Seit März dieses Jahres können Fluggäste mit Qantas von Australien nach Europa fliegen, ohne dafür einen Zwischenstopp einlegen zu müssen. Die Flugverbindungen QF9 und QF10 von Perth nach London und zurück sollen das Reisen zwischen den beiden Kontinenten bequemer machen. 

Alles andere als angenehm war allerdings dieser Flug: Nur zwei Stunden, nachdem die Maschine am gestrigen Samstagabend gegen 19 Uhr (Ortszeit) in Westaustralien gestartet war, kehrte sie um und flog zu ihrem Startflughafen zurück. 

Krawallpassagier lässt Flugzeug während eines 17-stündigen Fluges umkehren

Der Grund: An Bord befand sich ein Passagier, der durch sein vollkommen aggressives Verhalten dafür sorgte, dass der Pilot vorsichtshalber nach Perth zurückflog. Andere Passagiere berichten gegenüber „Perth Now“, der Mann habe sich wie ein „umzingeltes Tier“ aufgeführt.

Flugroute des Qantas-Flugs QF9, der auf dem Weg nach London nach zwei Stunden zurück nach Perth fliegen musste.
Flugroute des Qantas-Flugs QF9, der auf dem Weg nach London nach zwei Stunden zurück nach Perth fliegen musste. Foto: flightradar24.com (Screenshot)

Zunächst habe sich der Krawallpassagier eine Stunde im Klo verschanzt, danach sei er an seinen Platz zurückgekehrt und habe unverständlich rumgeschrien und aggressiv mit den Armen gefuchtelt. Ein Augenzeuge berichtet, andere Fluggäste seien den Flugbegleitern zu Hilfe geeilt, als diese während des Fluges versucht hätten, den Mann zu beruhigen. Er sei dann bis zur Landung in den hinteren Teil des Fliegers gebracht worden.

Aggressiver Qantas-Passagier von der Polizei abgeführt

Als die Maschine gegen 23 Uhr in Perth landete, wurde der Mann von Beamten der australischen Bundespolizei abgeführt. Das bestätigte die Airline. Die Kabinencrew sei mit der Situation hervorragend umgegangen und hätten die Fluggäste beruhigen können, so der Passagier gegenüber „Perth Now“.

Die übrigen Passagiere mussten die Nacht in Perth im Hotel verbringen, der Flieger startete erst am Sonntag mit einer Verspätung von 17 Stunden. Qantas entschuldigte sich bei den Betroffenen für die daraus entstandenen Unannehmlichkeiten. Die Sicherheit der Passagiere gehe aber vor und die Airline habe keinerlei Toleranz für „störendes Verhalten“.