Ronald Kley bietet seit dem Sommer 2015 zusammen mit seiner Frau Sandra von Mai bis Oktober geführte Paddelausflüge durch den Stadthafen an. „Am Wasser hat alles begonnen, hier entstanden die ersten Siedlungen“, erklärt der 37-Jährige. „Vom Fluss aus ist viel Stadtgeschichte erkennbar.“

Edda Tessmer aus Zierow bei Wismar hat eine solche Tour gebucht. „Wir wissen nicht viel über Rostock, da bietet sich eine Führung an. Und paddeln wollten wir auch einmal ausprobieren“, sagt die 57-Jährige. Begleitet wird sie von ihrem Mann Rolf sowie Sohn Reiner und dessen Verlobter Alexandra Sieg aus Wuppertal. „Ich saß noch nie in einem Kajak“, sagt die Nordrhein-Westfälin. Skeptisch betrachtet sie das schmale Kunststoff-Boot. „Das sieht wackelig aus und macht mich nervös.“

Vom Petriviertel zum Fischereihafen

Bevor es aufs Wasser geht, erhält die Familie eine Einweisung, bei der Guide Kley den Gästen die Sicherheitsvorkehrungen, dazu gehört das Tragen einer Rettungsweste, erklärt und zeigt, wie das Sportgerät funktioniert. „Die Zweier-Kajaks sind stabil und kippen nicht um“, versichert er. „Derjenige, der vorn sitzt, bestimmt den Rhythmus, der Hintermann ist für die Steuerung zuständig. Ihr müsst die Paddel synchron eintauchen.“

 

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In gemächlichem Tempo legen die Teams schließlich die ersten Meter der etwa sechs Kilometer langen Tour zurück. Sie führt vom Petriviertel entlang des Stadtteils Gehlsdorf zum Fischereihafen und zurück. An markanten historischen Punkten trifft sich die Gruppe.

Erster Stopp nach wenigen Metern: Der Stadtführer zeigt zur Petrikirche. „Das ist die älteste Kirche Rostocks. Ausgehend von den ersten Siedlungen im Petriviertel hat sich die Stadt entwickelt“, erklärt Kley. Er taucht das Paddel ins Wasser einund steuert auf die nächste Station zu.

Größte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern

Im Hafen angekommen erfahren die Wassersportler, dass Rostock 1218 das Lübische Stadtrecht erhalten hat und dass der Name auf das slawische „Roz Tok“ zurückgeht. Das bedeutet so viel wie „auseinanderfließender Fluss.“ Auch über die Zeit der Hanse spricht der Tourleiter.

Die heute mit mehr als 200.000 Einwohnern größte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns war Mitglied in der mächtigsten Handelsvereinigung nordischer Kaufleute. „Besonders unser Bier und Fisch waren beliebte Handelsgüter“, erklärt der Rostocker. Die Tour führt an der „Stephan Jantzen“ vorbei. Darüber, wer Eigentümer des ehemaligen Eisbrechers der DDR ist, darüber wird derzeit noch gerichtlich gestritten.

Nach knapp zwei Stunden geht es zurück zum Ausgangspunkt. „Ronald hat uns Dinge erzählt, die nicht in jedem Stadtführer stehen", sagt Edda Tessmer.

Treffpunkt: Am Haargraben, 18055 Rostock | Telefon: 01 76 / 62 00 11 32 | Tour-Zeiten: Mai - Oktober täglich
10 und 14 Uhr | Dauer: zwei Stunden | Preise: Erwachsene 19 Euro, Kinder (bis 14 Jahre) 15 Euro