Aktion soll Londoner zum Lächeln bringen – geht aber nach hinten los

London: Lächel-Aktion geht nach hinten los

Eigentlich soll die Aktion „Smiles on the Lines“ für bessere Laune in der Londoner U-Bahn sorgen. Stattdessen erntet die gut gemeinte Aufforderung zum Lächeln aber einen ordentlichen Shitstorm.

Mit lustigen Smileys versuchen Freiwillige der Aktion „Smiles on the Lines“, die U-Bahn-Passagiere in London zum Lächeln zu bringen.
Mit lustigen Smileys will die Aktion „Smiles on the Lines“ versuchen, die U-Bahn-Passagiere in London zum Lächeln zu bringen.

Foto: twitter.com/Smiles On The Lines

Stell dir vor, du bist in einer Millionenmetropole wie London auf dem Weg zur Arbeit. Dein U-Bahn-Abteil ist überfüllt, die Stimmung sinkt mit jedem gefahrenen Kilometer – und plötzlich hält dir ein wie angeknipst lächelnder Mensch ein Schild mit Smileys vors Gesicht. 

Macht dich das potenziell glücklicher? Oder verstärkt sich dadurch eher der Wunsch, allen anderen an die Gurgel zu springen – deinem lächelnden Gegenüber zuerst?

Londoner wollen sich nicht sagen lassen, dass sie lächeln sollen

Viele Londoner würden wohl zu der letzteren Variante tendieren. Zumindest, wenn man ihren gehässigen Kommentaren auf Twitter glaubt. Die User sind angesichts der geplanten Aktion „Smiles on the Lines“, die gestresste Pendler zum Lächeln animieren soll, nämlich alles andere als „amused“: 

„Ich würde ihm sagen, dass er Leine ziehen soll“, schreibt diese Userin. „Nicht alle wollen wie Grinsekatzen rumsitzen.“ Andere bemängeln, dass man nie wisse, ob andere gerade schlechte Neuigkeiten bekommen hätten oder an Depressionen oder Ähnlichem leiden würden:

Wieder andere wollen auf dem Weg zur Arbeit einfach nur in Ruhe gelassen werden: 

Aber was hat es mit dieser Aktion überhaupt auf sich?

Was ist „Smiles on the Lines“?

Das „Lächeln auf den U-Bahn-Linien“-Projekt wurde von Glenn Freeman ins Leben gerufen, nach eigenen Angaben selbst vormals griesgrämiger Bahnfahrer. Am 25. September dieses Jahres will er die Londoner U-Bahn-Passagiere zum Lächeln bringen. 

Denn: „Zurzeit bekommen Pendler kaum ein Lächeln zu Gesicht“, schreibt Freeman auf der Facebook-Seite seiner Initiative. Manche würden das erste Lächeln des Tages erst im Café oder im Büro sehen, einige vielleicht sogar ganz ohne ein freundliches Gesicht durch den Tag gehen.

Die Menschen würden dadurch nur noch frustrierter, vielleicht sogar wütender und fühlten sich weniger mit ihren Mitreisenden verbunden. Um das zu verhindern, sollen am 25. September die Fahrgäste aktiv dazu eingeladen werden, ein Lächeln mit Fremden auszutauschen.

Ein bisschen Freude und Lachen in die Welt bringen? Eigentlich eine schöne Idee. Bleibt abzuwarten, ob die Pendler am „Smiles on the Lines“-Tag ähnlich genervt reagieren wie auf Twitter – oder ob sie sich doch zu einem Lächeln hinreißen lassen.

Immerhin gibt es auch einige positive Reaktionen im Netz. Eine Nutzerin schreibt: „Ich kann beim Pendeln wirklich einen Grund zum Lächeln brauchen. Bitte komm zur District Line/Cental Line.“
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