Ryanair: Sind die neuen Gepäckregeln rechtswidrig?

Ryanair: Sind die neuen Gepäckregeln rechtswidrig?

Ryanair verlangt ab dem 1. November für Handgepäck bis zu zehn Kilogramm eine Gebühr, auch auf bereits gebuchten Flügen. Verbraucherschützer sagen nun aber, die neuen Regelungen seien nicht rechtens.

Ab 1. November sind diese Ryanair-Hinweisschilder nicht mehr gültig. Dann zahlen Non-Priority-Kunden für ihr Handgepäck, das im Frachtraum transportiert wird.
Ab 1. November sind diese Ryanair-Hinweisschilder nicht mehr gültig. Dann müssen Non-Priority-Kunden ihr Handgepäck einchecken und dafür bezahlen.

Foto: imago/i Images/Gustavo Valiente

Sie kritisieren die neuen Handgepäckregeln von Ryanair, die das kostenlose Handgepäck ab 1. November abschaffen. 8 bis 10 Euro werden Handgepäckstücke, die bisher gratis in den Frachtraum gepackt wurden, dann kosten.

Non-Priority-Kunden dürfen nur noch eine normale Handtasche oder einen sehr kleinen Rucksack mit in die Kabine nehmen. Für zahlende Priority-Kunden ist die Mitnahme von zwei Handgepäckstücken weiterhin kostenlos.

Auch Kunden mit bereits gebuchten Flügen sollen zahlen

Ab 1. September gilt die Regelung für alle Buchungen für Flüge ab 1. November mit Ryanair. Aber auch Kunden, die bereits vorher gebucht haben und erst im November fliegen, sollen zahlen: Sie können für 8 Euro Priority oder für 10 Euro das Handgepäck dazubuchen oder ihre Buchung gegen die Erstattung der Ticketkosten stornieren, teilt Ryanair mit.

Das kritisiert die Rechtsreferentin der Verbraucherschutzzentrale Brandenburg, Sabine Fischer-Volk: „Die Gepäckbestimmungen für bereits gebuchte Flüge zu verändern ist aus meiner Sicht nicht rechtens. Denn nach Artikel 23 der EU-Verordnung 1008/2008 müssen Fluggesellschaften Zusatzkosten wie jene für das Gepäck auf klare, transparente und eindeutige Art und Weise am Beginn jedes Buchungsvorgangs mitteilen.“

Verstößt die neue Ryanair-Gepäckregelung gegen das Luftfahrtgesetz?

Flüge, die bereits bei Ryanair gebucht wurden, seien inklusive der damals geltenden Bedingungen für Handgepäck erfolgt. Ryanairs Vertragsänderung könne daher nach der Auffassung der Rechtsreferentin für diese Buchungen keine Wirkung entfalten.

Spaniens Verbraucherschützer: Regelung verstößt gegen Luftfahrtgesetz

Verbraucherschützer in Spanien gehen sogar noch einen Schritt weiter: Die spanische Verbraucherschutzorganisation Facua teilte der „Mallorca Zeitung“ mit, dass die neue Regelung gegen das Luftfahrtgesetz verstoße. 

Nach Artikel 97 des Luftfahrtgesetzes sei der Transporteur dazu verpflichtet, den Reisenden samt kostenlosem Handgepäck in der Kabine mitzunehmen, so Facua. Der deutsche Verbraucherschutz konnte dazu bisher keine Aussage treffen.

Sabine Fischer-Volk sagte dem reisereporter, dass die irische Airline dem irischen Recht unterliege. Die Verbraucherschutzzentrale prüfe aber, ob die neuen Handgepäcksregeln von Ryanair gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen. Mit einem Ergebnis ist kommende Woche zu rechnen.

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