Surinam: Grünstes Land der Welt ist ein Geheimtipp | reisereporter.de

Surinam: Das grünste Land der Welt ist ein Geheimtipp

Surinam ist das kleinste Land Südamerikas, ein absoluter Geheimtipp und nur etwas für echte Abenteurer. Der reisereporter sagt dir, was du auf deiner Reise in die unbekannte Oase nicht verpassen darfst.

Am Ufer entlang des Suriname-Flusses liegen viele Maroon-Dörfer. Die Menschen sind Nachfahren ehemaliger Sklaven und leben ohne Strom und fließend Wasser.
Am Ufer entlang des Suriname-Flusses liegen viele Maroon-Dörfer. Die Menschen sind Nachfahren ehemaliger Sklaven und leben ohne Strom und fließend Wasser.

Foto: Christina Weise

Surinam liegt ganz im Norden von Südamerika. Eingequetscht zwischen Guyana, Brasilien, Französisch-Guayana und dem Atlantik. Unscheinbar und fast völlig von tropischem Regenwald bedeckt.

Na, hättest du es auf der Karte gefunden? Oder hast du überhaupt schon mal davon gehört?

Surinam: Ein echter Geheimtipp und was für echte Abenteurer

Genau deswegen kommen auch nur wenige Touristen dorthin. Wenn, dann sind es Backpacker und Abenteurer oder Niederländer auf Familienbesuch.

Surinam ist nämlich eine ehemalige niederländische Kolonie. Offizielle Sprache: Niederländisch! Die Leute im Tourismussektor sprechen auch Englisch, alle Surinamer sprechen die einheimische Sprache Sranantongo und die Sprache ihres Herkunftslandes.

Surinam ist das grünste Land der Welt

Das ist ein Grund, warum ich Surinam so beeindruckend finde: Hier leben Menschen indonesischer, indischer, chinesischer, indigener, afrikanischer und europäischer Herkunft zusammen. Der andere Grund: die Natur!

Surinam liegt ganz im Norden von Südamerika und ist fast völlig von tropischem Regenwald bedeckt.
Surinam liegt ganz im Norden von Südamerika und ist fast völlig von tropischem Regenwald bedeckt. Foto: Christina Weise

Surinam ist das grünste Land der Welt – mit satten 93 Prozent Regenwald. Kein anderes hat einen so großen Waldanteil gemessen an der Landesfläche. Hier gibt es Wasserfälle, Berge mit atemberaubender Aussicht, exotische Tiere und einzigartige Pflanzen. Noch. Denn auch in Surinam ist der Wald bedroht.

Wenn dich die Reiselust gepackt hat, kommen hier meine Lieblingstipps für dich – für Sightseeing, Essen und Trinken, Übernachten und die beste Reisezeit.

Sightseeing in Surinam

Altstadt von Paramaribo

Prächtige weiße Holzvillen mit ausladenden Balkonen säumen die Straßen von Paramaribos Altstadt. Hier wohnten einst die niederländischen Kolonialherren. Seit 2002 gehört die Altstadt zum Unesco-Weltkulturerbe. Toll ist auch die katholische Kathedrale, die komplett aus Holz gebaut ist und in der es darum so gut riecht. Nicht weit entfernt ist die größte Moschee der Karibik, direkt neben einer nicht weniger kleinen Synagoge. Nur ein paar Straßen weiter steht ein prächtiger buddhistischer Tempel.

Einfach durch die Straßen spazieren und alles entdecken: bunte Minibusse, exotische Gerüche, interessante Märkte, verschiedene Musikstile und den bunten Sprachenmix.

Palmengarten

Mein Highlight in der Altstadt Paramaribos! Der Palmengarten liegt direkt hinter dem Präsidentenpalast und ist super für eine Pause zwischendurch. Die 100 Palmen sind bis zu 25 Meter hoch und bieten erholsamen Schatten in der tropischen Hitze. Es ist total ruhig und entspannt, den Verkehr hört man kaum noch.

Der Palmengarten in Paramaribo ist eines der Highlights der Stadt. Er liegt mitten in der Altstadt, direkt hinter dem Präsidentenpalast. Die 100 Palmen werden bis zu 25 Meter hoch und bieten erholsamen Schatten.
Der Palmengarten in Paramaribo ist eine der Highlights der Stadt. Er liegt mitten in der Altstadt, direkt hinter dem Präsidentenpalast. Foto: Christina Weise

Mariënbosch

Auf der ehemaligen Kaffeeplantage Mariënbosch steht das einzige im Originalzustand erhaltene Herrenhaus in Surinam. Heute ist es ein kleines familiäres Gästehaus inmitten der Natur. Es kommen nur wenige Gäste, ich war zum Beispiel allein da und hab mit dem Eigentümer und seiner Familie gegessen. Nebenan liegt das moderne Resort Frederiksdorp, wo man sich am Pool erfrischen kann.

Tipp: Eine Radtour von Paramaribo nach Mariënbosch mit einem Stopp am Fort Amsterdam, vorbei an ehemaligen Plantagen und durch kleine Dörfer. Radausleihe und Route: Fietsen in Suriname direkt neben dem Café Zus & Zo gegenüber vom Palmengarten.

Ab in den Dschungel!

