Delfin-Shows und Co.: Diese Tier-Attraktionen sollten Urlauber meiden

Diese 5 Tier-Attraktionen solltest du im Urlaub meiden

Mit Delfinen schwimmen oder auf Elefanten reiten – das sind nur zwei Momente, von denen viele Reisende träumen. Aber sollte das Vergnügen der Menschen wirklich auf Kosten der Tiere gehen?

Eine Orca-Shows in den Seaworld-Parks: Tierschutzrechlich okay oder nicht? Tierschützer raten vom Besuch ab und Thomas Cook hat die Shows aus dem Progamm genommen.
Eine Orca-Shows in den Seaworld-Parks: Tierschutzrechlich okay oder nicht? Tierschützer raten vom Besuch ab und Thomas Cook hat die Shows aus dem Progamm genommen.

Foto: imago/ZUMA Press

Was Urlauber sehen: Die Aussicht auf das funkelnde Mittelmeer vom Eselrücken genießen und ganz ohne Anstrengung den Weg vom Hafen zur Inselhauptstadt bezwingen.

Was Tierschützer sehen: Völlig entkräftete Tiere, die oft stundenlang ohne ausreichend Wasser und Pausen im Schatten übergewichtige Touristen schleppen müssen, bis sie wortwörtlich umfallen. 

Zugegeben, ganz so schwarz-weiß sieht die Situation nicht aus. Immerhin werden sich immer mehr Touristen bewusst, was Tier-Attraktionen wie das oben beschriebene Eselsreiten für die Tiere bedeuten, und entscheiden sich bewusst gegen diese Aktivitäten. 

Tierschützer fordern Touristen auf, Tier-Attraktionen zu boykottieren

Trotzdem gibt es noch viel zu viele Menschen, denen ihr eigenes Vergnügen offenbar wichtiger als das Wohl der Tiere ist – oder die schlicht nicht darüber nachdenken. Tourismus auf Kosten der Tiere, dafür gibt es viele Beispiele. So wurde ein Eisbär, der seinen Lebensraum verteidigte und ein Kreuzfahrt-Crewmitglied angriff, erschossen. Urlauber heben Seesterne aus dem Wasser, um mit ihnen für Urlaubsselfies zu posieren – das sichere Todesurteil für die Tiere.

Doch nicht nur in freier Wildbahn – auch in Zoos oder Aquarien leiden Tiere, um Menschen Vergnügen zu bereiten. Eine Studie zeigte etwa, wie sehr es Koalas stresst, wenn sie von Menschen auf den Arm genommen werden. 

Damit du ein bisschen besser einschätzen kannst, welche Tier-Attraktionen du im Urlaub nach Meinung von Tierschutzorganisationen nicht besuchen solltest, bietet der reisereporter dir hier einen kleinen Überblick: 

1. Mit Delfinen schwimmen 

Organisationen wie Peta oder die Gesellschaft zur Rettung der Delfine (GRD) machen Urlauber darauf aufmerksam, wie stressig es für die intelligenten Meeressäuger ist, wenn sie mit aufdringlichen Touristen konfrontiert werden. Dabei mache es keinen großen Unterschied, ob die Tiere in Gefangenschaft oder freier Wildbahn leben.

Denn auch im Meer würden die Tiere bei Touristentouren oft von Booten umzingelt werden. Wer in Ägypten, der Karibik oder in anderen Ländern, in denen Delfinschwimmen angeboten wird, Urlaub macht, sollte solche Angebote deshalb gar nicht erst buchen. 

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Wer das Glück hat, die majestätischen Tiere in freier Wildbahn zu erleben, sollte den Tieren nicht aktiv zu nahe kommen oder sie mit dem Boot verfolgen.

Wenn Delfine aber von sich aus in den Wellen deines Bootes spielen oder beim Tauchen in deine Nähe kommen, kannst du deinen Kurs einfach beibehalten, beziehungsweise ruhig bleiben und die besondere Begegnung genießen. Wichtig sei aber, dass die Annäherung von den Tieren ausgehe, betonen die Organisationen.

