Über der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro steigt eine schwarze Rauchsäule auf: Das Nationalmuseum stand Sonntagabend plötzlich in Flammen. Berichte über Verletzte gibt es bisher nicht, so die Zeitung „El País“. Das Feuer soll erst nach Ende der allgemeinen Öffnungszeit ausgebrochen sein.

Dutzende Feuerwehrleute versuchten, das Feuer unter Kontrolle zu bringen – mit mäßigem Erfolg. Es soll Probleme mit zwei nahe gelegenen Hydranten gegeben haben, sodass das Löschwasser erst mit Lastwagen zu dem Museum gebracht werden musste.

Einige der 20 Millionen Exponate konnten aus dem brennenden Museum gerettet werden. (Symbolfoto)
Einige der 20 Millionen Exponate konnten aus dem brennenden Museum gerettet werden. (Symbolfoto) Foto: imago/Xinhua

„Ein trauriger Tag für alle Brasilianer“

Das 200 Jahre alte Gebäude brannte nahezu völlig aus. „Vom Nationalmuseum wird absolut nichts übrig bleiben“, sagte Luiz Fernando Dias Duarte, der stellvertretende Museumsdirektor, in einem Interview den „Globo News“.

Auch wenn Museumsmitarbeiter und Feuerwehrleute einige Gegenstände in Sicherheit bringen konnten, dürfte ein Großteil der 20 Millionen Exponate den Flammen zum Opfer gefallen sein. Hinweise zu der Brandursache seien bislang nicht bekannt. 

 
Brasiliens Präsident Michel Temer sprach von einem traurigen Tag für alle Brasilianer. „Zweihundert Jahre Arbeit, Untersuchungen und Wissen sind verloren“, so das Staatsoberhaupt via Twitter.

Die Einsatzkräfte kämpften vergeblich gegen die Flammen.
Die Einsatzkräfte kämpften vergeblich gegen die Flammen. Foto: imago/Xinhua

200 Jahre Geschichte und 20 Millionen Exponate könnten für immer verloren sein

Das Nationalmuseum in Rio de Janeiro ist eines der ältesten Museen des Landes. Es wurde 1818 eröffnet und beherbergt seitdem unschätzbare Artefakte aus Ägypten, griechisch-römische Kunst und sogar einige der ersten in Brasilien entdeckten Fossilien, darunter das älteste menschliche Fossil des Landes, genannt „Luzia“, das über 11.000 Jahre alt sein soll.