Fluggäste von Ryanair hatten in den vergangenen Monaten etliche Flugerlebnisse, die von Ausfällen, Ärger und Ausreden geprägt waren. Mehr als eine Million Passagiere in Europa wurden seit April mit verspäteten oder ausgefallenen Ryanair-Flügen konfrontiert. Da setzt diese Nachricht noch einen drauf:

Ryanair schickte im Juli Hunderte Schecks als Entschädigung für verspätete Flüge an Kunden. Die Schecks waren allerdings ungültig – weil die Unterschrift der Airline fehlte. Die Passagiere konnten die Schecks also nicht einlösen.

„Administrativer Fehler“ bei Ryanair: Ungültige Schecks als Entschädigung

Auf Twitter bestätigte die Billig-Airline, dass eine „winzige Anzahl von Schecks (weniger als 190 von mehr als 20.000 Entschädigungsschecks im Juli)“ ohne die benötigte Unterschrift ausgestellt worden seien: 

Als Ursache nennt das Unternehmen einen „administrativen Fehler“, der vermutlich bei dem Bestreben, die Schecks möglichst schnell den Passagieren zukommen zu lassen, entstanden sei. Die betroffenen Schecks seien in der vergangenen Woche neu ausgestellt worden. 

Ryanair-Schecks wurden nicht für Verspätungen durch Streiks ausgestellt

Es handele sich um Entschädigungsschecks gemäß der EU261-Verordnung für Verspätungen, die in der Verantwortung der Fluggesellschaft lagen. Die Streikwelle, durch die Hunderttausende Passagiere in den vergangenen Wochen von Flugausfällen und Verspätungen betroffen waren, sieht die Airline stattdessen nicht in ihrer Verantwortung – und will deshalb betroffenen Fluggästen keine Entschädigungen zahlen. Das Fluggastrechteportal „Flightright“ klagt dagegen.

Dazu, in welchen Ländern Passagiere betroffen seien, äußerte sich der Ryanair-Sprecher auf Nachfrage des reisereporters nicht.

Banken weigern sich, die ungültigen Schecks von Ryanair einzulösen

Die „BBC“ sprach mit einem Passagier, der im Juni geschäftlich mit Ryanair von Spanien nach England geflogen war. Die Maschine war allerdings an einem anderen Flughafen als geplant gelandet, wodurch dem Mann Taxikosten in Höhe von 440 Pfund (etwa 490 Euro) entstanden seien. Als er den Scheck über die Summe von der Airline erhielt, habe die Unterschrift gefehlt – und seine Bank wollte ihn nicht einlösen. 

Fehlerhafte Schecks machen Ryanair zum Twitter-Gespött

Für einige Twitter-Nutzer ist das eine neue Steilvorlage, dass von Pannen geplagte Unternehmen mal wieder aufs Korn zu nehmen.

Dominic Walker schreibt etwa: „Anscheinend musst du bei Ryanair Extragebühren zahlen, wenn du den Scheck für deine Entschädigung auch unterschrieben haben möchtest.“