„reisereporter 2018“-Tagebuch: Auf Städtereise in Cluj-Napoca

„reisereporter 2018“-Tagebuch: Bye bye, Cluj-Napoca!

Gemeinsam mit TUI haben wir die „reisereporter 2018“ gesucht, Jane und Julia aus Kiel sicherten sich Platz 2. Nach einer Kreuzfahrt steht für sie jetzt eine Städtereise nach Cluj-Napoca in Rumänien an.

Julia & Jane
Nach dem Untold-Festival mussten Jane und Julia erstmal viiieeel Kaffee trinken zum Wachwerden.
Nach dem Untold-Festival mussten Jane und Julia erstmal viiieeel Kaffee trinken zum Wach werden.

Foto: Menzel

Gerade erst sind Jane und Julia wieder von Bord der neuen „Mein Schiff 1“ gegangen, mit der sie eine Kreuzfahrt von Kiel nach Sankt Petersburg machen durften, da geht es für unsere „reisereporter 2018“ schon wieder auf die nächste Reise. Ihr Ziel diesmal: Cluj-Napoca im Nordwesten Rumäniens.

Noch nie davon gehört? Dann solltest du unbedingt das Reistagebuch unserer beiden zweitplatzierten „reisereporter 2018“ verfolgen. Für sie gab es das Reisepaket 2, dass sie jetzt zu unserem „reisereporter Top Place“ Cluj-Napoca führt. Und hier berichten sie dir täglich von ihren Erlebnissen in der rumänischen Studentenstadt.

>> Kurzsteckbrief Cluj-Napoca

  • Zweitgrößte Stadt Rumäniens (nach Bukarest)
  • Einwohner: 325.000
  • Fläche: 180 Quadratkilometer
  • Währung: rumänischer Leu (1 Euro = 4,62 Leu)
  • Beste Reisezeit: Juni bis September
Zwei Pärchen entdecken als „reisereporter 2018“ die Welt.
Zwei Pärchen entdecken als „reisereporter 2018“ die Welt. Foto: TUI; reisereporter; freepik.com

„reisereporter 2018“-Tagebuch aus Cluj-Napoca

Tag 1: Ein herzlicher Empfang in Cluj

Cluj-Napoca – kann man das essen? Um ehrlich zu sein, hatte ich vorher noch nie etwas von der zweitgrößten Stadt Rumäniens gehört. Ich wusste überhaupt nicht, was mich erwartet und hatte die unterschiedlichsten Bilder im Kopf, als ich mich heute Morgen auf den Weg zum Flughafen machte – leider erst einmal allein, ohne Flamingos und ohne Julia.

Das bedeutete: Kein meckerndes Gummitier, das sich über die unzumutbaren Umstände in der Economy-Class beschwerte und auch kein blonder Haarschopf neben mir, der mich mit den neusten Sprichwort-Kreationen zum Lachen brachte. Fast schon gespenstisch diese Ruhe. Wie es dazu kam?

Jane in Cluj-Napoca: Die erste Erkundungstour unternahm sie alleine.
Jane in Cluj-Napoca: Die erste Erkundungstour unternahm sie alleine. Foto: Menzel

Die Flamingos schippern gerade irgendwo auf einem Kreuzfahrtschiff in der Karibik herum. Genauere Informationen wollten uns die Herrschaften leider nicht zukommen lassen, zu groß sei die Gefahr, dass wir uns überlegen könnten, nachzukommen.

Und meine liebe Julia ist morgen bei einer sehr wichtigen Veranstaltung bei der Arbeit eingebunden, sodass sie mit etwas Verspätung anreisen wird. Aber keine Sorge, schon morgen Abend sind wir wieder vereint und können die Stadt gemeinsam unsicher machen.

Auf der Dachterrasse des Apartments gibt es sogar eine Hängematte, die Jane direkt testete.
Auf der Dachterrasse des Apartments gibt es sogar eine Hängematte, die Jane direkt testete. Foto: Menzel

Auf der Busfahrt vom Flughafen zu unserem Apartment fühlte ich mich ein wenig in die Vergangenheit zurückversetzt, 60er-Jahre-Plattenbauten und triste Häuserfassaden, die ihre besten Jahre definitiv schon hinter sich haben, ließen die Umgebung wie aus einer anderen Zeit und fast ein bisschen melancholisch erscheinen.

