Mag sein, dass Olympia einen Großteil zur schlechten Wirtschaftslage Griechenlands beigetragen hat. Mag sein, dass viele Olympiaflächen ungenutzt brachliegen. Aber eines haben die Spiele der Stadt gebracht: Sie ist seither schön wie nie zuvor.

Akropolis – ein Denkmal für die Ewigkeit

Schon in den 80ern hatte die berühmte Schauspielerin Melina Mercouri, die damals griechische Kultusministerin war, die Vision, Athen verkehrstechnisch zu beruhigen. Ausgeführt wurden die gigantischen städtebaulichen Veränderungen aber erst mit Olympia.

Es entstanden eine neue Ringautobahn, neue U-Bahn-Linien, der Großflughafen bei Spata. Mit der Straßenbahn kann man heute vom zentralen Syntagma-Platz bis in den Küstenvorort Voula fahren. Die Altstadt ist eine große Fußgängerzone geworden.

Das 2009 erbaute Akropolis-Museum am Fuße des Burgbergs ist ein Prachtbau aus Glas und Beton. Rund fünf Millionen Menschen besuchen jährlich das lichtdurchflutete Gebäude. Hier ist der dorische Tempel der Stadtgöttin Athena, der Parthenon, im Verhältnis 1 : 1 nachempfunden worden. 

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Schauen die Besucher nach draußen, erblicken sie die Architektur des Tempels auf der Akropolis. Innen sind die Reliefs und Giebelfiguren, die einst den Tempel schmückten, ausgestellt. Wer nach dem Kunstgenuss eine Pause braucht, kann im Restaurant auf der Dachterrasse des Museums das Panorama genießen. „Jeden Freitag kann man bis Mitternacht hier oben essen und trinken – das nutzen auch die Einheimischen“, erzählt Stadtführerin Johanna Kolyvanou.

Uns bleibt dafür keine Zeit, wir wollen auf die Akropolis. Mit Reisegruppen aus aller Welt und griechischen Schulklassen besteigen wir den Burgberg. Steile Stufen führen hinauf zu den Propyläen, dem imposanten Eingangstor der Akropolis. Dann öffnet sich der Blick auf den Parthenon und das Erechtheion mit seinen Karyatiden, den Frauenstatuen, die statt der Säulen das Gebälk tragen.

Hier hat sich die Athener Demokratie unter Perikles im 5. Jahrhundert vor Christus ein Denkmal für die Ewigkeit gesetzt. Noch heute, 2.500 Jahre nach dem goldenen Jahrhundert Athens, lässt sich die einstige Pracht erahnen. Von hier oben hast du einen Wahnsinns-Blick über die ganze Stadt.

Keine Spur von Krise in Athens Altstadt

Weiter geht’s über die antike Agora zum Altstadtviertel Plaka. Kleine Häuser aus dem 19. Jahrhundert schmiegen sich in gewundenen Gassen an den Burgberg. Rund um die archäologischen Sehenswürdigkeiten laden Tavernen und Cafés zum Ausruhen ein.

Besonders schön sitzt es sich an der Adrianou-Straße mit Sicht auf die Stoa des Attalos oder rund um die römische Agora mit Blick auf den Turm der Winde, der einst als die exakteste Uhr Athens galt. Die Lokale sind gut besucht, auch viele Athener verbringen hier ein paar entspannte Stunden. Von der Krise im Land ist nichts zu spüren.

Ein Schmuckverkäufer widerspricht leise. Man merke, dass die Leute das Geld zusammenhalten müssen, erzählt der Libanese Raid, der seit 15 Jahren in Athen lebt und hier seinen Schmuck traditionell von Hand fertigt und verkauft.

Von der Plaka geht’s direkt zum Flohmarkt in Monastiraki. Hier reiht sich ein Geschäft ans andere. Von Sandalen über Backgammon-Spiele bis hin zu allerlei Keramik kann man alles kaufen, was das Touristenherz begehrt. Wer kein passendes Mitbringsel findet, geht ins moderne Shoppingareal der Stadt. Vom Monastiraki-Platz führt die Einkaufsstraße Ermou bis zum Syntagma-Platz. In der Straße sind viele schicke Schuh- und Bekleidungsgeschäfte. 

Nur ein geschlossenes Geschäft über die gesamte Länge der fast einen Kilometer langen Straße ist zu entdecken. Leerstand? Fehlanzeige! Auch hier ist nichts von Krise zu spüren. Wer es edler und teurer mag, überquert den Syntagma-Platz und biegt links in den Stadtteil Kolonaki ein. Rund um den Kolonaki-Platz finden sich viele Designergeschäfte und Cafés. Hier und in Glyfada an der Küste trifft sich die Athener Schickeria.

Thermalsee, Tempel – und danach Taverne

Wir verlassen die Stadt und fahren die Küstenstraße entlang der Athener Riviera bis zur südlichen Spitze Attikas, dem Kap Sounion. Besonders schön ist die Bucht von Vouliagmeni, die etwa auf halber Höhe zwischen Athen und Kap Sounion liegt. Der von Pinien und Palmen umgebene Strand wurde auch 2014 mit der Blauen Flagge – dem Gütesiegel für hervorragende Strand- und Wasserqualität – ausgezeichnet.  

Ein Highlight des Ortes Vouliagmeni ist der ganzjährig zwischen 21 und 29 Grad Celsius warme Thermalsee. Warme Quellen speisen den See, der idyllisch von hohen Felswänden umrahmt ist. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang stehen wir am Poseidontempel auf dem 60 Meter aus dem Meer ragenden Kap Sounion.

Die Sehenswürdigkeit Poseidon-Tempel

Hier haben die Athener im 5. Jahrhundert vor Christus dem Meeresgott Poseidon einen eindrucksvollen Marmortempel errichtet. Noch heute stehen viele Säulen aufrecht und bieten dem Besucher eine romantische Kulisse für das tägliche Naturspektakel, die orangerot im Meer versinkende Sonne.