Reisetrends: Hellnar in Island ist ein „reisereporter Top Place 2019“

Hellnar in Island: Mein persönlicher Top Place 2019

Du willst nach Island und die berühmte Ring Road entlangfahren? Kann man machen, muss man aber nicht. Warum eine Reise auf die Halbinsel Snæfellsnes sehr viel reizvoller ist, verrät reisereporter Nils.

Hellnar ist der „reisereporter Top Place 2019“ von reisereporter Nils.
Hellnar ist der „reisereporter Top Place 2019“ von reisereporter Nils.

Foto: Peuse

„Snæfellsnes is Iceland in a nutshell“ steht in vielen Reiseführern. Und das stimmt wirklich. Auf dieser Halbinsel im Westen Islands findest du auf kleiner Fläche vieles, was die Natur des nordischen Inselstaats ausmacht: Wilde Vulkane, riesige Gletscher, schwarze Strände, natürliche heiße Quellen, eindrucksvolle Polarlichter und die berühmten Islandponys.

Das echte Island liegt abseits der Ring Road

Wofür also Tag für Tag gehetzt im Auto sitzen, um verfolgt von Tausenden Touristen die Ringstraße abzufahren, wenn es hier alles gibt? Nun ja, vielleicht nicht alles. Für die ganz großen Gletscher musst du schon in den Süden zum Vatnajökull-Nationalpark, aber dort treten sich die Urlauber insbesondere im Sommer gegenseitig auf die Füße. Nichts für Menschen wie mich, die im Urlaub vor allem Ruhe und Abgeschiedenheit suchen.

Und genau das findest du in Hellnar. Das alte Fischerdörfchen im Süden der Halbinsel wirkt auf den ersten Blick verschlafen und vielleicht sogar etwas langweilig. Kein Wunder, denn es liegt ein gutes Stück abseits der Ring Road und besteht aus nicht viel mehr als ein paar Bauernhöfen, wenigen Ferienhäusern und den Räumen der Ausstellung des Snæfellsjökull-Nationalparks.

Zerklüftete Felsen in der Nähe von Hellnar
Die wilde Küste in der Nähe von Hellnar zieht nicht nur Touristen, sondern auch viele Vögel an. Foto: Nils Peuse

In Hellnar kommst du mal so richtig runter

Nach Hellnar kommen Urlauber nicht für feine Restaurants oder szenige Kneipen. Im Gegenteil: Im Dorf gibt es kaum Möglichkeiten, mal außerhalb essen oder etwas trinken zu gehen. Und das ist auch gut so, denn du bist hier schließlich nicht in Prenzlauer Berg oder auf der Schinkenstraße, sondern im wilden Land der Wikinger.

Doch keine Sorge: Auch hier bekommst du alles, was du brauchst. Im etwa 35 Minuten entfernten Ólafsvík erfüllen Supermärkte alle deine Wünsche nach Dingen des täglichen Bedarfs. Und wen stört bei der spektakulären Landschaft schon ein kleiner Ausflug zum Einkaufen?

Wie auf einem anderen Planeten: Am Strand von Djúpalónssandur.
Wie auf einem anderen Planeten: Am Strand von Djúpalónssandur. Foto: Nils Peuse

Das Land „north of the wall“

Insgesamt ist Hellnar für sich betrachtet also vielleicht nicht gerade der „place to be“, aber eben wirklich nur auf den ersten Blick, denn dieses Kleinod ist der ideale Ausgangsort für ausgiebige und äußerst abwechslungsreiche Touren über die Halbinsel.

Da wäre beispielsweise der Kirkjufell, ein sehr markanter Berg im Norden von Snæfellsnes. Als Fan der Serie „Game of Thrones“ kommst du hier auf jeden Fall auf deine Kosten. Insbesondere im Winter erwartest du hinter jeder Ecke Jon Snow und eine Armee der „White Walkers“.

   

Hellnar: Der Top Place 2019 in Bildern

Ein heißes Bad inmitten der Wildnis

Wenn du dich nicht für die Serie interessierst, dann kannst du dich vielleicht für natürliche heiße Quellen begeistern, von denen es in Snæfellsnes mehrere gibt – du musst nur wissen, wo. Denn nichts ist besser als bei Minusgraden in einen Hot Pool inmitten der verschneiten Wildnis zu hüpfen!

Winterliche Temperaturen sind nicht so dein Ding? Dann solltest du lieber im Sommer nach Island reisen. Alle Jahreszeiten haben hier ihren ganz eigenen Reiz. Wenn du allerdings auf der Suche nach besonders viel Ruhe bist, dann ist der Winter die bessere Reisezeit.

Obwohl in den letzten Jahren die Zahl der Touristen auch im Winter stark angestiegen ist, so hast du in der kalten Jahreszeit viele beliebte Spots mit etwas Glück noch für dich.

Hier kann man auch im tiefsten Winter baden
Wenn es am Straßenrand dampft, ist ziemlich sicher eine heiße Quelle nicht weit. Foto: Nils Peuse

Der perfekte Ort für Nordlichter

Neben der atemberaubend schönen Natur ist mir von meinen Reisen nach Island vor allem die nächtliche Ruhe beim Bestaunen der Nordlichter in Erinnerung geblieben – und zwar ohne das „Ooooh“ und „Aaaahh“ anderer Touristen.

Wenn die Aurora borealis über dir funkelt und bunte Schwaden den ganzen Himmel einnehmen, möchtest du dieses Spektakel nämlich ganz für dich und deine Liebsten haben. Und das geht im abgeschiedenen Hellnar bedeutend besser als in den oftmals überlaufenen Gästehäusern und Hotels entlang der Ring Road.

Daher solltest du vielleicht nicht auf die ganzen Instagramer hören und das siebenhundertneunundachtzigste Hipster-Foto in der Blauen Lagune nahe Reykjavík oder am Skogafoss machen, sondern lieber ein bisschen recherchieren und die einsamen, versteckten Spots suchen. Denn auch die gibt es 2019 in Island noch zuhauf, und sie sind nicht weniger schön – versprochen.

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