Das schwarze Gold von Pizzo ist so groß wie ein Tennisball und schmeckt extrem lecker. Nach Vanilleeis, das eine nussige Füllung umhüllt und außen von Kakao bedeckt ist.

Tartufo nero heißt die kalte Köstlichkeit, für die Pizzo berühmt ist. Anlässlich eines Besuchs des Königs von Italien erfanden findige Einwohner im 19. Jahrhundert das Tartufoeis.

Wahnsinnig lecker: Tartufo-Eis in Pizzo.
Wahnsinnig lecker: Tartufo-Eis in Pizzo. Foto: Susann Adam

Wer heute nach Pizzo kommt, der hat die Qual der Wahl. Nicht nur auf der zentralen Piazza werben zahlreiche Lokale um Besucher.

Allerdings kommt nicht immer das in die Schale, was vollmundig versprochen wurde: Immer häufiger bekommen die Gäste Industrieeis vorgesetzt, und dies unterscheidet sich erheblich vom handgemachten.

Die Eisspezialität Tartufo nero gibt es in verschiedenen Varianten

In der Bar Dante sorgt Chefin Barbara Scuticchio mit ihrem Team dafür, dass ihre Besucher die traditionelle Köstlichkeit genießen können. Die Auswahl ist groß, neben Tartufo nero gibt es unter anderem die weiße Variante oder die mit verschiedenen Früchten.

Nach der kalorienreichen Leckerei bietet sich ein Spaziergang durch das kleine und reizvolle Stadtzentrum an.

Typisch italienisch: die engen Straßenzüge in Pizzo.
Typisch italienisch: die engen Straßenzüge in Pizzo. Foto: Susann Adam

An dessen Rand ragt das Kastell auf, in dem Napoleons Bruder gefangen gehalten und hingerichtet wurde. Heute bieten sich von hier atemberaubende Ausblicke auf die Küste und vor allem das Meer.

Kalabriens Küste liegt an zwei Meeren: dem Ionischen und dem Tyrrhenischen

Willkommen in Kalabrien, der Region, die die Stiefelspitze Italiens bildet und noch nicht ganz im touristischen Fokus angekommen ist. Lang und schmal zieht sich das Land in Richtung Sizilien, im Landesinneren türmen sich Gebirge auf, die im Winter zum Skifahren einladen.

Die rund 780 km Küstenlinie verteilen sich auf zwei Meere: das Ionische im Süden und das Tyrrhenische im Norden. Kalabrien, das ist ein oft ursprünglicher und vor allem betörend schöner Landstrich, dessen Highlight unbestritten die Götterküste, die Costa Degli Dei, zwischen Pizzo und Nicotera darstellt.

Per Busshuttle kommen Sonnenanbeter bequem an die traumhaften Strände.

Vom internationalen Flughafen Lamezia Terme steuern die meisten Touristen die Hotels entlang dieses Streifens an. Hier ist die Infrastruktur wesentlich besser als zum Beispiel an der ionischen Küste Kalabriens.

Massentourismus gibt es auch hier jedoch nicht. Die Hotels fügen sich in die hügelige Landschaft ein, und nicht alle finden Platz in Strandnähe. Per Busshuttle kommen die Sonnenanbeter bequem von ihren Unterkünften an die traumhaften Strände wie Riace, Tono, Groticelle oder Santa Maria.

In den Buchten Kalabriens gibt es weder Hotelburgen noch hoffnungslos überfüllte Strände.
In den Buchten Kalabriens gibt es weder Hotelburgen noch hoffnungslos überfüllte Strände. Foto: Susann Adam

Platz ist genug vorhanden in diesen Buchten, und angesichts des türkisblauen und glasklaren Meeres kommt fast ein bisschen Karibikfeeling auf. Nicht umsonst zählen die Strände der Götterküste zu den schönsten Italiens. Schnorcheln, tauchen, mit einem Boot rausfahren – es gibt viele Möglichkeiten, im und auf dem Wasser aktiv zu sein.

Mit dem Mietwagen die Gegend zu erkunden ist ein Abenteuer

Auch wenn die Strände zum Faulsein verlocken – den gesamten Urlaub auf einer Liege zu verbringen ist in Kalabrien viel zu schade. Es gibt viele Möglichkeiten, unterwegs zu sein: Bei gebuchten Bustouren, mit der Bahn oder dem Mietauto.

Letzteres bietet die größte Flexibilität, ist jedoch auch eine spannende Angelegenheit. Die Straßen sind oft schmal, Ausschilderungen nicht die Regel. Trotzdem lohnt es sich, unterwegs zu sein, denn zu sehen gibt es viel.

Das beste Fortbewegungsmittel in den engen Gassen: eine Ape.
Das beste Fortbewegungsmittel in den engen Gassen: eine Ape. Foto: Susann Adam

Reggio di Calabria ist die größte Stadt der Region und lockt mit einer drei Kilometer langen und neu gestalteten Shoppingmeile und einer schönen Uferpromenade – Sizilien in Sichtweite.

Ganz anders dagegen Serra San Bruno, das Kartäuserkloster auf 800 Metern Höhe, wo der Besucher Ruhe und angenehme Temperaturen im Wald vorfindet. Gerace auf der ionischen Seite zählt zu den schönsten Dörfern Italiens, ebenso wie Scilla, das Zentrum der Schwertfischfischerei, an der Straße von Messina.

Schwertfischfänger unterwegs vor Scilla.
Schwertfischfänger unterwegs vor Scilla. Foto: Susann Adam

Als eine Perle wird Tropea bezeichnet, der Hauptort der Götterküste. Völlig zu Recht, denn die Besucher dieses aufgeweckten Städtchens können durch stimmungsvolle Gassen flanieren, alte Paläste bewundern, nach Herzenslust shoppen und schlemmen und direkt unterhalb des historischen Zentrums baden gehen.

Zwiebeln, Salami, Käse und Eis: Kalabrien hat viele kulinarische Spezialitäten

Bekannt ist Tropea auch für die rote Zwiebel, die nur in dieser Gegend wächst und sehr mild im Geschmack ist. Ob rote Zwiebeln, Tartufoeis, Pecorinokäse vom Monte Poro oder die scharfe Salami im Glas, N’duja – Kalabrien ist auch ein Tipp für Genießer.

Rote Zwiebeln, die Spezialität aus Tropea.
Rote Zwiebeln, die Spezialität aus Tropea. Foto: Susann Adam

Wie wäre es also, nach einem ereignisreichen Tag einen Picknickkorb zu packen und am schönsten Punkt der Götterküste, dem Belvedere Nord am Capo Vaticano, einen der spektakulären Sonnenuntergänge zu genießen?

Wenn das Licht milder wird und die Temperaturen sinken, rückt der Star der Szenerie ins Blickfeld: der Stromboli, einer der aktiven Vulkane Europas.

Sonnenuntergang mit Sicht auf den Vulkan Stromboli.
Sonnenuntergang mit Sicht auf den Vulkan Stromboli. Foto: Susann Adam

Und wenn hier die Sonne im Meer versinkt neben dem rauchenden Stromboli, ist das die Krönung eines Urlaubs.