Dieser Fall hat im Vereinigten Königreich eine große Debatte über die Lebensmittelsicherheit von Buffets in All-inclusive-Hotels losgetreten: Natalie R. (37) war mit ihrer Familie im Griechenland-Urlaub, als sie sich eine Lebensmittelvergiftung einfing. 36 Stunden später war sie tot.

Das Hotel-Dinner auf Korfu endet tödlich

Ein schwerer Schlag für ihren Mann Stewart und die beiden Söhne, die gemeinsam mit ihrer Mutter eigentlich nur eine schöne Zeit auf Korfu verbringen wollten. Vor einem Gericht in London schildert Stewart den genauen Ablauf der Tragödie: „Wir haben zu viert zu Abend gegessen. Meine Frau und ich wechselten uns dabei ab, wer mit den Jungs Essen holt und wer sich an der längeren Schlange für netteres Essen anstellt.“

Er und die Jungs hätten deshalb Pasta, Brot und Würstchen gegessen, während Natalie Hähnchen, Salat, Gemüse und Garnelen verspeist habe.

„Wir waren schon am Tisch, als Natalie mit ihrem Teller zurückkam. Sie fing an zu essen, und als sie das Fleisch aufschnitt, sickerte Blut heraus. Ich meinte zu ihr, das Hähnchen sähe blutig aus.“ Natalie sei dann noch einmal aufgestanden, um sich ein anderes Stück zu besorgen, wovon sie einige Bissen gegessen habe. 

Koch füllt Hähnchen bei einem Buffet nach.
Bakterieninfiziertes, nicht durchgebratenes Hähnchenfleisch vom Hotelbuffet wurde einer Britin zum Verhängnis. (Symbolfoto) Foto: imago/Westend61

Noch am selben Abend hätte sie sich immer schlechter gefühlt und sich sogar bis 3 Uhr nachts erbrochen. Früh am nächsten Morgen kam deshalb ein Arzt, der eine Lebensmittelvergiftung diagnostizierte. Doch die Symptome verschlimmerten sich. Erst ging es für die Patientin in ein medizinisches Zentrum nahe dem Hotel und von dort ins Krankenhaus. 

Für die Urlauberin kam jede Hilfe zu spät

Dort habe Natalie, wie ihr Mann Stewart berichtete, bereits stark „aus allen Öffnungen“ geblutet. In den frühen Morgenstunden des darauffolgenden Tages starb sie, nachdem sich in ihrem ganzen Körper Blutgerinnsel gebildet hatten, die ihre Adern verstopften.

Dabei war Natalie R. gerade einmal 37 Jahre alt und gesundheitlich als Triathletin äußerst fit. Warum also starb sie an der Lebensmittelvergiftung? 

An Lebensmittelvergiftung sterben – geht das?

Ein Experte für Infektionen erklärte dem „Independent“, unsere Gene würden beeinflussen, ob eine Lebensmittelvergiftung tödlich enden könne. Es gebe bei der Infektion mit Kolibakterien einen Punkt, an dem die Situation kippe und DIC (disseminierte intravasale Gerinnung) produziere – einen lebensbedrohlichen Zustand, bei dem Gerinnungsfaktoren fehlen und dadurch spontan Blutungen oder Multiorganversagen auftreten können.

Eine E.-coli-Infektion durch ungekochtes Hähnchen ist eine sehr realistische Theorie.

Sebastien Lucas, Experte für Infektionen

Sobald die Infektion einsetze, könne nicht mehr viel gegen diesen tödlichen Krankheitsverlauf unternommen werden, so der Experte. Die Beschreibung des Ehemannes passe haargenau zu einer E.-coli-Infektion, die von dem ungekochten Hühnerfleisch ausgehen könne.

Mit Kolibakterien infiziertes Hähnchen kostete Urlauberin das Leben

Die Tragödie ereignete sich bereits im August vergangenen Jahres, doch erst jetzt sprach der Westminster Coroner’s Court, ein Gericht zur Untersuchung von Todesursachen, ein Urteil aus: Tod durch versehentlichen Verzehr von mit E. coli infiziertem Hühnchen.