Umso freundlicher wurde ich von unseren Gastgebern Luisa und Liviu empfangen und schnell wieder in die Gegenwart zurückgeholt. Liebevoll eingerichtete Zimmer und sogar eine riesengroße Dachterrasse zum Entspannen. Ich war total beeindruckt und habe mich sofort wohlgefühlt in unserem Heim für die nächsten Tage!

Schnell noch den Kühlschrank füllen bevor Julia morgen ankommt.
Schnell noch den Kühlschrank füllen bevor Julia morgen ankommt. Foto: Menzel

Am Nachmittag erkundete ich die Gegend und sorgte im nahegelegenen Supermarkt für einen vollen Kühlschrank. Nun werde ich noch ein wenig die Ruhe genießen. Damit ist es nämlich vorbei, wenn Julia morgen ankommt. Nein, natürlich freue ich mich schon riesig, sie hier in Empfang zu nehmen und mit ihr gemeinsam viele weitere Eindrücke zu sammeln!

Tag 2: 120 Meter unter der Erde – Rumänien aus einer ganz anderen Perspektive

Das Wetter zeigte sich heute Morgen noch nicht von seiner besten Seite. Aber wir wären ja nicht eure „reisereporter 2018“, wenn wir nicht immer ein Ass im Ärmel hätten. Also entschied ich mich dazu, den Vormittag unterirdisch zu verbringen, genauer gesagt in der Salina Turda, einem alten Salzbergwerk in Turda, etwa 30 Kilometer von Cluj entfernt.

Dort angekommen schlenderte ich durch die langen, kühlen Gänge der Salzmine, als sich plötzlich eine riesengroße Halle vor mir auftat. Ich fühlte mich wie in eine andere Welt versetzt. Die Halle wirkte wie ein fremder Planet, auf dem jeder Zeit Ufos mit kleinen grünen Außerirdischen laden könnten.

Wie in einer anderer Welt – der unterirdische Freizeitpark der Salina Turda.
Wie in einer anderen Welt – der unterirdische Freizeitpark der Salina Turda. Foto: Menzel

Das klingt vielleicht verrückt, beschreibt aber ziemlich genau das Gefühl, das ich dort unten hatte. Denn ich stand nicht nur vor gigantischen, meterhohen Salzwänden, sondern auch mitten im tiefsten Freizeitpark der Erde. Nachdem das Werk stillgelegt wurde, hat man es 1992 nicht nur als Museum für Besucher geöffnet, sondern gleichzeitig auf einer aus abgeladenen Salzresten entstandenen Insel verschiedene Vergnügungsareale errichtet.

Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinsehen sollte: hinauf zu den meterlangen Salzzapfen an der Decke, zum Riesenrad oder doch herunter zum See, auf dem kleine Boote mit Besuchern ihre Runden drehten. Es gab dort unten einfach alles, was man unter der Erde niemals erwarten würde: Bowling, Minigolf, Tischtennis, Billard und noch viel mehr – so etwas habe ich noch nie zuvor gesehen!

Das Einzige, was mich nach einiger Zeit dann doch wieder an die Oberfläche trieb, war die Kälte, die langsam aber sicher durch meinen Pullover kroch und der Langos-Stand, den mein wachsames Auge bereits heute Morgen vor dem Eingang erblickt hatte.

Nach dem aufregenden Besuch im Salzbergwerk gönnte sich Jane erst einmal ein Langos.
Nach dem aufregenden Besuch im Salzbergwerk gönnte sich Jane erst einmal ein Langos. Foto: Menzel

Frisch gestärkt und wieder gewärmt von einigen Sonnenstrahlen, die sich mittlerweile ihren Weg durch die Wolkendecke gekämpft hatten, machte ich mich auf den Rückweg. Wieder in Cluj angekommen war noch Zeit für einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt.

