Der Tod eines britischen Ehepaares in Hurghada hat viele Fragen aufgeworfen und ist noch immer nicht vollends geklärt. Thomas Cook quartierte nach der Tragödie, nach eigenen Angaben als „Vorsichtsmaßnahme“, sämtliche Gäste aus dem Hotel um.

Ahmed Abdullah, der Gouverneur der ägyptischen Provinz Rotes Meer, bezeichnete das als eine „Überreaktion“. Der Politiker erklärte, dass Thomas Cock wahrscheinlich nur versucht habe, großes Interesse an seiner Kundschaft zu zeigen.

Gouverneur: Evakuierung des Steigenberger Aqua Magic Hotels war „Überreaktion“

Zudem äußerte sich Abdullah auch zu dem Vorgehen der Sicherheitsbehörden. So sei das Zimmer des britischen Paares sofort abgeriegelt worden, und das bis zum Abschluss der forensischen Untersuchungen.

Außerdem habe der Generalstaatsanwalt den Einsatz von Spezialisten zur Überprüfung der Lüftungs- und der Klimaanlage des Zimmers angeordnet. Die Tochter des Ehepaares hatte von einem „komischen Geruch“ im Zimmer ihrer Eltern berichtet.

Gouverneur dementiert Berichte über eine hohe Anzahl von Krankheitsfällen

Berichte über eine hohe Anzahl von Krankheitsfällen in dem Hotel dementierte der Politiker und nannte sie „Gerüchte“. Es seien lediglich 23 Meldungen über kranke Hotelgäste bekannt. Das seien lediglich 1,2 Prozent bei einer Gesamtzahl von 1.995 Gästen. Die Erkrankungen seien außerdem auf direkte Sonneneinstrahlung, geändertes Essverhalten und das Schlucken von Meerwasser zurückzuführen.

Thomas Cook hatte mitgeteilt, dass den Veranstalter „Berichte von einem erhöhten Niveau an Krankheitsfällen unter den Gästen erreicht“ haben. Und auch an den reisereporter wandten sich mehrere Familien aus Deutschland​, die im August in dem Hotel Urlaub gemacht hatten. Sie berichteten von Durchfall, Magenkrämpfen und Erbrechen, dreckigem Geschirr und einem überforderten Hotelarzt.

Das offizielle Ergebnis der Obduktion liege nach wie vor nicht vor, so Steigenberger-Sprecher Sven Hirschler gegenüber dem reisereporter. Damit seien auch die Todesumstände des britischen Paares noch nicht vollends geklärt. Das Paar war am 14. August mit einer insgesamt elfköpfigen Reisegruppe im Steigenberger Aqua Magic Hotel in Hurghada angekommen.

Der Vorfall in Hurghada belastet die Steigenberger-Hotelgruppe

Auch wenn in dem vorläufigen Obduktionsbericht von einer „natürlichen Todesursache“ die Rede ist, belastet der Vorfall im Aqua Magic die gesamte Steigenberger-Hotelgruppe. Nicht zuletzt, weil jetzt Stimmen laut werden, die die Struktur des Luxuskonzerns hinterfragen.

Bei dem Resort in Hurghada handelt es sich nämlich gar nicht um ein vollwertiges Haus der Gruppe, sondern um einen Franchise-Ableger. Der Hoteldirektor, Dieter Geiger, handelt eigenständig und zahlt lediglich eine Lizenzgebühr an den Dachkonzern. Die Hotelgruppe selbst gehört zu dem ägyptischen Touristikkonzern Travco Group.