Botschaft aus der Ferne: Auf dem Pfad der Könige

Botschafter-Tipps: Darum musst du nach Schweden

„Hur är Läget?“ – „Wie geht's dir?“, fragt dich der schwedische Botschafter Per Thöresson. Im reisreporter-Interview verrät der 55-Jährige, warum du unbedingt in das „Venedig des Nordens“ reisen musst.

Per Thöresson ist seit 2017 der schwedische Botschafter in Deutschland.
Per Thöresson ist seit 2017 der schwedische Botschafter in Deutschland.

Foto: Schwedische Botschaft, imago/Photocase (Fotomontage)

Per Thöresson wurde vor 55 Jahren in Stockholm geboren. Direkt nach seinem Studium verschlug es ihn für kurze Zeit nach Stuttgart, wo er für die Daimler-Benz AG tätig war. Nach längerer Zeit im schwedischen Außenministerium – mit gelegentlichen Stopps in New York – kehrte er 2017 zurück nach Deutschland.

Seitdem vertritt er seine Heimat als Botschafter. Im reisereporter-Interview verrät der 55-Jährige, warum du unbedingt einmal auf der Königsroute wandern solltest und welches Nationalgericht bei ihm die Warnglocken läuten lässt.

Was ist das Besondere an Schweden?
Per Thöresson​: Schweden hat sehr viel zu bieten, besonders von Mai bis September, wo es auch kaum dunkel wird. Die Natur ist vielfältig: Im Norden findet man Wälder, Gebirge und Flüsse, deren Wasser man sogar trinken kann. Im Süden gibt es Strände, Klippen und weite Felder. Schweden ist dünn besiedelt, man kann immer sein eigenes Plätzchen finden.

Und dank des Allemansrätten (Jedermannsrecht) darf man fast überall Beeren und Pilze sammeln oder ein Zelt aufschlagen. Die Leute sind offen und sprechen alle gut Englisch, manche sogar Deutsch.

Welche Orte sollte man unbedingt besuchen?
Thöresson​: Persönlich bin ich ein großer Fan der schwedischen Westküste. Am schönsten ist die Strecke zwischen Göteborg und Strömstad an der norwegischen Grenze.

Es gibt dort Hunderte von alten Fischerdörfern, und oft kann man mit einem Boot oder einer kleinen Fähre die wunderschönen Inseln besuchen – wobei Koster, Väderöarna (die Wetterinseln), Smögen, Hållö, Käringön und Marstrand zu den schönsten zählen.

Im Norden kann man richtige Abenteuer erleben. Zum Wandern bietet sich der Kungsleden (die Königsroute) an zwischen Abisko im Norden und Hemavan im Süden (400 Kilometer). Wenn man die nördliche Strecke wählt, kommt man am höchsten Berg Schwedens vorbei, dem Kebnekajse. Mit 2104 Metern ist er nicht allzu schwer zu besteigen, aber die Aussicht ist unschlagbar. Es gibt einige Hotels und viele Hütten zum Übernachten, aber man kann auch zelten.

Welche Stadt empfehlen Sie für einen Kurztrip?
Thöresson​: Stockholm ist definitiv einen Besuch wert! Wir nennen es wegen des vielen Wassers und der vielen Inseln auch „Venedig des Nordens“. Die Altstadt rund um das königliche Schloss ist eine Perle. Es gibt viele Museen, wobei das Wasa-Museum meines Erachtens das schönste Museum in ganz Schweden ist.

Empfehlenswert ist es, einen Ausflug in die Stockholmer Schären zu machen – nicht weniger als 30.000 Inseln garantieren tolle Erlebnisse. Die Schiffe, viele über 100 Jahre alt, fahren praktisch im Stadtzentrum ab.

Welche landestypische Spezialität sollten Reisende bei ihrem Aufenthalt unbedingt probieren?
Thöresson​: Persönlich liebe ich den frischen Fisch und die Schalentiere an der Westküste. Momentan ist es Trend, „local food“ anzubieten – der Besucher sollte sich also überraschen lassen. Bei Surströmming (gegorener Hering) sollten aber die Warnglocken läuten. Den schaffen nur erfahrene (Nord-) Schweden.

Was muss man bei einem Besuch beachten?
Thöresson​: Man muss nicht viel Bargeld mitnehmen. Man kann fast überall mit Karte zahlen, auch an Kiosken und in kleinen Gaststätten. Und aufgepasst: Wir haben Tempolimits auf der Autobahn.

Welches Buch sollte man vor einer Reise lesen?
Thöresson​: Mit Nils Holgersson liegt man auf alle Fälle richtig. Für Fans von Schweden-Krimis empfiehlt sich eher zum Beispiel Henning Mankell oder Stieg Larsson; es gibt tatsächlich Führungen auf den Spuren von Kommissar Wallander (Ystad) und Lisbeth Salander (Stockholm).

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