Flixtrain klagt gegen die Deutsche Bahn – das steckt dahinter

Flixtrain klagt gegen die Bahn – das steckt dahinter

Der grüne Flixtrain ist seit März dieses Jahres unterwegs – die Deutsche Bahn hat damit Konkurrenz bekommen. Und jetzt auch Zoff vor Gericht, denn Flixtrain hat Klage gegen den Schienenriesen eingereicht.

Der grüne Zug fährt seit März 2018, jetzt verklagt Flixtrain die Deutsche Bahn.
Der grüne Zug fährt seit März 2018, jetzt verklagt Flixtrain die Deutsche Bahn.

Foto: imago/STPP

Mindestens einmal pro Tag fährt Flixtrain auf den Strecken Stuttgart–Berlin und Köln–Hamburg – und das für Preise ab 9,99 Euro. Damit positioniert sich das Unternehmen als wesentlich günstiger als die Deutsche Bahn, die in Deutschland noch immer den Schienenverkehr dominiert. 

Jetzt sieht die Bahn sich aber nicht nur mit günstiger Konkurrenz, sondern auch mit einer Klage konfrontiert: Die Unternehmen Flixtrain und Flixmobility, zu dem auch Flixbus gehört, klagen gegen den DB-Vertrieb. Was wirft der Fernbusriese dem Schienenriesen vor?

1. Vorwurf: Keine Preisanzeige für Flixtrain-Angebote

Zum einen gehe es um Suchanfragen. Das Start-up Flixmobilty fühlt sich in der Suchmaske der Deutschen Bahn nicht angemessen dargestellt. Der Vorwurf: unlauterer Wettbewerb beim Webauftritt. Unter anderem werde Kunden derzeit für Flixtrain-Angebote kein Preis auf bahn.de angezeigt.

So werden aktuell Flixtrain-Angebote auf bahn.de angezeigt.
So werden aktuell Flixtrain-Angebote auf bahn.de angezeigt. Foto: bahn.de (Screenshot)

Stattdessen sei eine Zeit lang „keine Sparangebote verfügbar“ angezeigt worden. Diese Aussage sei absolut irreführend, erklärt eine Pressesprecherin auf reisereporter-Nachfrage.

2. Vorwurf: Kein Buchungshinweis

Probleme gebe es in der Suchmaske auch, da Kunden momentan nicht angezeigt würde, wo das Flixtrain-Ticket gebucht werden kann. Lediglich der Attributstext verweise auf einen Link, dieser sei aber kaum auffindbar. 

Bahn.de ist gesetzlich dazu verpflichtet, alle Reiseoptionen auf der Schiene aufzuzeigen.

André Schwämmlein, Mitgründer von Flixbus

„Bahn.de ist die zentrale Auskunftsplattform für Kunden und gesetzlich dazu verpflichtet, alle Reiseoptionen auf der Schiene aufzuzeigen“, erklärt Flixbus-Gründer André Schwämmlein. Für den Nahverkehr funktioniere dies bereits, im Fernverkehr werde das durch die Deutsche Bahn jedoch verhindert.

Um einen klar sichtbaren Buchungshinweis zu geben, müsste laut eigener Aussage der Deutschen Bahn eine Vertriebspartnerschaft eingegangen werden. Derzeit sehe die Bahn aber anscheinend keinen verkehrlichen oder vertrieblichen Mehrwert darin, mit Flixtrain zu kooperieren, obwohl, wie die Sprecherin betont, das Flixtrain-Angebot teilweise schneller als gelistete Angebote der Bahn sei. 

3. Vorwurf: Falsche Fahrpläne

Immer wieder würden sich außerdem Fehler in der Kommunikation über ausgefallene Flixtrain-Verbindungen oder Gleisänderungen einschleichen. Obwohl der Betreiber die korrekten Fahrpläne an den DB-Vertrieb übermittle, sei jüngst beispielsweise am Dienstag eine Fahrt gelistet worden, die Flixtrain gar nicht betreibe. 

Kunden würden außerdem von Fällen berichten, in denen Gleiswechsel von Flixtrain-Zügen fälschlicherweise als ausgefallene Züge kommuniziert wurden, zuletzt Ende Juli in Berlin

Deutsche Bahn wird zum zweiten Mal von Flixtrain verklagt

Es ist bereits die zweite Klage, die Flixtrain gegen die Deutsche Bahn einreicht. Bereits im Juli leitete das Start-up aufgrund der lückenhaften Abbildung von Flixtrain auf bahn.de rechtliche Schritte ein. Diese seien auch in Zukunft nicht ausgeschlossen: „Sollten wir keine wirtschaftlich zu betreibenden Vorschläge für die Flixtrain-Trassen 2019 von der DB-Netz erhalten, werden wir auch hier weitere rechtliche Schritte in Betracht ziehen“, so Schwämmlein.

Flixtrain fährt das gleiche Prinzip wie Flixbus. Das Unternehmen besitzt keine eigenen Züge, sondern vermittelt Passagiere gegen gut 25 Prozent Provision an Subunternehmen. Flixtrain betreibt dafür die Website und organisiert Werbekampagnen oder den Ticketverkauf, die Partnerunternehmer kümmern sich um Lokführer und Züge. 

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