stadt finden. Laves, Bödeker, Haltenhoff sind nicht bloß Straßennamen.
Eisfabrik
Die Eisfabrik in der Südstadt, ist ein Zentrum der Künste. Tanz, Theater, Musik bildende Kunst sind hier zuhause. Foto: element K

Leben umgeben von der Leine

Freitags trifft man sich auf dem Wochenmarkt am Stephansplatz oder dem Fiedeler Platz. Klar, dass es ausreichend Bäcker für die Sonntags-Brötchen gibt, handgemacht vom Familienbetrieb Borchers etwa. Vielleicht für den Nachmittag noch ein Stück Kuchen dazu, ganz nach Omas Art.
Zu Großmutters Zeiten hieß es noch Döhrener Jammer: die Leineinsel, heute Döhrener Wolle genannt, ist inzwischen eine ganz besondere Ecke zum Wohnen. Auf dem ehemaligen Fabrikgelände mit Arbeitersiedlung ist ein Viertel mit schnuckeligen Einfamilienhäusern geworden – umgeben von der Leine.

Döhrener Turm
Imposant steht der Döhrener Turm seit mehr als 600 Jahren zwischen Döhren und der Südstadt. Foto: element K
Dehnt man seinen Spaziergang durch Hannovers Süden noch etwas weiter aus, gelangt man zum nächsten Wasser, den Ricklinger Kiesteichen. Ein Naherholungsgebiet mit Bade- und Anglerteichen. Allerdings mit einer deutlich geringeren Chance als im Maschsee, dass der dicke Karpfen beim Schwimmen „Hallo“ sagt.

Falls du jetzt noch mehr über Hannover erfahren möchtest, schau doch mal bei visit-hannover.com vorbei.