Schutz für die Ozeane: Neuseeland verbannt Plastiktüten ab 2019

Schutz für die Ozeane: Neuseeland verbannt Plastiktüten

Jeder Neuseeländer verbraucht jährlich 150 Plastiktüten, aufs Land gerechnet sind es 750 Millionen – die meisten landen nach der Verwendung im Meer. Jetzt zieht Neuseeland die Reißleine und verbietet die Tüten.

Ein Großteil der Plastiktüten, die wir verbrauchen, wird nicht recycelt und landet irgendwann im Meer. (Symbolfoto)
Ein Großteil der Plastiktüten, die wir verbrauchen, wird nicht recycelt und landet irgendwann im Meer. (Symbolfoto)

Foto: imago/Bild13

Plastiktüten werden oft nur einmal benutzt. Arglos weggeworfen, verschmutzen sie unsere Umwelt dann jahrzehntelang. Denn von den weltweit pro Jahr verbrauchten fünf Billionen (!) Plastiktüten landet ein Großteil im Meer.

Dort dauert es bis zu 20 Jahre, bis ein Beutel vollständig verrottet ist. Die schockierenden Bilder von Stränden, an denen tonnenweise Plastiküberreste angeschwemmt werden, häufen sich.

Länder wie Ruanda, Bangladesch und Kenia haben die Reißleine teils schon vor Jahren gezogen und die Tüten verboten. Als erstes Land in Amerika verbannt Chile demnächst die Tüten, zumindest aus dem Einzelhandel. 

Jeder Neuseeländer verbraucht 150 Plastiktüten pro Jahr

In Neuseeland verwendet jeder Einwohner durchschnittlich 150 Plastiktüten pro Jahr. Doch viele wünschen sich, dass sie verboten werden, 65.000 Neuseeländer haben daher eine Petition unterschrieben. Jetzt reagiert die Regierung – Premierministerin Jacinda Ardern kündigt an: „Wir schaffen Einweg-Plastiktüten ab.“

Ein Grund dafür sei, dass in dem Land jährlich mehr als 750 Millionen Tüten verbraucht werden – „und das hat einen riesigen Einfluss auf unsere Umwelt“, so Ardern. Nach einer sechsmonatigen Testphase soll das Verbot 2019 in Kraft treten.

Bei Beach-Clean-ups sind Einweg-Plastiktüten unter den fünf am häufigsten gefundenen Dingen, sagt Umweltministerin Eugenie Sage. „Weniger als 10 Prozent der Plastiktüten werden recycelt, der Rest landet in der Natur.“

Die Regierung findet deutliche Worte: „Wenn wir heute nicht handeln, geben wir das Problem einfach an zukünftige Generationen weiter. Das ist nicht fair.“ Und: „Niemand von uns möchte unsere Küsten und Ozeane mit Plastik übersät sehen.“

Im Jahr 2050 könnte mehr Plastik als Fische im Meer schwimmen

Wissenschaftler schätzen, dass heute mehr als 150 Millionen Tonnen Plastik in den Weltmeeren vorhanden sind. Wenn sich nichts ändert, könnte bis zum Jahr 2050 mehr Plastik als Fische in den Ozeanen schwimmen. 

Die Vereinten Nationen wollen deshalb bis 2022 erreichen, dass Einwegplastik komplett aus dem Handel verschwindet. Mehr als 60 Länder hätten bereits Schritte unternommen, um Plastikmüll zu verhindern oder zumindest zu reduzieren, so Neuseelands Regierung.

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