Seit fast 1000 Jahren wird unter dem neugotischen Dach der Markthalle Fisch verkauft – doch jetzt droht dem Markt das Aus. Und schuld daran: Overtourism.

Es kaufe kaum jemand mehr etwas, wird ein Händler in der Tageszeitung „Die Presse“ zitiert. Touristen würden die Auslage zwar fotografieren und Selfies machen, aber weder sie noch die Einwohner würden den Fisch oder das ebenfalls angebotene Obst und Gemüse kaufen.

Bald werde man die Händler als Statisten bezahlen müssen, so der Fischverkäufer. Das Gedränge der Fotojäger sei schließlich groß. 

Der Fischmarkt nahe der Rialtobrücke ist zu einem beliebten Fotomotiv von Touristen geworden. Sie drängeln sich oft vor der Auslage, kaufen aber nichts.
Der Fischmarkt nahe der Rialtobrücke ist zu einem beliebten Fotomotiv von Touristen geworden. Sie drängeln sich oft vor der Auslage, kaufen aber nichts. Foto: imago stock&people

Grund sei zudem die geringer werdende Einwohnerzahl der Stadt: In Venedig leben nur noch knapp 55.000 Menschen. Auch die Konkurrenz der Großhändler macht den kleinen Standbetreibern zu schaffen.

Sie klagen über mangelnde Unterstützung seitens der Institutionen, die Kosten für den Erhalt der Stände und der Steuerdruck würden zunehmend wachsen, heißt es. 

Die Lagunenstadt muss täglich einen Ansturm von bis zu 130.000 Touristen ertragen. Zwischenzeitig wurde ein Notfallplan entworfen, der im Fall eines Kollaps greifen soll