Auf Klo in Indonesien: Begegnung mit der Po-Pistole

Auf Klo in Indonesien: Begegnung mit der Po-Pistole

Andere Länder – andere Klos… Während meines ersten Indonesien-Urlaubs gaben mir die stillen Örtchen echte Rätsel auf. Wie du Po-Pistole und Co. benutzt, ohne dich zu blamieren, erkläre ich dir hier.

Kein Klopapier, keine Spülung, nur ein Eimer und eine Kelle: Willkommen auf den Klos Indonesiens.
Kein Klopapier, keine Spülung, nur ein Eimer und eine Kelle: Willkommen auf den Klos Indonesiens.

Foto: Justus Wildhagen

An meinem ersten Tag komme ich erst mitten in der Nacht in meinem Hostel im Süden von Westjava (Indonesien) an. Am Tisch sitzen noch einige wenige Gäste, hinter ihnen die einzige Toilette des Hauses.

Bei mir stand nach der langen Reise eine dringende „Nummer 2“ an, und nach einer knappen Begrüßung in die Runde betrat ich den komplett gefliesten Raum in der Bambushütte.

Meine erste Begegnung mit der Po-Pistole

Was mich da erwartete, stellte mich allerdings vor eine Herausforderung: Die Kloschüssel sah zwar wie gewohnt aus, aber Klopapier war weit und breit nicht zu sehen. Stattdessen hing da dieser Schlauch. Mit einer Spritzpistole an der Wand. Die Bum-Gun, die Po-Pistole.

Dieses Gerät ist dazu gedacht, dir nach dem Geschäft den Allerwertesten sauber zu spritzen.

Indonesischer Klassiker: Die Po-Pistole an der Wand neben der Kloschüssel.
Indonesischer Klassiker: Die Po-Pistole an der Wand neben der Kloschüssel. Foto: Justus Wildhagen

Gehört hatte ich davon schon vor meiner Reise. Wie man die Po-Pistole benutzt, wusste ich hingegen nicht. Letztendlich traf ich ganz offensichtlich im völlig falschen Winkel, das Wasser spritzte mir auf die komplette Hose und ich kam klitschnass aus der Toilette – ganz zur Freude der anderen Gäste, die sich vor Lachen kaum noch an ihren Bieren festhalten konnten. Welcome to Indonesia!

Damit dir diese Blamage erspart bleibt, erkläre ich dir, wie ich in den nächsten Wochen zum Profi an der Bum-Gun, dem Wassereimer und der Kelle geworden bin. Wenn das mal keine pragmatische Reisevorbereitung ist, oder?

Für „Nummer 2“ machst du dich nackig

„Nummer 1“ geht, zumindest als Mann, problemlos im Stehen, dafür brauchst du keine Wasserpistole. Die Empfehlung für Frauen: Nimm dir einfach ein bisschen Klopapier oder ein Tempo mit, damit du die Bum-Gun umgehen kannst. Wichtig: Das Papier darfst du in der Regel nicht ins Klo werfen!

Bei „Nummer 2“ wird es aber komplizierter. Denn hier kommst du auf den meisten Klos in Südjava nicht um die Po-Pistole herum. Und das bedeutet für dich ein kleines bisschen Vorbereitung: Nimm dir ein Stück Seife mit und denk an ein Handtuch oder ein paar Stück Klopapier, mit denen du dich am Ende abtrocknen kannst.

Wenn es dann losgeht, zieh dir vor deinem großen Geschäft auf jeden Fall die Hose aus – erst recht, wenn du keine „westliche“ Toilette vorfindest, sondern nur ein Loch im Boden, über dem du in die Hocke gehen musst.

Nachdem du dich erleichtert hast, nimmst du dann die Po-Pistole aus der Halterung an der Wand, platzierst sie hinter deinem Hinterteil und betätigst den Auslöser. Achte dabei darauf, dass der Winkel nicht zu flach ist und das Wasser nicht an deinem Po vorbei und vor dich auf den Boden schießt. Leicht von oben zu spritzen klappt meiner Meinung nach am besten.

Jetzt lernst du deinen Po richtig kennen

Mit ein paar Spritzern aus der Pistole ist es aber in der Regel nicht getan. Vor allem dann nicht, wenn der Wasserdruck mal wieder im Keller ist. Dann musst du, wohl oder übel, deine andere Hand als Klopapierersatz benutzen.

Das ist natürlich ungewohnt und für den ein oder anderen mit Sicherheit eklig – aber genau dafür hast du ja das Stück Seife dabei. Nach ein paar Wochen könntest du deinen Hintern dann wohl blind unter Tausend anderen ertasten.

Wenn du dich sauber fühlst, kannst du mit deinem mitgebrachten Papier oder Handtuch dein Hinterteil abtrocknen, damit du nicht nass in deine Hose steigen musst. Danach wäschst du dir mit der Seife gründlich die Hände und voilà, fertig ist der Klogang in Indonesien.

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Auf meiner Reise von West- nach Ostjava habe ich allerdings oft nicht einmal eine Po-Pistole auf der Toilette vorgefunden. Stattdessen stand da ein Wassereimer mit einer Schöpfkelle unter dem Wasserhahn. Das Prinzip bleibt dasselbe – nur, dass du vorher Wasser in den Eimer füllen musst.

Mit der Kelle schöpfst du dann Wasser aus dem Eimer und lässt es dir von hinten auf den Po laufen. Die von der Evolution geschaffene natürliche Ablaufrinne, auch Poritze genannt, zeigt dem Wasser dabei ganz automatisch den richtigen Weg.

Wassereimer und Kelle statt Klopapier und Spülung.
Wassereimer und Kelle statt Klopapier und Spülung. Foto: Justus Wildhagen
Häufig besitzen diese Toiletten dann auch keine Spülung, also nimmst du den Eimer und schüttest Wasser hinterher. Kleiner Tipp: Versuch, das Wasser mit Schwung aus dem Eimer an das linke oder rechte hintere Ende der Schüssel zu kippen. Dadurch erzeugst du einen Strudel und imitierst eine „echte“ Klospülung ziemlich gut.

Und das war’s schon! Mit ein bisschen Überwindung, der richtigen Vorbereitung (und vor allem dem korrekten Winkel!) ist diese Art des Toilettengangs auf jeden Fall deutlich sauberer als unser Klopapiergewische, und Ressourcen sparst du dabei auch noch.

In diesem Sinne: Gutes Geschäft!

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