Fernreisen von Deutschen: Preis und Politik bestimmen Trends

Fernreisen: Preis und Politik bestimmen die Trends

Kuba, Thailand oder Usbekistan? Der reisereporter weiß, wohin es die Deutschen zieht, wenn es „weit weg“ gehen soll – und vor allem, welche Faktoren die Beliebtheit der Fernreiseziele beeinflussen.

Ein Ausflugsboot in Thailand.
Ein Ausflugsboot in Thailand – der südostasiatische Staat zählt seit Jahren zu den beliebtesten Fernreisezielen.

Foto: unsplash.com/Yap Chin Kuan

Ein Roadtrip in den USA steht für viele ganz oben auf der Reise-Bucket-List. Trotzdem gehe für USA-Reisen die Nachfrage zurück, während Kanada trotz steigender Preise zu den Gewinnern gehöre, erklärte Studiosus-Chef Peter-Maria Kubsch beim Branchendienst „Reise vor 9“. Auch Thomas Cook verzeichnet eine steigende Nachfrage für Kanada-Reisen.

Da stellt sich die Frage: Ist das eine symbolische Entscheidung zwischen Donald Trump und Justin Trudeau? Und welche Umstände – außer Politik – beeinflussen, ob ein Reiseziel gerade besonders beliebt ist – oder nicht? Der reisereporter hat nachgefragt.

Fernreise: Trends werden von vielen Faktoren bestimmt

Reiseveranstler sind sich einig: Die Nachfrage für bestimmte Fernreiseziele wird sowohl von der politischen Lage als auch vom Preis bestimmt. Allerdings gehe es oftmals weniger um die reale politische Situation, sondern vor allem um die subjektive Wahrnehmung in der Bevölkerung, erklärt Ury Steinweg, Geschäftsführer bei Gebeco. Stephanie Holweg, Pressesprecherin von TUI, nennt außerdem gute Flugverbindungen als wichtige Faktoren für die Wahl des Fernreiseziels.

Beliebte Fernreiseziele der Deutschen

So ist wohl auch die Entscheidung für oder gegen die USA als Reiseziel subjektiv. Bei den TUI-Kunden hält sich das Land der unbegrenzen Möglichkeiten nämlich nach wie vor an erster Stelle der Fernreiseziele. Dahinter belegen Thailand und die Dominikanische Republik die vorderen Ränge. Die Preise für Reisen in die Karibik würden in diesem Winter sogar noch einmal 10 Prozent günstiger werden, so Stephanie Holweg von TUI.

Bei Thomas Cook gesellen sich zu der Dominikanischen Republik noch Kuba, Mexiko, die Malediven und Südafrika in die Liga der Fernreiselieblinge. Südafrika ist auch bei Gebeco das beliebteste Fernreiseziel, gefolgt von Vietnam, China, Japan, Indien und Peru. Russland ist nach einem Rekordhoch der Buchungen im vergangenen Jahr, in dem es von der Fußball-WM 2018 profitiert hat, wieder etwas unbeliebter.

Fernreisen: Gibt es noch überraschende Ziele?

Jetzt bieten die vorderen Plätze nur wenige Überraschungen – die USA, Thailand oder Südafrika sind relativ klassische Fernreiseziele. Deshalb lohnt sich ein Blick in den Nahen und Mittleren Osten. Länder wie Armenien, Jordanien, Georgien und Usbekistan werden immer beliebter. 

Und auch der Rest der islamischen Welt berappelt sich wieder, nach einem Einbruch der Nachfrage liegt diese in Ägypten, Tunesien, Marokko, den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Oman deutlich über dem Vorjahresniveau. Bei TUI landen die Vereinigten Arabischen Emirate auf dem fünften Platz der beliebtesten Reisziele für Fernreisen.

Strandurlaub allein zu langweilig

Fast alle großen Fernreiseveranstalter in Deutschland können beobachten, dass die Nachfrage nach Rundreisen steigt. Demnach reiche der klassische Badeurlaub vielen Reisenden nicht mehr. Stattdessen würden sie lieber mehrere Orte erkunden, anstatt nur am Strand zu liegen.

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