Bürgermeister von Lübeck legt sich mit Aida an

Aida-Kreuzfahrt: Bürgermeister legt sich mit Reederei an

Dreckig, schlechter Service, falsch abgerechnete Getränke – Jan Lindenau lässt kaum ein gutes Haar an seiner Reise mit der „Aidaprima“. Auf Facebook macht der Lübecker Bürgermeister seinem Ärger Luft.

Jan Lindenau vor der „Aidaprima“ von Aida im Hamburger Hafen.
Jan Lindenau, Bürgermeister von Lübeck, fand für seine Erlebnisse auf der „Aidaprima“ nur wenige gute Worte.

Foto: hfr, imago/Hoch Zwei Stock/Angerer (Fotomontage)

„Meine #AidaMomente auf der #AidaPrima und die anschließende Aida-Beschwerdebearbeitung haben nun endgültig dafür gesorgt, dass es wohl unsere letzte Fahrt mit Aida war“, so leitet der Lübecker Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) auf Facebook seine Schimpftirade über den Kreuzfahrtveranstalter ein. 

Zunächst findet der 39-Jährige noch positive Worte über seine einwöchige Kanaren-Kreuzfahrt mit Aida im April dieses Jahres: Spabereich und Bühnenprogramm seien „unschlagbar gut“ gewesen. Das war aber offenbar auch das Einzige, nach dieser Aussage folgt nur noch die Schilderung negativer Erlebnisse.

Aida-Passagier fand offenbar eine dreckige Kabine vor

Bei der Beschreibung der Hygienezustände in der Kabine läuft es einem beim Lesen kalt den Rücken herunter – er schreibt von „Haaren, Sonnenölflecken, fleckigem Teppichboden in der ganzen Kabine bis hin zu Schweiß- und Urinflecken unter den vermeintlich frischen Bettbezügen“. 

Ebenso sei der Mülleimer nicht geleert worden, sodass er die Reiseunterlagen (samt persönlicher Daten) der Vormieter gefunden habe, auch ein Schnuller unter dem Nachttisch sei wohl das Andenken früherer Gäste der Kabine. Dazu liefert er in seinen Facebook-Posts Bilder. 

Café Mare: Milchkaffee teurer in Rechnung als auf Karte

Und beim Kaffeetrinken im Café Mare an Bord seien der Familie statt der in der Speisekarte angegebenen 2,80 Euro für einen Milchkaffe 3 Euro in Rechnung gestellt worden. Das mag nur ein kleiner Unterschied sein, trug bei dem Politiker anscheinend aber nur noch mehr zum generellen Frust über Aida bei.

Antwortschreiben von Aida offenbar einfach von anderen Kunden kopiert

Noch an Bord beschwerte sich Lindenau, nach der Reise noch einmal, indem er einen Brief inklusive Fotos an die Rostocker Zentrale schrieb. Doch auch da reißen die Pannen nicht ab, in einem Antwortschreiben habe Aida ihn mit falschem Nachnamen angeschrieben – „wir heißen nämlich nicht Eheleute Göttlich“.

Die Reederei versprach Gutscheine über 50 Euro Bordguthaben pro Person, zusammen 100 Euro, dabei war die Familie mit drei Personen unterwegs. 

Viele Facebook-User äußern sich in den Kommentaren unter Lindenaus Post positiv darüber, dass „ihr“ Bürgermeister seinem Ärger so öffentlich Luft gemacht habe oder berichten von ähnlichen Erfahrungen.

Aida: „Wir hatten die Anliegen geprüft und eine gemeinsame Lösung gefunden“

Was sagt Aida zu Lindenaus Beschwerde? „Wir bei Aida geben täglich unser Bestes, damit sich unsere Gäste zu jeder Zeit ihrer Reise rundum wohl- und kompetent betreut fühlen, sowohl an Bord als auch an Land. Sollte es Anlass zur Kritik geben, so danken wir für jeden konstruktiven Hinweis und nehmen diesen ernst. Dabei ist uns jeder Gast natürlich gleich wichtig“, so Hansjörg Kunze, Vizepräsident der Reederei, gegenüber den „Lübecker Nachrichten“. 

„Wir hatten die Anliegen geprüft und eine gemeinsame Lösung gefunden, insofern waren wir über die aktuelle Äußerung, viele Wochen später, verwundert. Wir werden die nunmehr öffentlich auf Facebook vorgebrachten Hinweise selbstverständlich genau prüfen.“

Bürgermeister vermisst eine klare Entschuldigung der Reederei

Um Geld sei es ihm nicht gegangen, sagt Lindenau. Aber: „Ein Wort, das man sich als Kunde wünscht, wenn mal etwas schiefgehen sollte (was ja immer mal passieren kann), ist im Wortschatz bei Aida offensichtlich gestrichen: Entschuldigung.“

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