Dubai: Frau trinkt Wein im Emirates-Flieger – jetzt droht ihr Haft

Frau trinkt Wein im Emirates-Flieger – jetzt droht Knast

Sie sitzt auf unbestimmte Zeit in Dubai fest: Ein Mutter, die beim Emirates-Flug ein Glas kostenlosen Wein trank, ist verhaftet worden und muss wegen Trunkenheit in der Öffentlichkeit vor Gericht.

Die Fluggesellschaft Emirates aus Dubai stellt ihr neues Interior der Flugzeuge erstmals in Hamburg vor.
Zum Flugzeugessen einen Vino? Solltest du dir bei deinem nächsten Flug nach Dubai zweimal überlegen. (Symbolfoto)

Foto: imago/Andre Lenthe

Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren – dieses Sprichwort gilt nicht in Dubai. Denn in den Vereinigten Arabischen Emiraten drohen zum Teil hohe Strafen für Alkoholkonsum. Zwar ist er nicht generell verboten, wohl aber, in der Öffentlichkeit betrunken unterwegs zu sein. 

Schuld war ein Glas Wein: Britin in Dubai verhaftet

Dieses Gesetz wurde einer Britin kürzlich zum Verhängnis: Zusammen mit ihrer Tochter flog Ellie H. von England nach Dubai. An Bord der Emirates-Maschine genehmigte sie sich ein Glas Wein – schließlich war der im Preis für das Flugticket inklusive.

Bei Ankunft in Dubai wurde dem Mutter-Tochter-Gespann aber die Einreise verweigert. Ihr Visum sei abgelaufen und sie müsse umgehend zurück nach London fliegen. Weil sie sich und ihrer Tochter aber nicht direkt wieder einen achtstündigen Flug zumuten wollte, wehrte Ellie sich gegen diese Aufforderung. 

Drei Tage U-Haft – wegen 0,4 Promille

Im Laufe des Wortgefechts fragte einer der Einreisebeamten, ob Ellie getrunken habe. Der „Sun“ zufolge erwiderte die Zahnärztin darauf, sie habe ein Glas Wein während des Fluges getrunken, das ihr von den Emirates-Mitarbeitern kostenlos angeboten worden sei.

Drei Tage mussten Ellie und ihre Tochter Bibi daraufhin in einer Untersuchungszelle am Flughafen verbringen, Handy und Reisepässe wurden konfisziert. Ein Blutalkoholtest ergab 0,4 Promille – ein Wert, mit dem Ellie in England noch Auto fahren dürfte. In Dubai war das anscheinend Beweis dafür, dass sie betrunken war.

Ehemann kann Tochter mit nach England nehmen

Zu Hause in Kent machte Ellies Mann Gary sich derweil große Sorgen. Immerhin hatte er seit dem Abflug nichts mehr von seiner Familie gehört. Nachdem er von der Verhaftung seiner Frau und seiner Tochter erfuhr, brachte er seine anderen beiden Kinder bei Verwandten unter und flog sofort nach Dubai. 

Dort wurde Ellie auf Kaution freigelassen. Sie muss aber im Land bleiben, bis ihr Fall abgeschlossen ist – und das könne nach Auskunft der Behörden durchaus ein Jahr dauern. Tochter Bibi konnte mit ihrem Mann nach Hause fliegen. 

Insgesamt 30.000 Pfund (umgerechnet fast 33.600 Euro) an Anwaltskosten, Ausgaben und verpassten Einnahmen aufgrund ihrer geschlossenen Zahnarztpraxis hat die Aktion Ellie bislang gekostet. Und jeder Tag, an dem sie nicht arbeitet, kostet sie mehr. Sie warte bei Freunden in Dubai auf den Ausgang ihres Falls.

Update: Die Frau ist zurück in England – und alles war ganz anders

Die Klage wurde inzwischen fallengelassen, Ellie H. ist zurück bei ihrer Familie in England. Nur Stunden zuvor äußerten sich die Behörden aus Dubai erstmals zu dem Fall – und erzählen eine gänzlich andere Geschichte: Die Mutter habe versucht, mit einem abgelaufenen schwedischen Pass einzureisen, präsentierte danach einen iranisches Pass. Mit dem hätte sie aber nur ein Kurzzeit-Visum bekommen.

In einem Statement erklärt Dubais Generalstaatsanwalt Esam Issa Al Humaidan: „Sie beleidigte die Grenzbeamten und machte mit ihrem Handy Fotos von ihnen.“ Deshalb wurde eine Klage wegen Obszönität und Fotografierens von Grenzbeamten in einem Sperrgebiet erhoben – und eben nicht wegen des getrunkenen Glases Weins.  Das berichtet inzwischen die „Daily Mail“.

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