Brücken in Europa: Die schlimmsten Einstürze der letzten Jahre

Brücken in Europa: Die schlimmsten Einstürze

Schockierende Bilder der eingestürzten Autobahnbrücke in Genua gehen derzeit durch die Medien. Es ist aber nicht der einzige Brückeneinsturz, der unseren Kontinent in diesem Jahrhundert erschütterte.

1987 stürzte eine Brücke auf die A1 bei Dortmund, NRW, Deutschland.
In Deutschland stürzte in den Achtzigern eine Brücke auf die A1 bei Dortmund. Welche Brückeneinstürze geschahen in der jüngeren Vergangenheit in Europa? (Symbolfoto)

Foto: imago/Sven Simon

Der Brückeneinsturz in Genua wirft mehrere Fragen auf: Wie sieht der Zustand der Brücken in Deutschland aus? Und ist dieses Unglück ein Einzelfall? Hier lautet die Antwort: Nein. Innerhalb der letzten Jahre kam es immer wieder zu verheerenden Brückeneinstürzen in Europa – auch in Italien.

Die schlimmsten Brückeneinstürze der vergangenen 18 Jahre

Bereits im März des vergangenen Jahres musste Italien den Einsturz einer Straßenbrücke beklagen. Diese krachte damals während Instandhaltungsarbeiten auf die Autostrada 14 in Camerano. Zwei Menschen kamen ums Leben, fünf wurden verletzt. 

Im Oktober 2016 war eine Brücke bei Lecco auf eine Schnellstraße Richtung Mailand gestürzt, weil ein Schwerlastzug mit mehr als 100 Tonnen Gewicht die Brücke überquerte. Hierbei wurden fünf Menschen verletzt, einer starb.

Zusammen mit dem jetzigen Fall katapultiert das Italien an die Spitze der europäischen Länder mit den meisten eingestürzten Brücken seit Beginn des 21. Jahrhunderts.

Brückeneinstürze in Tschechien

Der jüngste Brückeneinsturz in Europa vor dem aktuellsten in Genua ereignete sich Ende vergangenen Jahres in Tschechien. In Prag stürzte die Trojská lávka, eine Fußgängerbrücke zwischen der Kaiserinsel und dem Stadtteil Troja, ein, dabei wurden vier Menschen verletzt. Sie war besonders von Zoobesuchern genutzt worden. 

Ebenfalls in Tschechien führte im August 2008 der Einsturz einer Straßenbrücke bei Studénka zu dem größten Eisenbahnunfall der tschechischen und tschechoslowakischen Geschichte, weil ein Zug in die eingestürzte Straßenüberführung krachte. Dabei wurden 64 Menschen verletzt, acht kamen ums Leben. 

Auch in Spanien stürzte bereits eine Autobahnbrücke ein

Der Vorfall in Genau ist aber nicht der erste in Europa, bei dem eine Autobahnbrücke einstürzte: Im November 2005 krachte in der spanischen Provinz Granada ein 60 Meter langer Brückenabschnitt etwa 50 Meter in die Tiefe. Die Ursache für den Bauunfall bei Almuñécar ist noch unklar, sechs Menschen wurden verletzt und drei Personen starben.

Brückenunglück in Portugal riss einen Reisebus und einen Pkw in den Rio Duero

Eines der größten europäischen Brückenunglücke ereignete sich Anfang des Jahrtausends in Portugal: Am 4. März 2001 war die Ponte Hintze Ribeiro bei Castelo de Paiva eingestürzt. Die mehr als 100 Jahre alte Brücke war der Befahrung durch Lkw und Autos nicht gewachsen und galt seit Längerem als einsturzgefährdet, immer wieder protestierten Anwohner. 

Beim Einsturz erlitt die Brücke Totalschaden, ein Reisebus und mehrere Autos stürzten in den Rio Duero. Die Zahl der Toten ist nicht bekannt, verletzt wurden etwa 77 Personen.

Alle hier genannten Vorfälle basieren auf einer Katastrophendatenbank der Seite „Brückenweb“.

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