Die meisten Touristen kommen wegen der Natur nach Surinam. Da darf eine Dschungeltour nicht fehlen. Es gibt immer mehr Dschungelresorts und viele verschiedene Touren. Ich habe einen Tipp für eine echte Dschungelerfahrung mit Einheimischen: das Dorf Pingpe. Mit dem Boot geht’s über den Fluss tief in den Dschungel rein.

„Willkommen im Dschungelresort Pingpe“ steht auf dem Eingangstor.
„Willkommen im Dschungelresort Pingpe“ steht auf dem Eingangstor. Foto: Christina Weise

In Pingpe leben die Maroons, Nachfahren von ehemaligen geflohenen Sklaven. Sie haben ihre Kultur größtenteils bewahren können. Gegenüber ist das kleine Touristendorf, hier stehen Miniholzbungalows. Man lernt das Dorf Pingpe, die Menschen und ihre Kultur kennen.

Ein Lager für die Nacht mitten im surinamischen Urwald. Die Hängematten werden an den Holzpfählen eingehängt, die Planen schützen vor dem Regen, der plötzlich ohne Vorwarnung aufziehen kann.
Ein Lager für die Nacht mitten im surinamischen Urwald. Die Hängematten werden an den Holzpfählen eingehängt, die Planen schützen vor dem Regen, der plötzlich ohne Vorwarnung aufziehen kann. Foto: Christina Weise

Das Highlight ist eine Übernachtung in einer Hängematte mitten im Wald. Schon die Wanderung zu dem Lager lohnt sich. In einer Kleingruppe geht es mit zwei Guides tief in den Dschungel. Danach heißt es Fische fangen, Kaimane beobachten, Glühwürmchen zählen. Sobald die ihr helles Licht verbreiten, wird es laut im Wald. Frösche quaken, Käfer brummen. Morgens ist es wieder still.

Danach noch eine natürliche Massage an der größten Stromschnelle Surinams, Tapawatra Sula – ganz in der Nähe von Pingpe.

Essen und Trinken in Surinam

Die meisten Cafés, Restaurants und Bars liegen direkt nebeneinander auf der Kleine Waterstraat und der Van Sommelsdijkstraat. Hier sind auch die meisten Touristen unterwegs.

Viele Einheimische nehmen abends ihr Getränk mit zur Waterfront und setzen sich da auf die Bänke oder gehen dort in die einfacheren Bars. Meine Tipps für leckeres Essen, Getränke und Party:

Zus & Zo

Das Café Zus & Zo ist ein bei Einheimischen und Touristen beliebtes und hippes Café mit Terrasse und Blick auf den Palmengarten. Hier gibt’s europäische, karibische und surinamische Gerichte. Einheimisches Bier, Rum, selbst gemachte Säfte und Cocktails. Donnerstags ist Movie Night, freitags und sonntags gibt’s Livemusik. Im ersten Stock ist ein kleiner Souvenirladen von lokalen Künstlern.

De Gadri

In dem einfachen und beliebten Restaurant De Gadri gibt’s leckere traditionelle Gerichte wie Pom, Moksi Alesi, Bami und Nasi – in großen Portionen. Das Restaurant liegt direkt neben dem Fort Zeelandia am Fluss.

’t Vat

Ausgelassene Salsapartys und bunte Cocktails gibt’s im ’t Vat – allerdings erst zu späterer Stunde. Dann ist es voll, alle tanzen, die Stimmung ist entspannt. Wer kein Salsa kann, dem wird es kurzerhand gezeigt.

Übernachten

In Paramaribo gibt es kaum große Hotelketten, wenige Sternehotels, hauptsächlich kleine Pensionen.

De Kleine Historie

Das Guesthouse De Kleine Historie befindet sich in einem weißem Kolonialgebäude in der Altstadt von Paramaribo. Die Zimmer sind einfach, aber sauber. Das Personal ist sehr nett und hilfsbereit.

Toll sind die ausladenden Balkone und die Lage: nur wenige Gehminuten vom Wasser, den Sehenswürdigkeiten und dem Nachtleben entfernt. Im Café nebenan gibt’s sehr leckeres Essen und gutes Frühstück.

Das Guesthouse De Kleine Historie befindet sich in einem weißen Kolonialgebäude in der Altstadt von Paramaribo.
Das Guesthouse De Kleine Historie befindet sich in einem weißen Kolonialgebäude in der Altstadt von Paramaribo. Foto: Christina Weise

Torarica Hotels

Wer’s luxuriös mag, geht ins Royal Torarica, dem exklusivsten Hotel von Surinam. Eine große Anlage mit Pools, Fitnesscenter und Blick auf den Suriname-Fluss. Direkt daneben steht das Torarica Hotel & Casino, auch ein Vier-Sterne-Hotel mit Garten und Pool. Beide Hotels liegen mitten in der Altstadt.

Beste Reisezeit für Surinam

In Surinam herrschen das ganze Jahr tropische Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad mit hoher Luftfeuchtigkeit. Nachts kühlt es auf etwa 18 bis 20 Grad ab. Es kann immer wieder regnen.

Surinam hat verschiedene Regenzeiten: die kleine von Anfang Dezember bis Anfang Februar und die große von Ende April bis Anfang August. Vom Klima her ist die beste Reisezeit von Februar bis April und von Juli bis November.

Anreise

Die nationale Fluggesellschaft Surinam Airways und die niederländische KLM fliegen über Amsterdam nach Paramaribo. Es gibt keinen direkten Linienflug von Deutschland aus.

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