Chile ist das erste Land Südamerikas, das im Kampf gegen die Umweltverschmutzung Plastiktüten verbietet. Der Präsident des Landes, Sebastián Piñera, verkündete das Verbot bei einer Zeremonie in der Innenstadt von Santiago.

Der Schritt sei nur ein erster in Richtung eines saubereren Chiles, zitiert die Santiago Times Pinera. Das Land solle sich von einer Wegwerfkultur zu einer gesunden Kultur des Recyclings wandeln. 

Plastikverbot in Chile: Umsetzung dauert bis zu 24 Monate

Große Ketten haben ein halbes Jahr Zeit, Plastiktüten zu verbannen – bis dahin sind sie auf höchstens zwei Tüten pro Person beschränkt. Kleinere Geschäfte haben zwei Jahre Zeit.

Danach drohen für das Land erhebliche Strafen von bis zu 370 US-Dollar. Ausgenommen von dem Verbot sind Plastiktüten, die aus Gründen der Hygiene oder zum Erhalt von Lebensmitteln notwendig sind. 

Chilenen nutzen 200 Tüten im Jahr

Die Produktion einer handelsüblichen Plastiktüte dauert eine Minute, benutzt wird sie 15 bis 30 Minuten, bis sie abgebaut ist, sind es ganze 400 Jahre, so die Zeitung. 200 Tüten benutze jeder Chilene im Durchschnitt pro Jahr.