Es war eine harte Nacht für die Gäste und Mitarbeiter des Macdonald Monchique Resort and Spas: Kurz nach Mitternacht mussten sie das Fünf-Sterne-Hotel räumen. Eines der Feuer, die seit vier Tagen an der Algarve toben, hatte sich in der Nacht zu Montag in Richtung des Resorts ausgebreitet und war auf 1,5 Kilometer herangekommen. 

Ein Sprecher des Hotels sagte gegenüber „express.co.uk“, die Entscheidung sei in Abstimmung mit der Feuerwehr und den lokalen Behörden getroffen worden. Gäste und Mitarbeiter seien zu zwei anderen Hotels gebracht worden.

Waldbrände in Portugal wüten seit vier Tagen

Die Waldbrände sind am Freitag ausgebrochen, nachdem die Temperaturen in Teilen des Landes 46 Grad erreicht hatten. Die Umgebung um die Kleinstadt Monchique ist besonders betroffen. Rund 1.000 Feuerwehrhelfer sind derzeit im Einsatz, um die Häuser der knapp 5.000 Bewohner vor den Flammen zu schützen. 

Feuerwehr an der Algarve hat die Waldbrände kaum unter Kontrolle

Am Montagnachmittag seien allerdings nur 95 Prozent der Brände unter Kontrolle gewesen, Wind und hohe Temperaturen fachen die Feuer immer neu an, außerdem erschwere das hügelige Terrain die Löscharbeiten.

Die portugiesische Zeitung „Globo“ berichtet von 25 Verletzten. Mehrere Anwohner wurden gezwungen, ihre Häuser zu verlassen, und auch immer mehr Hotels müssen schließen – ohne absehen zu können, wann die Feuer unter Kontrolle sind und die Unterkünfte wieder genutzt werden können.

Waldgesetz soll Waldbrandrisiko in Zukunft minimieren

Bisher sind die Waldbrände in Portugal weniger verheerend als die im vergangenen Jahr, die mehr als 100 Tote forderten und infolgedessen der Etat für die Feuerwehr aufgestockt wurde. Dennoch kritisieren Umweltschützer, dass immer mehr leicht entflammbare Eukalyptusbäume angepflanzt werden, da sie für Waldbesitzer aufgrund der großen Papierindustrie lukrativer seien. Durch ein neues Waldgesetz soll es in Portugal zukünftig aber wieder weniger Eukalyptusbäume geben.