Am Nachmittag unternahm Jane noch einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt von Cluj-Napoca.
Am Nachmittag unternahm Jane noch einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt von Cluj-Napoca. Foto: Menzel

Über die werde ich aber morgen genauer berichten, wenn eine ausgiebige Entdeckungstour auf dem Programm steht. Bevor ich in die Wohnung zurückfuhr, stattete ich dem Restaurant Livada noch einen Besuch ab, das einen ganz besonderen Charme versprüht.

Bunte Stühle und Tische inmitten eines großen Gartens, umgeben von Blumen, Pflaumenbäumen und Lichterketten. Eine tolle Atmosphäre und definitiv einen weiteren Besuch wert! Nun mache ich es mir auf dem Sofa gemütlich und warte auf Juli, die jeden Moment mit dem Taxi vom Flughafen ankommen müsste. Morgen starten wir dann wieder als Doppelpack durch, also macht euch auf was gefasst.

Tag 3: E-Melder-Alarm und Festival-Charme

Endlich wieder vereint wachten wir heute Morgen überglücklich auf. Die Gangster-Gang kann wieder gemeinsam durchstarten und Cluj-Napoca unsicher machen. Auf eine Gefahrenmeldung für die Bewohner wurde jedoch verzichtet, da der schlimmste Part des Teams auf einem Kreuzfahrt-Schiff hängen geblieben ist – der pinke Flamingo-Wahnsinn machte noch Urlaub. Glück gehabt.

Nach einer kleinen Koffeininfusion starteten wir also top motiviert in den Tag. Es stand eine Menge auf dem Programm: Essen, die Stadt erkunden, Essen, Glitzer suchen, Essen, ein Festival besuchen, Essen, Essen, Essen. Ja, ihr Lieben, wir wissen genau, was ihr jetzt denkt und wir geben euch Recht! Ein Leben als reisereporter IST EINFACH ANSTRENGEND!

Stärkung nach dem Sightseeing.
Stärkung nach dem Sightseeing. Foto: Menzel

Da wir aber immer nur unser Bestes für euch geben, starteten wir mit den ersten Punkt unserer To-do-Liste: der magischen E-Tätigkeit! Wir rauschten mit dem Bus zu einem urigen Markt inmitten des Nationaltheaters und der Assumption-Kathedrale. Was für eine Atmosphäre!

Wir fühlten uns auf Anhieb wohl und so kam unser bekanntestes Gefühl von ganz allein: Wir hatten Hunger! Auf der Suche nach typisch rumänischen Spezialitäten ließen wir uns einfach von unserem E-Melder, à la Geruchsorgan, leiten. Schneller als erwartet kamen wir vor einem hölzernen Stand zum Stehen. Vor uns breitete sich ein Teigwaren-Paradies vom Allerfeinsten aus. Eine sehr sympathische, ältere Damen füllte Teigröllchen mit den schönsten Dingen: Käse, Kirschen, Äpfel, Nüssen. Wir entschieden uns für die Apfel-Variante und bissen voller Erwartungen rein. Mampf.

Nach dem ersten Bissen schauten wir uns an und fingen gleichzeitig an, loszuprusten. Ohje, das war absolut überhaupt und absolut gar nicht unser Geschmack. Wie konnte das sein? Normalerweise sind wir doch die lebenden Bio-Recycling Anlagen und saugen Staubsaugerartig jegliche Form von Essen in uns hinein. Trocken wie die Wüste war das von außen so ansehnliche Röllchen einfach kein Highlight.

Jane und Julia schauen sich Cluj Napoca von oben an.
Jane und Julia schauen sich Cluj-Napoca von oben an. Foto: Menzel

Wir zogen weiter, kompensierten die Trockenheit mit einem kühlen, cremigen Eis und wanderten wieder happy durch die Altstadt von Cluj-Napoca. Vorbei an der St. Michaelskirche und dem Unirii-Platz gingen wir Richtung Mall. Wir brauchen schließlich noch Glitzer. Du fragst dich: Warum zur Hölle brauchen die Glitzer?

Einfache Antwort: Am Abend stand das größte rumänische Festival mit mehr als 330.000 Besuchern auf dem Plan. Dafür musste selbstverständlich ein eindrucksvoller Auftritt her. Und was wäre eindrucksvoller, als ein Gesicht voll funkelndem Goldstaub? Wir trabten freudig los und wurden schnell fündig. In einem Kosmetikladen wurden wir fündig Gold-Glitzer-Staub mit funkelnden Pigmenten für 5 Lei.

