Dänemark: Diese 5 Orte auf Fünen musst du sehen I reisereporter.de

Dänemark: Diese 5 Orte auf Fünen musst du sehen

Mehr als Hygge in den Hügeln: Die drittgrößte dänische Insel Fünen in der Ostsee hat weit mehr zu bieten als sehenswerte Natur und maritimes Flair. reisereporter Uwe hat sich umgesehen.

Im Nordosten von Fünen befindet sich Fyns Hoved – eine der schönsten Gegenden in ganz Dänemark. Auf der nicht einmal 3000 Quadratkilometer großen Insel in der Region Syddanmark gibt es aber noch viel mehr zu entdecken.
Im Nordosten von Fünen befindet sich Fyns Hoved – eine der schönsten Gegenden in ganz Dänemark. Auf der nicht einmal 3.000 Quadratkilometer großen Insel in der Region Syddanmark gibt es aber noch viel mehr zu entdecken.

Foto: Jesper Plambech/Visit Denmark

1. Die Märcheninsel

Den Beinamen Märcheninsel hat Fünen nicht allein wegen seiner verwunschen scheinenden Landschaften und der märchenhaften Landsitze und Schlösser. 1805 wurde in Odense Hans Christian Andersen, der bekannteste Schriftsteller und Autor Dänemarks, geboren. Märchen wie „Die kleine Meerjungfrau“ oder „Die Schneekönigin“ haben Andersen weltweit bekannt gemacht.

In seiner Heimatstadt sind sein Geburtshaus und ein Museum für den Ehrenbürger der Stadt zu sehen. Zu Lebzeiten übernachtete er häufig in Schlössern und Herrenhäusern auf der Insel, zu einigen soll er ein besonderes Verhältnis entwickelt haben. Sie haben ihn auch zu seinen Erzählungen inspiriert.

Ein Denkmal in Odense erinnert an den bekanntesten Bewohner der dänischen Insel Fünen: Schriftsteller Hans Christian Andersen.
Ein Denkmal in Odense erinnert an den bekanntesten Bewohner der dänischen Insel Fünen: Schriftsteller Hans Christian Andersen. Foto: Kim Wyon/Visit Denmark

Auf dem Hans-Christian-Andersen-Trail können Reisende auf seinen Spuren diese Orte besuchen. Jedes Jahr sind dem Schriftsteller auch viele Veranstaltungen gewidmet. Zum Beispiel die Hans-Christian-Andersen-Festspiele, bei denen immer eines der Märchen auf die Bühne des Freilichtmuseums Fünisches Dorf in Odense gebracht wird. Ihm ist außerdem ein Weihnachtsmarkt in der Altstadt der Inselhauptstadt gewidmet.

2. Gourmetrestaurants

Kulinarik und Wohlbefinden stehen auf Fünen im Mittelpunkt. Die vielen Gourmetrestaurants Fünens sind über die Grenzen der Insel hinaus bekannt. Vor allem lokalen Erzeugnissen widmen die Einheimischen großes Interesse. Bier, Wein, Schokolade und Honig sind sogar eigene kulinarische Routen zugeschrieben, die quer über die gesamte Insel verlaufen. In vielen kleineren Orten werden Märkte und teilweise beachtliche Foodfestivals veranstaltet.

In Sandborg (Svendborg), einer Hafenstadt im Süden der Insel, beispielsweise wird beim Kulinarisk Sydfyn jedes Jahr am letzten Juniwochenende die gesamte Innenstadt zu einer einzigen Genussmeile. Mehr als 150 Stände bieten Möglichkeiten zum Probieren, Genießen und Einkaufen.

Die Innenstadt der Hafenstadt Sandborg (Svendborg) im Süden von Fünen wird jedes Jahr am letzten Juniwochenende zur Genussmeile – beim Foodfestival Kulinarisk Sydfyn.
Die Innenstadt der Hafenstadt Sandborg (Svendborg) im Süden von Fünen wird jedes Jahr am letzten Juniwochenende zur Genussmeile – beim Foodfestival Kulinarisk Sydfyn. Foto: Andreas Einbock/Visit Denmark

Wem der Trubel auf dem Markt der Leckereien dann doch zu viel wird, der kann sich im beschaulichen Hafen von Sandborg eine kleine Auszeit nehmen oder von hier aus mit dem Ausflugsschiff zu einer gemütlichen Tour in den Fjord starten.

3. Radtour zum Frøbjerg Bavnehøj

Auch für Fahrradreisende und Familien bieten sich verschiedene Routen quer über die Insel an. Die leicht hügelige Landschaft – der Frøbjerg Bavnehøj ist mit 131 Metern die höchste Erhebung der Insel – bietet dafür die besten Voraussetzungen. Abseits der kulinarischen Touren sind viele weitere Wanderwege mit Übernachtungsmöglichkeiten mit und ohne Rad eingerichtet.

