Seit rund zehn Tagen kämpfen die Menschen im südindischen Kerala mit den Folgen von schweren Überschwemmungen und Erdrutschen. Zehntausende sind auf der Flucht, mindestens 160 Menschen kamen ums Leben. Seit Mai sind es bereits insgesamt 250. Die Regenfälle und Überflutungen sind so heftig wie seit fast 100 Jahren nicht mehr.

Das Auswärtige Amt rät aufgrund der Lage von nicht unbedingt erforderlichen Reisen in die von Fluten betroffenen Landesteile von Kerala ab. Der Staat ist auch bei deutschen Touristen besonders wegen ihrer Nationalparks und Ayurveda-Resorts beliebt.

Überschwemmungen in Indien: „Nie da gewesenes Flutchaos“

„Unser Staat befindet sich mitten in einem nie da gewesenen Flutchaos“, schrieb Keralas Regierungschef Pinarayi Vijayan. Er rief die Bevölkerung zu Vorsicht auf: In 13 Distrikten herrsche Alarmstufe Rot, und man rechne mit weiteren heftigen Regenfällen.

Mehr als 160 Menschen sollen bislang bei den Überschwemmungen in Kerala ums Leben gekommen sein. (Symbolbild)
Mehr als 160 Menschen sollen bislang bei den Überschwemmungen in Kerala ums Leben gekommen sein. (Symbolbild) Foto: imago/Xinhua

Nach Angaben des Regierungssprechers seien Helfer mit mehreren Hundert Booten und Dutzenden Hubschraubern im Einsatz. Viele Menschen wurden aus gefährdeten Gebieten evakuiert und zu Sammelstellen und Notunterkünften gebracht. Darunter sind auch Dutzende Touristen. 

Überflutungen in Indien: Kann ich meine Reise stornieren?

Der internationale Flughafen in der bei Touristen beliebten Stadt Kochi ist wegen der Überflutungen bis zum 26. August geschlossen. Flüge werden nach Trivandrum umgeleitet. Ebenso wurde der Zugverkehr eingestellt.

Du hast eine Reise geplant und fragst dich, ob du stornieren kannst? Eine Kündigung wegen unvermeidbarer außergewöhnlicher Umstände ist nur dann gerechtfertigt, wenn die Reise konkret beeinträchtigt ist, so Reiserechtsanwalt Paul Degott.

Das sei zum Beispiel der Fall, wenn die Infrastruktur im Überflutungsgebiet zerstört sei und viele Gebäude betroffen seien. Sprich: Wenn die Reise genau in die Überschwemmungsregion führt, dann kann der Vertrag zum Beispiel über eine Pauschalreise gekündigt werden. Das müsse immer im Einzelfall geklärt werden, so Degott.