Mega-Ausstand: Deutsche Ryanair-Piloten streiken am Freitag

Ryanair-Pilotenstreik am Freitag: 250 Flüge gestrichen

Das wird der größte Streik in der Ryanair-Geschichte: Die Vereinigung Cockpit hat am Mittwoch alle deutschen Piloten der Billig-Airline zu einem Streik am Freitag aufgerufen – mitten in der Ferienzeit!

Ryanair-Flugzeug steht vorm Flughafen in Stuttgart.
Alle Ryanair-Flüge von und nach Deutschland können von dem Streik am Freitag betroffen sein.

Foto: imago/Arnulf Hettrich

Von Freitagmorgen, 3.01 Uhr, bis Samstagmorgen, 2.59 Uhr, legen die deutschen Ryanair-Piloten ihre Arbeit nieder. Nachdem in einer Urabstimmung über den Mantel- und den Vergütungstarifvertrag die Ryanair-Piloten für einen Streik gestimmt hatten, wurde mit dem Schlimmsten gerechnet. Am Mittwoch bestätigte die Pilotenvereinigung Cockpit: Der Streik kommt.

24-stündiger Ryanair-Streik in Deutschland am Freitag

Alle bei Ryanair fest angestellten Piloten sind am 10. August zum Streik aufgerufen  – für viele deutsche Bundesländer mitten in der Ferienzeit. Dabei werden 250 von mehr als 2.400 Flügen von und nach Deutschland gestrichen, wie Ryanair mitteilt. Damit handelt es sich um den größten Pilotenstreik in Ryanair-Geschichte.

Ryanair „schuld an der Eskalation“

Die Forderungen der Vereinigung Cockpit an Ryanair würden sich auf Verbesserungen der Vergütungs- und Arbeitsbedingungen beziehen, so Cockpit-Präsident Martin Locher. In den Verhandlungen habe Ryanair aber jedwede Personalkostensteigerung ausgeschlossen. Lösungsvorschläge seien keine unterbreitet worden, deshalb trage Ryanair die Verantwortung für die „nun eingetretene Eskalation“. 

Ist dein Ryanair-Flug vom Streik betroffen? 

Auf Twitter teilte die Airline mit, alle betroffenen Passagiere bis 15 Uhr nachmittags per Mail oder SMS zu informieren. Sie sollen auf andere Ryanair-Flüge umgebucht werden oder den Ticketpreis erstattet bekommen:

Flugausfall durch Streik: Das sind deine Rechte

Die Fluggastrechte schreiben genau vor, welche Pflichten Fluggesellschaften im Fall von Streiks haben. Demnach muss Ryanair wartende Passagiere angemessen betreuen. Außerdem kannst du den Ticketpreis zurückfordern, wenn der Flug ausfällt oder mehr als fünf Stunden verspätet ist. Bei einer Annullierung kannst du auf einer alternativen Beförderung, beispielsweise einen anderen Flug oder Zug, bestehen. 

Und: Je nach Flugstrecke können Passagiere außerdem ein Recht auf Entschädigungszahlungen zwischen 250 und 600 Euro haben. Das besagt die neue EU-Fluggastrechteverordnung.

Ryanair schrieb in der jüngsten Vergangenheit allerdings damit Schlagzeilen, bei Streiks keine Entschädigung zahlen zu wollen, da es sich um einen außergewöhnlichen Umstand handele. Ein Gerichtsurteil von April sieht Streiks jedoch nicht als außergewöhnlichen Umstand an, wenn sie hausgemacht sind.

In einer Mitteilung entschuldigt sich Ryanair bei den betroffenen Passagieren für den „unnötigen Streik und die bedauerliche Störung“.

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