Geheimtipp: Hier gibt's das beste Krabbenbrötchen in Deutschland

Geheimtipp: Hier gibt's das beste Krabbenbrötchen

An der Nordseeküste gehört ein frisches Krabbenbrötchen dazu wie Deiche, Wattwandern oder Ebbe und Flut. Das leckerste Brötchen findest du im alten Siebhaus am Wremer Hafen, findet reisereporter Jörg.

Jörg Mandt
Ein Genuss: Krabbenbrötchen mit Fernblick.
Ein Genuss: Krabbenbrötchen mit Fernblick.

Foto: privat

In einer immer stärker plastinierten Welt findest du Momente, in denen du Natur pur erleben und schmecken kannst, immer seltener. Einer dieser seltenen Momente, wo die Seele so richtig durchatmet, erlebst du, wenn du durch das kleine Dorf Wremen (Niedersachsen) in Richtung Nordseeküste fährst.

Wremen: Authentisches Dorf an der Nordsee

Vorbei an der St.-Willehadi-Kirche aus rheinischem Tuffstein mit dem idyllischen Friedhof und den jahrhunderte alten Grabsteinen davor. Hier wurden Generationen von Krabbenfischern beerdigt. Und die Restaurants im Ort haben noch Namen wie Möwenstübchen, Deele, Weitblick oder Fischerstube. Dazu in der Nase diese typische Nordsee-Luft: Es riecht nach Salz, Meer und Fisch.

Idylle pur: Krabbenfischer in Wremen.
Idylle pur: Krabbenfischer in Wremen. Foto: Privat

Ein paar Meter hinter dem Deich von Wremen liegt ein kleiner Natur-Hafen, in dem die bunten Fischerboote „Polli“ und „Claudia“ in der Mittagssonne dümpeln. Am Ende des Hafens weist ein Leuchturm den Schiffen auf der Nordsee den Weg nach Bremerhaven. Das Seezeichen sieht aus,wie aus dem Otto Waalkes-Film „Der Außerfriesische“, nur ist nicht wie in Pilsum Rot-Gelb gestreift, sondern Schwarz-Weiß.

Wremen ist nicht Pleansantville, es hat keine coole Indie-Szene, aber immer mehr Rucksack-Touristen haben die Idylle am Wremer Tief für sich entdeckt. Denn du kannst hier herrlich in einem einzigartigen Naturschutzgebiet zwischen Nordsee und Deich wandern gehen.

Der Leuchtturm: Das Wahrzeichen von Wremen.
Der Leuchtturm: Das Wahrzeichen von Wremen. Foto: Privat

Dieser Fischimbiss ist ein echter Geheimtipp

Auf einer Wiese am Hafen ist eine alte Bretterbude. „Siebhaus“ steht in großen handgemalten Lettern auf dem Schild über dem Eingang. Das in den siebziger Jahren erbaute Gebäude diente bis 2002 den Fischern als Krabbensiebgebäude. Die Krabbenfischer aus dem Hafen brachten ihren Fang hierher, um ihn in unterschiedliche Güteklassen zu sieben. 

Heute ist das Siebhaus ein kleines Restaurant oder besser ein Imbiss. Aber ein echter Geheimtipp. Denn hier gibt es wirklich Deutschlands leckerstes Krabbenbrötchen und das steht nicht auf irgendwelchen bunten Werbetafeln, wie in Büsum oder Heilgenhafen. 

Das beste Krabbenbrötchen: Stolzer Preis, aber es lohnt sich

Der spröde Charme der Bedienung ist typisch friesisch-norddeutsch. So soll das sein, so liebe ich das. Denn die Friesen erhielten hier bereits um 800 Sonderrechte, um sich gegen die skandinavischen Wikinger verteidigen zu können. Ein Stück dieser sogenannten „Friesichen Freiheit“ spürst du noch heute. 

Essen mit Ausblick im Siebhaus Wremen.
Essen mit Ausblick im Siebhaus Wremen. Foto: Privat

Neben Brathering, Matjes- und Bismarckbrötchen gibt es hier auch das berühmte Nordseekrabben-Brötchen für immerhin 9,50 Euro die Portion. Aber es lohnt sich, dieses kulinarische Stück Norddeutschland auf einer der blankpolierten Holzbänke zu genießen. Dazu der einzigartige Blick über den Leuchtturm auf die offene Nordsee. Mehr Friesland geht nicht...

Naturschutzgebiet von Wremen
Das Naturschutzgebiet von Wremen lädt zum Wandern ein. Foto: privat

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