Wieder in unserem Apartment angekommen, trafen wir die letzten Festival-Vorbereitungen, flochten unsere Haare aggressiv Coachella-artig (was nicht klappte) und bestäubten uns mit dem Gold (was ebenfalls nicht klappte). Wir sahen aus wie verprügelt und schafften vor Lachen kaum den Weg zum Bus. Wie die Irren trafen wir auf dem Gelände ein, wurden begrüßt von den großen Buchstaben UNTOLD tauchten in eine komplett neue Welt ein.

Jane und Julia wieder vereint: In Cluj Napoca geht's erstmal aufs Festival.
Jane und Julia wieder vereint: In Cluj-Napoca geht's erstmal aufs Festival. Foto: Menzel

Eine Welt mit der besten Musik, großen und kleinen Bühnen, gut gelaunten Menschen (mit besser aufgetragenem Staub) und einer schier endlosen Foodmeile. Es gab sogar Stände, die Frisuren und Schmink-Tipps gaben. Hammer! Da trauten wir uns mit unserem Selfmade-Festival-Erscheinungsbild aber erst nach ein, zwei Drinks hin.

Wir tanzten zu Jason Derulo und sangen mit Kygo. Wir schoben uns einen Burrito nach dem nächsten rein und hatten einen Abend, den wir niemals vergessen werden. Was für ein Tag!

Tag 4: Ein Tag voller Traditionen

Gäähn, guten Morgen! Nachdem wir gestern jede Sekunde auf dem Untold-Festival genossen haben, war unsere Nacht wie die Arme von Bernd dem Brot: Kurz. Wir starteten also etwas langsamer in unseren letzten, rumänischen Tag und sonnten uns in den warmen Sonnenstrahlen in Pyjama und mit frischem Kaffee auf der Dachterrasse.

Bereit für neue Abenteuer begannen wir dann, einen Pfad aus Glitzerstaub zu verfolgen, der sich durch die gesamte Wohnung schlängelte. Oh je, unsere vergeblichen Bemühungen eines perfekten Festival-Looks hatten ihre Spuren hinterlassen. Wie Sherlock und Watson suchten wir die Quelle des Bösen und fanden einen explodierten Glitzertopf in unserem Mekka: dem Badezimmer. Schwamm und Feudel wurden wild geschwungen und das Chaos in null Komma nichts beseitig. No worries, wir haben alles unter Kontrolle.

Nach dieser Kalorienverschwendung musste jedoch erst einmal wieder etwas zum Füttern her. Die rasenden Reporter sattelten also die Hühner und stoppten mit quietschen Krallen vor einem traditionellen rumänischen Restaurant. Wir orderten ein landestypisches Gericht und bekamen einen Gaumenschmaus der Extraklasse aufgetischt. Polenta, überbacken mit Käse! War das lecker! Wir pickten den Maisgries bis auf’s letzte Korn auf und waren wieder einmal satt und zufrieden. So konnte die Tour weiter gehen. Traditionell, versteht sich!

Auf Cluj-Napoca!
Auf Cluj-Napoca! Foto: Menzel

Denn wie taucht man besser in die Kulturen eines Landes ein, als den typischen Kleidungsstil der Bevölkerung herauszufinden? Kleider machen schließlich Leute, nicht wahr? Vielleicht hätten wir dafür auf einen urigen Markt gehen sollen. Und nicht in den Bus einsteigen sollten. Richtung Mall.

Hupsi, wie konnte das denn passieren? Zu diesem Zeitpunkt konnte man dieses Missgeschick auch nicht mehr ändern und wir gingen schlichtweg shoppen. Schade. Nun sitzen wir hier also auf dem Boden im Wohnzimmer inmitten von Klamotten-Bergen und mit zwei winzig kleinen Handgepäck-Koffern. Kommen wir wieder nach Hause? Werden wir uns in Neuseeland wiedersehen oder werden wir für immer in Rumänien festsitzen? Fortsetzung folgt. Oder auch nicht.

Dieses Tagebuch erscheint um einen Tag zeitversetzt. Letztes Update: 5. August.

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