Das Hemsedal  hält noch weitere Attraktionen bereit. Im Sommer lädt die Region zum Wandern, Kanufahren, Angeln, Almabtrieb oder Elchebestaunen ein, im Winter ist Hemsedal, das auf halber Höhe zwischen Oslo und Bergen liegt, eines der attraktivsten Wintersportgebiete Skandinaviens.

Hemsedal: Norwegens Wintersport-Paradies 

52 Abfahrten mit einer Gesamtlänge von 43 Kilometern und allen nur denkbaren Schwierigkeitsgraden bieten den Besuchern des örtlichen Skizentrums perfekten Wintersport. Und niemand braucht Platzangst zu haben. Denn die perfekt präparierten Pisten sind außergewöhnlich breit.

Und wer außerhalb der Hochsaison kommt, beispielsweise im März oder April, muss fast nie vor einem der 24 Lifte warten, sondern kann sich zügig in eine Höhe von bis zu 1.500 Metern befördern lassen – von Dienstag bis Freitag auch bis 20.30 Uhr. Ausreichend Schnee liegt hier üblicherweise von Mitte November bis Anfang Mai. 

Anders als allgemein angenommen, liegen die Preise nur geringfügig über denen der Skiorte in Österreich oder Italien. Ein Skipass für fünf Tage zum Beispiel ist für gut 200 Euro zu haben, eine komplette Skiausrüstung der gehobenen Kategorie für rund 150 Euro.

Langlauf als günstige Alternative

Sehr viel billiger ist der Langlauf. Die Benutzung der Loipen ist frei, nur auf den Parkplätzen werden teilweise saftige Gebühren verlangt. Dafür bietet das Hemsedal den Skilangläufern aber auch ein 210 Kilometer langes Loipennetz. Besonders schöne Aussichten eröffnet eine abwechslungsreiche Höhenloipe. In der Tiefe schlummert unter einer dicken Schnee- und Eisschicht ein großer Stausee, in der Ferne erstreckt sich ein imposantes Bergpanorama, das auch den einen oder anderen Fjord einschließt.

Geübte Skifahrer mit guter Kondition und ein bisschen Mut können sich auch abseits der Pisten im norwegischen Tiefschnee bewegen. Doch niemand sollte sich allein aufmachen. Über die Touristeninformation Hemsedal sind geführte Gruppentouren buchbar. Der Preis für einen Siebenstundentag liegt bei gut 50 Euro pro Person.

Mit Schlittenhunden durch die Gebirgswelt 

Oder aber du lässt dich von Huskeys ziehen  – ein atemberaubendes Erlebnis: Der erste Hundeschlitten nimmt Fahrt auf, die übrigen folgen, und plötzlich ist im Hemsedal, der Gebirgswelt im Herzen Norwegens, nur noch ein gleichförmiges Gleiten und Schlittern zu hören. Jedes der fünf Kufengefährte ist mit jeweils sechs Huskys bespannt, die sich energiegeladen ins Zeug legen und dabei meist die Zunge hängen lassen. Der Schlitten ist nach hinten geschlossen. 

Sitzen kann nur einer. Der zweite Passagier muss stehen, lenken und das Tempo regulieren. Zum Bremsen stehen dem Steuermann zwei Fußtritte zur Verfügung, die sich – abhängig vom Druck – im Schnee festkrallen.Haben die Hunde freien Lauf, jagen sie über die verschneiten Wege. 

Schneeschuh-Wanderung abseits der Pisten

Du kannst dich aber auch ganz ohne Skier, Snowboard oder Schlittenhunde durch die verschneiten Berge bewegen. Zu den Spezialitäten des Hemsedals gehören auch Schneeschuh-Wanderungen. Die gelben stuhlkissengroßen Plastikschlappen mit Spikes sehen ein wenig wie Entenfüße aus. Sie werden unter die Schuhe geschnallt, nur die Zehen sind fixiert, während die Ferse freies Spiel hat. Gewöhnungsbedürftig, aber: Selbst an den steilsten Hängen geben die „Entenfüße“ Halt. Übermütig werden sollte dennoch niemand. Wer die Anweisungen des Bergführers ignoriert, läuft Gefahr abzurutschen.

Manche Passagen lassen sich trotzdem nur mithilfe von Stöcken bewältigen. Je höher du dich emporarbeitest, desto dünner wird die Luft. Wer es bis zum Gipfel geschafft hat, kann nicht nur den atemberaubenden Blick über die einsame Bergwelt genießen, sondern auch stolz auf sich sein. Jeder Meter ist hart erarbeitet – und das ganz ohne die Hilfe von Liften oder hechelnden Schlittenhunden.