Eva Air: Schwules Paar muss getrennt boarden

Eva Air: Schwules Paar muss getrennt boarden

Ein schwules Paar wurde beim Boarden mit seinem 19 Monate alten Kind getrennt, weil angeblich nur ein Elternteil beim Priority Boarding zugelassen war – Heterofamilien durften aber zusammenbleiben.

Ein schwules Ehepaar mit Kind wurde in den USA beim Priority Boarding getrennt, während Heteropaare zusammenbleiben durften. (Symbolbild)
Ein schwules Ehepaar mit Kind wurde in den USA beim Priority Boarding getrennt, während Heteropaare zusammenbleiben durften. (Symbolbild)

Foto: imago/ZUMA Press

Ein schwules Paar erlebte am Flughafen in San Francisco beim Boarding eine böse Überraschung: Jeff Cobb wollte mit seinem Ehemann und der gemeinsamen Tochter am 1. September nach Taipeh in Taiwan fliegen. Wie andere Eltern mit Kindern stellte sich das Paar in die Schlange für das Priority Boarding der taiwanesischen Airline Eva Air. So weit eine ganz normale Situation.

Heteropaare durften zusammen boarden

Als das Trio aber schließlich an Bord gehen wollte, wurde ihm erzählt, dass nur einer der beiden Väter das 19 Monate alte Kind begleiten dürfe. „Ich erklärte (dem Flughafenpersonal), dass wir beide die Väter des Kindes seien“, schreibt Jeff auf Twitter.

Trotzdem habe man ihnen das gemeinsame Boarden untersagt. Man habe ihnen mitgeteilt, dass es eine Richtlinie gebe, die besage, dass nur ein Elternteil mit dem Kind bevorzugt an Bord gehen könne. Der andere Elternteil müsse sich in die normale Schlange einreihen, schreibt Jeff weiter.

Da Jeff vorher noch nicht mit der Gesellschaft geflogen war, ließ er das Prozedere über sich ergehen. Sein Ehemann und die gemeinsame Tochter gingen also ins Flugzeug, während Jeff sich in die Schlange der übrigen Fluggäste einreihte.

Als Jeff später aber an Bord ging und seinen Mann im Flugzeug traf, erzählte der ihm, dass viele andere Familien mit Heteropaaren als Eltern zusammen an Bord gegangen waren.

Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass das Eva-Bodenpersonal am SFO denkt, dass es in Ordnung ist, gleichgeschlechtliche Familien während des Boardings zu trennen.

Jeff Cobb

Jeff äußerte sich auf Twitter bestürzt über die Situation und erklärte, dass er nie wieder mit Eva Air fliegen werde. Er schrieb: „Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass das Eva-Bodenpersonal am SFO denkt, dass es in Ordnung ist, gleichgeschlechtliche Familien während des Boardings zu trennen.“

Eva Air entschuldigt sich für den Vorfall

Die Fluggesellschaft entschuldigte sich inzwischen via Twitter bei Jeff, seinem Ehemann und der Tochter. Es gebe in dem Unternehmen eine Null-Toleranz-Grenze für Diskriminierung jeglicher Art, heißt es in einem Post. Das Bodenpersonal habe das Paar falsch über das Priority Boarding informiert.

Eine Regelung, dass nur ein Elternteil gemeinsam mit einem Kind an Bord dürfe, gebe es nicht. Man würde nun das „diversity training“ überprüfen, damit ein solcher Vorfall nicht noch einmal vorkomme.

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