Dieser Mann befreit die Meere von Plastik – jetzt!

Dieser Mann befreit die Meere vom Plastik – jetzt!

Boyan Slat will eine gigantische Aufgabe bewältigen: Er hat ein System entwickelt, das die riesigen Müllfelder, die im Meer schwimmen, beseitigen soll. Nur mit Solarenergie. Am Samstag geht es los.

Boyan Slat will mit seiner Non-Profit-Organisation The Ocean Cleanup die Ozeane reinigen.
Boyan Slat will mit seiner Non-Profit-Organisation The Ocean Cleanup die Ozeane reinigen.

Foto: The Ocean Cleanup/Vincent van den Boogaard

Die Meere versinken im Plastikmüll – das zeigen immer wieder Bilder aus aller Welt. Bilder von Wellen aus Plastik, die an karibische Strände rollen, Bilder von Stränden auf Mallorca, vor denen täglich 438 Kilogramm Müll aus dem Meer gefischt werden, Bilder von Traumstränden auf Bali oder den Philippinen, die total vermüllt sind. 

Ziel von The Ocean Cleanup: Die größte Ozeanreinigung der Welt

Längst haben sich Organisationen gebildet, die zum Beispiel Reisende dazu inspirieren, gegen den Müll zu kämpfen. Und eine Aachener Architektin hat eine 400 Meter lange Plattform entwickelt, die die Meere im großen Stil von Plastikmüll befreien soll. Das Projekt ist aber noch Theorie.

Die Idee von Boyan Slat ist bereits umgesetzt. Der junge Mann aus den Niederlanden hatte die Idee schon vor einigen Jahren, 2013 gründete er mit gerade mal 19 Jahren die Non-Profit-Organisation The Ocean Cleanup. Ihr Ziel: die größte Ozeanreinigung der Welt. Und am Samstag soll es losgehen.

Wie der Niederländer in einem so jungen Alter bereits auf die Idee kam, ein so großes Projekt in Angriff zu nehmen? Beim Tauchen in Griechenland sah er als 16-Jähriger „beinahe mehr Plastik als Fische“ im Wasser, erzählt er. Seitdem widmet er sein Leben der Reinigung der Meere.

Die Plastikmüllfelder in den Ozeanen bestehen aus 80.000 Tonnen Müll

Und so will er es schaffen: Die Meeresströmungen tragen den Plastikmüll, der in den Ozeanen schwimmt, zu fünf großen Plastikmüllfeldern zusammen. Insgesamt bestehen sie aus 80.000 Tonnen Müll. „92 Prozent davon sind kein Mikroplastikmüll, sondern große Stücke“, sagt Boyan Slat.

Das größte Müllfeld treibt zwischen Hawaii und Kalifornien. Es besteht aus etwa 1,8 Billionen Plastikteilen. Mit diesem Feld will die Organisation anfangen. Der Plastikmüll soll mit einer Art künstlichen Küstenlinie eingefangen werden, einem 600 Meter langen Schwimmkörper, der an der Wasseroberfläche treibt. 

Von ihm hängt ein drei Meter langer Schirm ins Wasser, der verhindert, dass der Müll unter dem Schwimmkörper hindurchtauchen kann. Das System wird allein durch Naturkräfte angetrieben. Es ist so konstruiert, dass es von der Strömung in eine U-Form gedrückt wird. 

Ein Unterstützungsschiff fungiert als Müllwagen

Weil es, genau wie auch der Plastikmüll, schwimmt, treibt es automatisch in die Richtung der Gebiete mit der höchsten Konzentration an Plastik. Die Beleuchtung, ein Antikollisionssystem und Satellitenantennen, mit denen der Schwimmkörper ausgestattet ist, funktionieren mit Solarenergie. 

Und was passiert mit dem Plastik, den das System einfängt? Ein Unterstützungsschiff fungiert als eine Art Müllwagen. Es fährt regelmäßig zu dem Schwimmkörper hinaus, holt das gesammelte Plastik ab und bringt es an Land. Dort wird der Abfall aufbereitet und zu nachhaltigen Produkten weiterverarbeitet.

Am 8. September geht es los, dann wird ein Schlepper den Schwimmkörper von der Küste von San Francisco aus aufs offene Meer hinausziehen. Der Schlepper und das System werden insgesamt einen Kilometer lang sein und müssen an Alcatraz vorbei sowie unter der Golden Gate Bridge hindurch. 

Das Schleppmanöver kannst du dir am 8. September ab 12 Uhr (Ortszeit) live auf der Website von The Ocean Cleanup anschauen. 250 Seemeilen (etwa 463 Kilometer) von der Küste entfernt wird das System dann zwei Wochen lang getestet werden, bevor es zum ersten Müllfeld geschleppt wird.

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