Es sieht aus, als wäre sie gesprengt worden: Große Teile einer vierspurigen Autobahnbrücke in Genua sind heute Mittag ohne Vorwarnung in sich zusammengebrochen. Mindestens 40 Menschen starben.

Die Morandi-Brücke, die Polcevera-Viadukt genannt wird, steht mitten in der italienischen Hafenstadt, führt unter anderem über ein Wohngebiet, Gleisanlagen und ein Gewerbegebiet. Sie soll in mehr als 40 Metern Höhe auf einem Stück von bis zu 200 Metern eingestürzt sein.

Video: Hier stürzt die Autobahnbrücke in Genua ein

Die Tageszeitung „La Repubblica“ berichtet, dass insgesamt 38 Fahrzeuge mit den Trümmern in die Tiefe gerissen wurden – 35 Pkw und drei Lkw.

Die Feuerwehr berge „zahlreiche Personen“ aus den Trümmern, darunter mindestens 22 Tote. Mindestens 13 Menschen seien verletzt worden.

Unglücksursache: War ein Blitzeinschlag schuld?

Wie genau es zu dem Unglück kommen konnte, ist noch unklar. Der Einsturz habe sich während eines heftigen Unwetters ereignet, teilte die Polizei auf Twitter mit.

Zeugen sagen, sie hätten einen Blitzeinschlag bemerkt. „Es war kurz nach 11.30 Uhr, als wir sahen, wie der Blitz die Brücke traf – danach fiel sie zusammen“, sagte Zeuge Pietro M. „La Repubblica“. Auch der deutsche Meteorologe Jörg Kachelmann twittert darüber:

Nach ersten Angaben der Feuerwehr ist offenbar zuerst einer der Brückenpfeiler an der Via Fillak zusammengebrochen. Luftaufnahmen zeigen das Ausmaß der Katastrophe:

An der Unglücksbrücke in Genua fanden Sanierungsarbeiten statt

Fakt ist aber auch: Die Brücke war sanierungsbedürftig, erst vor wenigen Monaten schrieb Der Betreiber Autostrade Arbeiten zur Sanierung des Viadukts im Umfang von 20 Millionen Euro aus. Derzeit liefen Arbeiten, um das Fundament der Fahrbahn zu verstärken.

Das Viadukt ist rund 50 Jahre alt, es wurde zwischen 1962 und 1967 von der „Società Italiana per Condotte d'Acqua“ gebaut. 

Italiens Verkehrsminister spricht von „entsetzlicher Tragödie“

Der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli meldet sich auf Twitter zu Wort. Er spricht von einer „schrecklichen Tragödie“. Er stehe in engem Kontakt mit dem Autostrade. 

Autobahn A10 gesperrt – das sind die Ausweichstrecken

Die Autobahnbücke, das Polcevera-Viadukt, liegt am Ende der A7 und ist der Beginn der A10 (international: E80) von Genua nach Ventimiglia und Nizza. 

Die Autobahn wurde auf der Strecke zwischen der Kreuzung A7 Mailand-Genua und Genua-Flughafen in beiden Richtungen gesperrt. Der reisereporter erklärt in einer Übersicht, wie Autofahrer die Unglücksstelle weiträumig umfahren können.