Straßenverkäufer-Verbot in Bangkok: Die Khao San Road ist menschenleer

Leere Khao San Road: Bangkok begrenzt Straßenhandel

Seit Anfang August darf nur noch zwischen 18 und 24 Uhr auf der berühmten Backpacker-Straße verkauft werden. Die Händler fürchten, dass bald die Touristen ausbleiben – erste Fotos zeigen leere Straßen.

Polizisten in Bangkok fordern Straßenverkäufer auf, ihre Stände auf der Khao San Road zu räumen.
Polizisten in Bangkok fordern Straßenverkäufer auf, ihre Stände auf der Khao San Road zu räumen.

Foto: imago/ZUMA Press/Sean Edison

Lange waren die Essens- und Verkaufsstände in den Straßen von Bangkok ein Streitpunkt. Jetzt hat die Stadtverwaltung die Verkäufer in ihre Schranken gewiesen – wortwörtlich: Nur noch in einem kleinen Bereich und nur in den Abendstunden dürfen sie ihre Waren oder Dienstleistungen in der Khao San Road an Touristen verkaufen. Das berichtet die „Bangkok Post“. 

Dadurch soll in der berüchtigten Backpacker-Straße wieder Ordnung geschaffen und der Bürgersteig den Fußgängern zurückgegeben werden. Außerdem könnte es bestimmte Bereiche nur für Essen, Kleidung oder Massagen geben, eine Straßenseite soll als Rettungsgasse frei bleiben.

Khao San Road in Bangkok soll Nachtmarkt werden

Doch am vergangenen Mittwoch, als die neue Regelung in Kraft treten sollte, widersetzten sich etwa 70 Prozent der Verkäufer den Anordnungen und bauten ihre Stände auch tagsüber auf. Wie „The Nation“ berichtet, drohte die Regierung daraufhin Strafen von bis zu 2.000 Baht (umgerechnet etwa 52 Euro) für die Betreiber unrechtmäßig aufgebauter Stände an. 

Die Verkäufer fürchten aber, dass durch die neue Regelung nicht mehr genug Platz für die insgesamt mehr als 200 Stände sein wird. Nutcha Aree, die seit mehr als 14 Jahren auf der Khao San handelt, erzählt gegenüber „The Nation“: „Die Zonen und das Verbot tagsüber könnten das Image und den Handel beeinflussen.“ Zudem würde der Charme und die Vielfalt der Straße unter den Maßnahmen leiden.

Bleiben der Khao San Road die Touristen weg?

Am Tag darauf war die Straße wie leer gefegt: Keine Verkaufsstände mehr – aber auch keine Touristen. Noch bis zum heutigen Montag wollen die Straßenhändler ihre Stände gar nicht mehr aufbauen, weder tagsüber noch abends, wenn es ihnen eigentlich erlaubt wäre.

Bis heute will die Stadtverwaltung nämlich zu einer Einigung mit der Polizei kommen, die sich geweigert hat, die Straße in den Abendstunden für den Verkehr zu sperren, um den Straßenmarkt in einen Nachtmarkt zu verwandeln.

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