Orca-Haltung: Thomas Cook wirft Seaworld und Loro Parque raus

Tierschutz: Thomas Cook wirft Seaworld aus dem Programm

Weil sie Orcas halten: Thomas Cook nimmt Seaworld und den Tierpark Loro Parque aus seinem Programm. Die Gefangenschaft der Meeressäuger verstoße gegen die Tierschutz-Richtlinien des Reisekonzerns.

Die Orca-Shows in den Seaworld-Parks: Tierschutzrechlich okay oder nicht? Thomas Cook zieht jedenfalls die Reißleine und nimmt die Parks aus seinem Programm.
Die Orca-Shows in den Seaworld-Parks: Tierschutzrechlich okay oder nicht? Thomas Cook zieht jedenfalls die Reißleine und nimmt die Parks aus seinem Programm.

Foto: imago/ZUMA Press

Ein Orca schwimmt in freier Wildbahn eigentlich bis zu 60 Kilometer pro Tag und taucht bis zu 100 Meter tief. Den gut 60 Walen, die in Gefangenschaft gehalten werden, ist das nicht möglich.

Einige von ihnen leben in der Seaworld Florida und im Loro Parque auf Teneriffa. Aus diesem Grund nimmt er Tourismuskonzern Thomas Cook die beiden Parks aus seinem Programm. 

Thomas Cook: Orca-Haltung verstößt gegen Tierschutzrichtlinien

Das teilte Chef Peter Fankhauser auf dem Konzernblog mit. Unter anderem weil Thomas Cook festgestellt habe, „dass sich die Erwartungen der Kunden in Bezug auf Tierattraktionen änderten“, führte der Konzern vor 18 Monaten neue Tierschutzrichtlinien ein. „Seither haben wir 49 Tierattraktionen geprüft und 29 entfernt, die nicht den Mindeststandards der ABTA entsprachen.“

Der Konzern habe über die wichtige Rolle gesprochen, „die der Tourismus bei diesem Prozess des Wandels einnehmen muss, um Praktiken zu beenden, die dem Wohl von Tieren schaden. Auf genau dieser Grundlage haben wir unsere Tierschutzrichtlinie um einen neuen Aspekt erweitert: Ab dem nächsten Sommer werden wir keine Tierattraktionen mehr verkaufen, die Orcas in Gefangenschaft halten.“

Zwar hätten sowohl Seaworld als auch der Loro Parque Verbesserungen bei der Tierhaltung vorgenommen und den Bewertungsprozess im Zuge der Einführung der Tierschutzrichtlinie bestanden. Trotzdem stehe die Entscheidung fest. „Wir respektieren und würdigen die geleistete Arbeit, und wir werden mit beiden in den nächsten zwölf Monaten zusammenarbeiten, um uns auf unseren Ausstieg vorzubereiten“, so der Cook-Chef.

Loro Parque kritisiert die Entscheidung von Thomas Cook

„Thomas Cooks Entscheidung wird deutlich von Anti-Zoo-Organisationen beeinflusst“, schreibt der Loro Parque in einer Stellungnahme. In den 45 Jahren des Bestehens hätte der Park von Besuchern „keine einzige Beschwerde über das Wohlergehen unserer Tiere erhalten“. 

Zudem sei der Park in mehreren Untersuchungen für gut befunden worden, unter anderem von Global Spirit, American Humane, dem TÜV und dem Europäischen Zoo- und Aquariumverband. Der Betreiber verweist außerdem auf die vom Park im Jahr 1994 gegründete Loro Parque Fundación, die bisher mehr als 19 Millionen Dollar in mehr als 150 Naturschutzprojekte investiert habe.

Seaworld verweist auf seiner Website darauf, dass sämtliche Parks „von den international führenden zoologischen und im Bereich Tierwohl aktiven Organisationen zertifiziert“ seien. Der Meeres-Themenpark wird außerdem in Zukunft keine Orcas mehr haben: „Seaworld hat sein Killerwal-Zuchtprogramm beendet und macht die Orcas in seiner Obhut zur letzten Generation“, teilte der Park bereits vor einiger Zeit mit.

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