Ob kulinarisch, technisch oder gar ästhetisch. Ein Besuch lohnt sich garantiert.

Für Technikfans: Eine Welt der Maschinen

Fangen wir mit dem Gelände der Traktoren-Welt-Usedom an, direkt am Ortsausgang an der Bundesstraße 110 gelegen, an der Abzweigung zur Stolper Straße. Das Museum, erst vor drei Jahren eröffnet, ist ein Dorado für alle Liebhaber landwirtschaftlicher Maschinen. Täglich sind hier mehr als 45 Trecker und Landmaschinen zu bewundern. Vor allem historische Schlepper mit Vorglühvorrichtung sind wunderbare Schauobjekte. 

Seit den 1970er-Jahren fanden sich auf der Insel verstärkt Traktorliebhaber, die alte Traktoren und die dazugehörigen Anbaugeräte restaurieren und wieder fahrfähig machen. Die Halle mit etwa 480 Quadratmetern bietet einen etwa 100-jähriger Querschitt der Traktorengeschichte. Und was wichtig ist: Die Besucher haben immer fachkundige Vereinsmitglieder vor Ort, die Auskunft über technische Details geben. Daneben ist eine Werkstatt im Museum, in der geschraubt, geschweißt und gelötet wird.

Vereinssprecher Bodo Tietz: „Hier wird alles fachgerecht erläutert. Auch gerade für Kinder sind derartige Arbeiten interessant.“ Auf dem etwa 7.000 Quadratmeter großen Außengelände werden in naher Zukunft Schaufelder angelegt, auf denen verschiedene Getreidesorten und Bodenfrüchte angebaut werden. Freunde des Ackerbaus und der technischen Entwicklung kommen hier bei uns auf ihre Kosten. 

Übrigens der absolute „Knüller“ des Museums ist das gelbe Ungetüm, das neben dem Kassenhäuschen des Geländes steht: Der russische Koloss K 700. Eine wirkliche Rarität, die dem Ausstellungsgelände gut zu Gesicht steht – ein Blickfang für jeden vorbei fahrenden Autofahrer auf der Bundesstraße 110.

Traktorenwelt Usedom | Adresse: Stolper Str. 1d, 17406 Usedom | Kontakt und Voranmeldungen: 0160/4407999 | Öffnungszeiten: Montag und Dienstag ist Ruhetag, Mittwoch bis Sonntag 11 Uhr bis 16 Uhr. Führungen sind nach Voranmeldung jederzeit möglich.

Was für ein Gerät: Der russische Koloss K 700 in der Traktorenwelt.
Was für ein Gerät: Der russische Koloss K 700 in der Traktorenwelt. Foto: Rainer L. Hein

Für Schöngeister: Auszeit im Blumenstübchen

Der Duft von frischem Kaffee, Kuchenaroma und herrlicher Blütenduft kitzelt das Gemüt. Direkt gegenüber vom historischen Usedomer Stadttor befindet sich in einem kleinen Backsteingebäude die Blaumerie (kommt aus dem Plattdeutschen und heißt so viel wie Blume oder Pflanze). Der Name hat übrigens seinen Grund, denn die Inhaberin dieses schnuckeligen Ladens Ines Beyer ist eine überzeugte Verfechterin der plattdeutschen Sprache. Unzählige Radfahrer machen an ihrem Blumenstübchen Station, bevor sie weiter nach Karnin oder Stolpe radeln.

Aber was macht den kleinen Laden von Ines Beyer aus? Er ist innen und außen wunderschön gestaltet. Weiße Stühle und Bänke, eingerahmt von Pflanzen aller Art, bieten einen wunderschönen Platz zum Rasten. Und dann ist da noch der selbst gebackene Kuchen, den sie und ihre Mitarbeiterin Cornelia Kramber jeden Morgen backen. „Wir haben stets sechs Kuchensorten zur Auswahl“, sagt sie. Wobei die sogenannte „friss dich dumm Torte“ der Renner ist. Angeblich soll jeder dieses Rezept kennen – Kennst du es auch? Neben Bienenstich und Sahnetorte mit saisonalen Früchten gibt es in der "Blaumerie" auch Spezialkaffee aus einer Bielefelder Rösterei sowie selbst gemachte Säfte. 

