Fake-Bewertungen auf Tripadvisor: Meriton Suites verurteilt

Fake-Bewertungen auf TripAdvisor: Hotelkette verurteilt

Der größte Besitzer von Hotelzimmern in Australien, Meriton Suites, muss fast zwei Millionen Euro Strafe zahlen, weil das Unternehmen TripAdvisor-Bewertungen seiner Apartments manipuliert hat. 

Die spanische Website von Tripadvisor, einem Portal für Kundenbewertungen.
Dieser Fall zeigt: Mit gefälschten Kundenbewertungen auf Portalen wie Tripadvisor ist nicht zu spaßen. (Symbolfoto)

Foto: imago/Newscast

Die australische Hotelkette Meriton muss eine saftige Strafe zahlen: Ein Richter verurteilte den Anbieter von Luxus-Hotelapartments zu einer Geldbuße von 3 Millionen australischen Dollar (umgerechnet rund 1,9 Millionen Euro). 

Meriton hatte über Monate (von November 2014 bis Oktober 2015) die E-Mail-Adressen von Kunden, die sich über die Unterkunft beschwerten, nicht an TripAdvisor übermittelt. Andere Adressen seien mit zusätzlichen Buchstaben versehen worden, sodass TripAdvisor die Kunden nicht erreichen konnte, um sie nach ihrer Bewertung zu fragen. Jetzt wird das Unternehmen zur Kasse gebeten.

Fake-Bewertungen verfälschen das Image von Hotels

„Das Verhalten von Meriton hat einen unangemessen positiven Eindruck erzeugt“, heißt es im Urteil. Und zwar in großem Stil. Da TripAdvisor außerdem eine große Zahl an Kunden anziehe, hält der Richter die hohe Strafe für angemessen. 

Darüber hinaus darf Meriton drei Jahre lang keine Mailadressen von Gästen ohne deren Zustimmung auswählen, filtern oder einschränken. Außerdem sollen die Mitarbeiter über ihre Verantwortung im Zusammenhang mit dem Verbraucherschutzgesetz geschult werden.

Starkes Zeichen im Kampf gegen Fake-Bewertungen von Hotels

Dem „Guardian“ zufolge wurde Meriton von der australischen Regierungsbehörde für Wettbewerb und Kunden (ACCC) verklagt. Die Manipulation der Bewertungen habe das Unternehmen in ein besseres Licht gerückt.

Ursprünglich wollten sie eine Strafe von 20 Millionen Dollar (fast 17,1 Millionen Euro) erzielen. Dennoch sende dieser Fall ein klares Zeichen an Firmen, keine Bewertungen auf Bewertungsplattformen zu fälschen. Wie sehr die Strafe Meriton selbst, das im Besitz des Milliardärs Harry Triguboff ist, wirklich juckt, ist aber fraglich.

Die Fälschung von Kundenbewertungen stellt in Australien eine Verletzung des Verbraucherschutzgesetzes dar. In Deutschland können Fake-Bewertungen zum Ausschluss von Portalen und Abmahnungen durch Konkurrenten führen, erklärt ein Fachanwalt im Interview auf „Proven Expert“. 

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