Es ist offiziell: Boracay wird am 26. Oktober in Teilen wiedereröffnet. Das verkündete Bernadette Romulo-Puyat, die Tourismusbeauftragte der Insel. Rodrigo Duterte, der Präsident der Philippinen, hatte die Insel wegen Hygienemängeln als „Kloake“ bezeichnet und im April schließen lassen. Und auch jetzt sind noch nicht alle Maßnahmen für den Umweltschutz abgeschlossen.

Philippinische Insel Boracay: Teileröffnung im Oktober

So sei die Eröffnung auch in mehreren Schritten geplant, heißt es von der Tourismusagentur. Am 26. Oktober sollen zunächst 3.000 bis 5.000 Hotelzimmer freigegeben werden. Mehr seien nicht möglich, da die restlichen Anlagen nicht die nötigen Standards der Umweltbehörden erfüllen würden. Ingesamt seien rund 15.000 Unterkünfte registriert.

Während der Schließung der Insel haben sich die Behörden vor allem um eine vernünftige Kanalisation, die Anbindung der Ferienanlagen und ein neues Straßennetz gekümmert, so die Sprecherin. Außerdem habe man Umweltsünden geahndet und Lösungen für die Müllbeseitigung gesucht. 

Boracay: Neues Image für das Urlaubsparadies?

„Boracay wird definitiv kein Partyort mehr sein. Wir wollen die Insel so haben, wie sie ist: friedlich“, erklärt Puyat. Man wolle für einen nachhaltigen Tourismus werben und gegebenenfalls die Besucherzahlen beschränken. Deswegen würde man auch bei der Wiedereröffnung auf eine große Feier verzichten.

Die verantwortlichen Behörden scheinen mit ihrer Arbeit bisher zufrieden, und auf Bildern in sozialen Netzwerken sieht man saubere und zugängliche Strände. Dennoch werden jetzt erste Stimmen laut, die sich fragen, ob die Teileröffnung wirklich das hält, was sie verspricht.

Kommt die Neueröffnung für Boracay zu früh?

Die Interessengruppe „Boracay Foundation“ hat sich an die veranwortlichen Behörden und die Regierung gewandt und klare Bedenken geäußert:

Viele lokale Unternehmen und Hoteliers seien wegen der gesetzlichen Regelungen zur Anbindung an das Abwasser- und Abfall-Management-System verunsichert. In unterschiedlichen Gesetzen stehe ganz klar, dass die Regierung oder der Wasserversorger dafür verantwortlich seien. Jetzt würde man nur noch die Worte „Keine Anbindung, keine Genehmigung – keine Genehmigung, keine Öffnung“ hören. Die nötigen Anforderungen noch bis zum Stichtag der Neueröffnung zu erfüllen sei nahezu unmöglich.

Auch bei dem Thema Umweltzertifikate scheint es einige Ungereimtheiten zu geben: Nur drei Monate vor der Wiedereröffnung sollen die Behörden allen Unternehmen auf der Insel die wichtigen Bescheinigungen entzogen haben – selbst denjenigen, die die Standards seit Jahren einhalten würden und das entsprechend auch zertifiziert bekommen hätten. Es scheine fast so, als wolle man die Bevölkerung anstelle der Verantwortlichen bestrafen.

Ein weiteres Problem sei der Zustand der Hauptstraße. Der wichtige Knotenpunkt und Hauptzufahrtsweg zur Insel gleiche einem Kriegsgebiet. Er sei „schlammig“ und „leer“, weil er kaum genutzt werde. Offene Kanäle und Straßenschächte sollen zudem Moskitos angezogen und so zu einem Anstieg der registrierten Fälle von Denguefieber beigetragen haben.

Wiedereröffnung sollte nicht verschoben werden

Die „Boracay Foundation“ ist sich sicher: Bis zur Wiedereröffnung am 26. Oktober gebe es noch etliche Dinge zu klären und zu erledigen.

Trotzdem solle das Wiedereröffnungsdatum nicht verschoben werden, damit die einheimischen Unternehmen und Hoteliers nicht noch weiter unter der Schließung leiden.