2. Aquarien oder Marine-Parks besuchen 

In eine ähnliche Richtung geht der Aufruf von Peta, keine Aquarien oder Delfinarien zu besuchen. Ein Zeichen hat kürzlich Reiseveranstalter Thomas Cook gesetzt und Seaworld aus dem Programm genommen. Seaworld ist nur ein Beispiel für Einrichtungen, in denen Orcas und andere Meeressäuger in viel zu kleinen Betonbecken endlose Kreise ziehen müssen. 

Die GRD berichtet, die Orientierung über Echolot würde in den Becken nicht funktionieren und das Chlor, das oft zur Reinigung des Wassers eingesetzt würde, reize die Delfinhaut. Zudem hätten Delfine, die bis zu 100 Kilometer pro Tag schwimmen könnten, in Becken, die oft nur wenige Meter lang, tief und breit sind, viel zu wenig „Auslauf“.

3. Auf Eseln, Kamelen oder Elefanten reiten

Ob in ThailandIndien oder anderen asiatischen oder auch afrikanischen Ländern: Ein Ritt auf dem Elefantenrücken ist bei vielen Touristen nach wie vor extrem beliebt. Was viele aber nicht wissen: Oftmals werden die Tiere von klein auf mit spitzen Haken malträtiert oder tagelang angebunden, um gefügig gemacht zu werden.

Peta warnt deshalb Urlauber, die auf Elefanten reiten, dass es sich dabei um schwer misshandelte Tiere handele. Zudem bestehe beim Reiten auf Elefanten im Urlaub eine Infektionsgefahr für Menschen.

Ähnliches gelte für das Eselreiten, das besonders auf den griechischen Inseln nach wie vor Tradition hat, sowie das Kamelreiten. Die Tiere würden oftmals nicht ausreichend versorgt und müssten bis zur Erschöpfung Touristen durch die Gegend schleppen. Das stundenlange Tragen von unpassenden Sätteln füge den Tieren außerdem teils blutige Wunden zu.

4. Stierkämpfe anschauen

In Spanien, Frankreich und einigen Ländern Lateinamerikas werden noch immer Stiere bei Kämpfen unter dem Deckmantel der Tradition zu Tode gequält. Peta listet den Besuch von Stierkämpfen im Urlaub deshalb unter den Attraktionen, die Touristen wegen Tierquälerei meiden sollten.

Die meisten Arenen seien zudem auf die Einnahmen durch Touristen angewiesen, um zu überleben. Deine Entscheidung gegen einen Besuch in einer Tierkampfarena macht im Zweifel also einen wirklichen Unterschied. 

5. Mit Pferdekutschen fahren

In einer Pferdekutsche durch die Stadt traben, das Klackern der Hufe auf Asphalt oder Kopfsteinpflaster hören und in diesem gemächlichen Tempo die Umgebung auf dich wirken lassen – was könnte romantischer sein? Die Antwort ist: So einiges. Besonders für die Tiere.

Denn viele Pferde, die für Touristenkutschfahrten genutzt werden, sind nicht für das Ziehen einer so schweren Last gemacht. Sie werden oft für mehrere Stunden am Stück vorgespannt, müssen große Hitze oder bittere Kälte aushalten. Zudem seien die Abgase des Straßenverkehrs schädlich für die Gesundheit der Tiere, so Peta.

In Städten wie ParisLondonBarcelona und Montreal (ab Dezember 2019) wurden Pferdekutschen deshalb bereits verboten. Auch in Berlin sind seit Anfang dieses Jahres am Brandenburger Tor keine Kutschen mehr erlaubt. In Barcelona kommt diese Entscheidung, nachdem dort im vergangenen Jahr ein Kutschpferd zusammengebrochen und gestorben war.

Was Urlauber außerdem fürs Tierwohl tun können

Einfach in Zukunft (oder weiterhin) keine Tier-Attraktionen mehr zu besuchen reicht dir nicht? Folgende Tipps können außerdem dazu beitragen, dass solche Aktivitäten zukünftig nicht mehr angeboten werden: 

  • Teile bei Pauschalreisen dem Veranstalter mit, dass du bei gegebenenfalls eingeplanten Exkursionen, die Tieren schaden könnten, aus Rücksicht auf das Tierwohl nicht teilnehmen kannst.
  • Bitte Reisebüros oder -veranstalter, solche Programmpunkte nicht mehr anzubieten.
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