Flugchaos: Tausende Flugausfälle und Verspätungen im Juli 2018

Flugchaos: Mehr als 3.000 Flugausfälle im Juli

Das Flugjahr 2018 steht unter keinem guten Stern: Im ersten Halbjahr fielen im Vergleich zu 2017 doppelt so viele Flüge aus oder starteten verspätet. Dieser Trend setzte sich auch im Juli fort.

Anzeigetafel mit gestrichenen Flügen und Flugzeug-Silhouette.
Im vergangenen Monat blieben Tausende Flüge am Boden. (Symbolfoto)

Foto: imago/imagebroker

Zahlreiche Streiks bei Ryanair, eine Sicherheitspanne am Flughafen München – Flugpassagiere hatten in diesem Sommer bisher wenig Spaß. Entsprechend rapide nehmen die Beschwerden von Fluggästen zu.

Wie viele Flüge genau von Verspätungen und Flugausfällen betroffen waren, zeigt eine aktuelle Statistik. 

Deutschland: Im Juli 2018 fielen fast 3.200 Flüge aus

Demnach wurden auch im Juli fast doppelt so viele Flüge gestrichen wie im selben Monat 2017 – nämlich insgesamt 3.174. Die Zahl der verspäteten Flügen (ab drei Stunden) stieg von 858 im Vorjahresmonat auf 1.313.

Damit wurden in diesem Jahr bisher insgesamt 19.631 Flüge annuliert, 5.361 starteten mit mindestens dreistündiger Verspätung. Das sind 8.200 beziehungsweise fast 1.900 mehr als 2017 in den ersten sieben Monaten.

Welche Airline verzeichnete die meisten Flugausfälle?

Auch wenn die jüngste Vergangenheit etwas Anderes vermuten ließe: Die meisten Flüge in diesem Jahr fielen nicht bei Ryanair aus – sondern bei der Lufthansa. Hier war es Anfang des Jahres zu Streiks gekommen, insgesamt zwischen dem 1. Januar und dem 25. Juli mehr als 8.000 Flüge abgesagt. Ryanair landet mit 898 gestrichenen Flügen auf dem dritten Platz nach Eurowings mit 3.308 Annulierungen.

Von den deutschen Flughäfen waren Frankfurt am Main, München und Düsseldorf am stärksten von Verspätungen und Flugausfällen betroffen (1. Januar bis 20. Juni 2018). Bei diesen Airports lag die Zahl der Flugausfälle im vierstelligen Bereich, in Frankfurt am Main fielen mehr als 2.500 Flüge aus. 

Die Zahlen stammen aus der Datenbank des Fluggastrechteportals „EUclaim“. Darin fließen Flüge von und nach Deutschland und Inlandsflüge ein.

Und der Rest des Sommers? Könnte sogar noch schlimmer werden!

Der August sei erfahrungsgemäß der Monat mit dem höchsten Flugaufkommen, da viele Deutsche dann in den Sommerurlaub aufbrächen, so Laura Kauczynski, Expertin für Fluggastrechte von „Airhelp“. 

Fliegen im August? Experten rechnen weiter mit Chaos

Glaubt man einer Prognose des Fluggasthelferportals, könnte der Mangel an Piloten und Streiks der Arbeitergewerkschaften weiterhin zu Problemen im Flugverkehr führen. Bei Ryanair beispielsweise steht vermutlich noch ein Arbeitsausstand der deutschen Piloten an. Zudem fehle es vielen Fluggesellschaften an genügend Flugzeugen, um ihre Slots füllen zu können.

Weil Flugreisen immer beliebter werden, nehme auch die Zahl der Passagiere stetig zu, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Flughäfen würden deshalb bereits jetzt an die Grenzen ihrer Kapazitäten stoßen.

Flugtickets könnten teurer werden

Und zu alldem potenziellen Chaos könnten auch die Preise für Flugtickets steigen. Die Airlines sehen sich mit steigenden Kosten für Kerosin und Personal konfrontiert und wälzen diese womöglich auf die Kunden ab.

Solltest du selbst von Problemen wie Streiks betroffen sein, haben wir dir hier eine Übersicht über deine Rechte erstellt. 

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