Der eigentlliche Ladenmittelpunkt ist aber der Verkauf von frischen Blumen. Im Grunde ist die Blaumerie ein kleines Museum mit unzähligen Accessoires. Kleine, nicht zu teure Mitbringsel für jeden Geldbeutel. Dafür fährt Ines Beyer regelmäßig nach Amsterdam und kauft diese schönen Dinge – die eigentlich keiner braucht.

Doch Widerstehen kann auch niemand – denn solch schöne Mitbringsel stellt sich jeder in die Wohnung. Kurzum: Bei Ines Beyer und ihrer Blaumerie stimmt die Mischung: Tolles Ambiente, Kuchen der schmeckt, wunderschöne Blumengebinde und Accessoires als Mitbringsel.

Blaumerie | Adresse: Anklamer Str. 1, 17406 Usedom | Kontakt: 0173/2823418 | Öffnungszeiten: täglich außer Mittwoch von 9 bis 17 Uhr, samstags bis 12 Uhr

Ein einzigartiger Platz zum Rasten: Die "Blaumerie" von Ines Beyer.
Ein einzigartiger Platz zum Rasten: Die Blaumerie von Ines Beyer Foto: Rainer L. Hein

Für Genießer: Ein Besuch in der Inselkäserei

Eine Novität der Insel Usedom liegt nicht gleich auf dem Weg – man muss sich schon ein wenig auskennen, um die Käserei von Steffen Schultze in Welzin zu finden. Keine Hinweisschilder – beispielsweise an der B 110 – , sondern nur kleine, unscheinbare Holztäfelchen weisen die Richtung zu dem alten Bauerngehöft aus dem 12. Jahrhundert. Hier hat der gebürtige Schwarzwälder vor 15 Jahren ein großes Experiment gewagt und die Inselkäserei gegründet.
Es ist schon ein wenig eigenwillig in und um die Käserei herum. Leicht verfallene Scheunen rundherum lassen nicht erahnen, dass im Hauptgebäude frischer Käse zubereitet wird. Der Usedomer Jung ist einer der Renner in der Palette von Steffen Schultze.

Er selbst, ein uriger Typ, gewährt jedem Zuschauer und Besucher einen Einblick in seine Kunst des Käse-produzieren. Und: für ihn eine Selbstverständlichkeit ist die unentgeldliche Verkostung seiner unterschiedlicher Käsesorten. Böse Zungen meinen, „kein Wunder, dass er nicht auf den grünen Zweig kommt, er ist zu gutmütig“. Ja, das ist der 43-Jährige tatsächlich. Ihm geht es nicht um das Geschäft, sonders um die Arbeit mit Bio-Produkten.

Menschen wie Steffen Schultze findet man selten auf der Insel, wo viele das Geschäft mit den Urlaubern wittern. Der Mann mit Vollbart ist ein Typ – im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Besuch bei ihm lohnt sich immer. In seiner Scheune kann man sich zu einem Saft oder Glas Wein niederlassen und seinen Raclette-Käse probieren, den er am Spezialtisch zubereitet. Dazu ein Stück Weißbrot und der Ausflug ist gerettet. Für ihn natürlich schön, wenn die Besucher auch seinen Käse kaufen. Denn der schmeckt noch nach Käse. Und eigentlich ist die Käserei ständig geöffnet.

Inselkäserei Usedom | Adresse: Welzin 30, 17406 Usedom | Kontakt: 038372 76139

Käse nach Handarbeit von Steffen Schultze ist ein echter Usedomer Geheimtipp.
Käse nach Handarbeit von Steffen Schultze ist ein echter Usedomer Geheimtipp. Foto: Rainer L. Hein