Die Landschaft mit ihren sanften Hügeln und kleinen Wäldchen lädt auch Fahrradreisende und Familien dazu ein, Fünen zu erkunden.
Die Landschaft mit ihren sanften Hügeln und kleinen Wäldchen lädt auch Fahrradreisende und Familien dazu ein, Fünen zu erkunden. Foto: Uwe Kranz

Und im besten Fall führt der Weg an einem märchenhaften Bed-and-Breakfast-Hotel vorbei, wie Gelskov Gods in der Nähe der Stadt Ringe, südlich von Odense. Antiquitätenhändler Heine Dahl Bratsch hat alle Zimmer seines herrschaftlichen Landsitzes mit seinen Sammlerstücken ausstaffiert – schlafen wie im vorletzten Jahrhundert, umringt von ausgestopften Tieren, antiken Möbeln und Musikinstrumenten sowie zahllosen Erinnerungsstücken aus irgendeinem Winkel der Erde.

Das passende Frühstück macht der Gastgeber selbst in der großen Küche des Anwesens. Und draußen, weitab größerer Straße und Siedlungen, gibt es vor allem Natur – und Ruhe. Der Modebegriff „Hygge“ für Behaglichkeit scheint auf der Insel erfunden worden zu sein.

4. Eisenbahnbrücke über den Lillebelt

Auf schmalen Gitterrosten 60 Meter über dem Meer können Besucher auf der Eisenbahnbrücke über den Lillebelt die Kraft der Elemente erleben oder die berauschende Aussicht genießen. Bridgewalking heißt das Erlebnis hoch über Seglern auf dem Meer sowie den Radfahrern, Fußgängern, Autos und Zügen auf der Fahrebene. Alle sieben Minuten fährt eine Bahn über die 800 Meter lange Brücke und lässt die Stahlträger erzittern.

Die Kletterer sind gut gesichert in Gruppen mit einem Führer unterwegs. Allerdings müssen alle losen Ausrüstungsgegenstände wie Taschen, Mobiltelefone und andere Kleinteile aus Sicherheitsgründen unten bleiben. Wer auf modischen Chic steht, muss ganz tapfer sein: Alle Kletterfans hüllen sich in graue Overalls, damit die Gruppe vor den gleichfarbigen Brückenträgern nicht zu sehr auffällt. Auch ein Sicherheitsaspekt, schließlich sollen die Autofahrer auf die Straße und nicht nach oben schauen.

Jederzeit gut gesichert: Beim Bridgewalking auf der Eisenbahnbrücke über den Lillebelt bieten sich spektakuläre Aussichten.
Jederzeit gut gesichert: Beim Bridgewalking auf der Eisenbahnbrücke über den Lillebelt bieten sich spektakuläre Aussichten. Foto: Uwe Kranz

Oben schweifen die Blicke bis fast nach Kolding und Odense. Wind und Sonne – und vielleicht die Aussicht auf ein paar Schweinswale – machen den mühsamen Aufstieg schnell vergessen.

5. Der Park von Schloss Egeskov

Gesang hallt durch den Park von Schloss Egeskov. Es ist Sankt-Hans-Aften, der Abend der Sonnenwendfeuer. Zu Hunderten sind Bewohner der Umgebung und Touristen an diesem Juniabend in den malerischen Garten gekommen, um hier zu picknicken – und um zu singen. Gemeinsam stimmen sie alle in den Gesang des Chores auf der Bühne mit ein und sorgen beim Schein des großen, lodernden Scheiterhaufens, auf dem eine Hexenpuppe verbrannt wird, für eine unvergleichliche Atmosphäre der Gemeinschaft.

Schloss Egeskov ist nicht nur eine sehenswerte Wasserburg sondern bietet auch eine Art skurrilen Freizeitpark.
Schloss Egeskov ist nicht nur eine sehenswerte Wasserburg sondern bietet auch eine Art skurrilen Freizeitpark. Foto: Egeskov Castle

Aber ein Besuch von Schloss Egeskov lohnt sich auch an anderen Tagen. Die Wasserburg ist auch eine Art skurriler Freizeitpark. Eine Technikausstellung mit Motorrädern, Autos und Kampfflugzeugen oder Exponate aus der Filmgeschichte locken Museumsfans – der Baumwipfelpfad, ein Irrgarten, Segway-Ritterturniere oder Opas klassische Stelzen sind eher etwas für Kinder oder Junggebliebene.

Eine rote Linie gibt es nicht, wie der Verwalter Henrik Neelmeyer zugibt. Man wolle hier möglichst vielen Besuchern etwas bieten. So gebietet es die gräfliche Familie, die das Schloss inmitten der Anlage noch immer bewohnt.

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