Daniel Küblböck vermisst: „Aidaluna“ beendet Suche nach 33-Jährigem

„Aidaluna“ beendet Suche nach Daniel Küblböck

Auch knapp 24 Stunden nach Daniel Kaiser-Küblböcks Verschwinden von Bord der „Aidaluna“ fehlt von dem Sänger jede Spur. Das Kreuzfahrtschiff hat die Suche mittlerweile eingestellt.

Mila Krull
Das Kreuzfahrtschiff „Aidaluna“ im Hamburger Hafen (Archivbild). Daniel Küblböck wird an Bord des Schiffes der Reederei Aida vermisst.
Das Kreuzfahrtschiff „Aidaluna“ im Hamburger Hafen. Dort startete die Kreuzfahrt von Daniel Küblböck, der noch immer vermisst wird.

Foto: imago/Andre Lenthe

Das Kreuzfahrtschiff „Aidaluna“, das mit rund 2.200 Passagieren auf dem Weg von Hamburg nach Neufundland unterwegs war, hat die Suche nach dem vermissten Daniel Kaiser-Küblböck beendet. Das bestätigte eine Sprecherin der Reederei am Montagmorgen. Demnach wurden die  „Aidaluna“ und die  „MS Zuiderdam“ von der kanadischen Küstenwache von der Suche entbunden.

„Aidaluna“ steuert den nächsten Hafen an

Das Schiff befinde sich nun auf dem Weg zum nächstgelegenen Hafen im kanadischen Halifax. Wie es dort für die übrigen Passagiere weitergehe, sei noch nicht bekannt.

Das sogenannte  „Aida Care Team“ steht nach Angaben der Reederei in engem Austausch mit den Angehörigen. „In dieser schwierigen Zeit sind wir mit unseren Gedanken bei der Familie des Vermissten“, hieß es in einer Mitteilung am Montagmittag. 

Kaiser-Küblböck ist nach jetzigem Stand am Sonntag in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) von Bord des Kreuzfahrtschiffes gesprungen. Nachdem die Crew sämtliche Kabinen durchsucht hatte, leitete der Kapitän umgehend erste Rettungsmaßnahmen ein und kehrte zu der Stelle zurück.

Kanadische Küstenwache setzt Suche nach vermisstem Daniel Küblböck fort

Die Suche nach dem 33-Jährigen blieb bisher erfolglos. Die kanadische Küstenwache werde am Montagmorgen weiter mit Schiffen und Hubschraubern nach dem vermissten Sänger suchen.

Wie häufig kommt es zu „Mann über Bord“-Situationen? 

Catharine Montgomery, Sprecherin des internationalen Kreuzfahrtverbands CLIA, erklärt auf Nachfrage des reisereporters, dass im vergangenen Jahr sechs Passagiere und fünf Crewmitglieder von Kreuzfahrtschiffen über Bord gegangen seien. Das entspreche lediglich einem von 4,5 Millionen Passagieren. Allerdings seien nur drei von den elf im Jahr 2017 über Bord gegangenen Personen gerettet worden.

In vielen Fällen könne allerdings nicht genau festgestellt werden, wie oder warum die Personen über Bord gegangen seien. Nur etwas mehr als 25 Prozent aller „Mann über Bord“-Situationen könnten erfolgreich aufgelöst werden. In der Regel sei individuelles „vorsätzliches oder rücksichtsloses Verhalten“ die Ursache dafür, dass Menschen über Bord gingen.

Um solche Situationen zu verhindern, seien außerdem verschiedene Sicherheitsregelungen vorgeschrieben, darunter Mindesthöhen für Reling und Balkongeländer. Zudem arbeite CLIA zum Teil mit Video- und Bildtechnologien, um verschiedene Systeme zu testen, die riskantes Verhalten von Kreuzfahrtpassagieren rechtzeitig erkennen sollen, um „Mann über Bord“-Situationen zu verhindern.

Bereits mehrere Personen auf Kreuzfahrtschiffen über Bord gegangen

In diesem Jahr gingen bereits mehrere Fälle von über Bord gegangenen Kreuzfahrtpassagieren und -mitarbeitern durch die Medien. So wurde erst vor wenigen Wochen eine Frau nach zehn Stunden im Meer von der kroatischen Küstenwache gerettet. Und Ende Juni war der Mitarbeiter eines Kreuzfahrtschiffs nach 22 Stunden von einem anderen Kreuzfahrtschiff gerettet worden.

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