Sie schließen genüsslich die Augen, dem Mund entweicht ein Seufzer, der Rest des Körpers ist nahezu erschlafft: Diese jungen Menschen sind zum Höhepunkt gekommen. Nein, nicht was du denkst! Zum Höhepunkt ihrer Reise, nämlich nach Vilnius. 

Kampagne macht buchstäblich Lust auf Litauen

Zumindest, wenn es nach dieser neuen Tourismuskampgane geht. Die sieht die Hauptstadt Litauens nämlich als G-Punkt Europas nach dem Motto: „Keiner weiß, wo er ist, aber wenn du ihn findest – ist das großartig.“

Seit dem 9. August ist die Kampagne online. Die oben beschriebenen Youtube-Videos sind nur ein Bestandteil, mit dem Reisenden Lust auf Vilnius gemacht werden soll. Wie es scheint, wortwörtlich:

Auf der offiziellen Website geht das eindeutige Spiel mit den Zweideutigkeiten weiter: Du kannst deine eigene „Lust-Karte“ erstellen oder das „Vorspiel“ einfach überspringen und dich gleich durch die Vorzüge von Vilnius scrollen.

Polarisierende Werbung – kurz vor dem Papstbesuch

Die Aktion löst aber nicht bei allen zügellöse Begeisterung aus: Kritiker stellen das Timing der Kampagne infrage. Die kommt nämlich nur wenige Wochen, bevor Papst Franziskus das Baltikum bereist. Seine Reise beginnt am 22. September – in Litauen.

Wie der „Independent“ berichtet, kritisieren einheimische Prister, die Kampagne würde Frauen für Werbung sexualisieren (die Homepage der Website ziert eine Frau, die offensichtlich erregt an die Stelle der Europakarte greift, an der Vilnius liegt) und ein falsches Bild auf ihr Land werfen.

Entworfen wurde die Kampagne von Werbestudenten, die damit Vilnius als alternatives Reiseziel für Städtereisen bekannt machen möchten. Die Idee dahinter sei, dass viele Urlauber noch nie von der Stadt gehört hätten, sich aber Hals über Kopf in Vilnius verliebt hätten, wenn sie zum ersten Mal da gewesen seien.