Gemeinsam mit ihren Großeltern verbringt Lotta Englich ihre Sommerferien in Kroatien. In der Stadt Volosko wird die Elfjährige aus Witten zur Urlaubsheldin, indem sie ein sechs Monate altes Baby aus dem Becken des Jachthafens rettet.

Am Telefon erzählt sie dem reisereporter von ihrer mutigen Tat: „Oma, Opa und meine Tante haben in einem Café gesessen und etwas getrunken. Ich wollte noch mal schwimmen, das kann man dort im Hafenbecken. Die Mutter stand mit dem Baby am Beckenrand. Sie hat mit ihm gespielt und es gedreht und plötzlich ist es ihr aus den Händen gerutscht und ins Wasser gefallen.“

Im Kroatien-Urlaub: Lotta Englich rettet Baby aus dem Hafenbecken

Andere Erwachsene hätten nicht direkt etwas unternommen, erzählt Opa Detlef Englich. Doch das Mädchen dachte nicht eine Sekunde lang nach: „Ich habe sofort einen Kopfsprung ins Wasser gemacht und das Baby an der Hüfte gefasst und herausgeholt“, sagt sie.

Das sechs Monate alte Kind habe schon auf dem Grund des zwei bis drei Meter tiefen Hafenbeckens gelegen. Für Lotta ist das Tauchen kein Problem: „Ich mache gerade mein Silberabzeichen in der Schule“, erzählt sie.

Wegen des schnellen Eingreifens konnte die Elfjährige der Mutter – nach Angaben von Lotta eine deutsche Urlauberin – ihr Baby unbeschadet zurückgeben. „Sie hat total geweint und hat mir erzählt, dass sie selbst nicht schwimmen kann“, sagt Lotta. „Sie wollte mir etwas schenken. Aber ich will gar nichts haben.“

Lotta ist die Tochter von Olympiasieger Mirko Englich

Oma, Opa und Lotta verbringen noch knapp zwei Wochen in Kroatien. Der Papa hat per Telefon von der Heldentat seiner Tochter erfahren, er ist zu Hause in Deutschland. Und er ist kein Unbekannter: Mirko Englich (39) gewann 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking Silber im Ringen.

Die Eltern von Lotta, die beiden Ringer Yvonne und Mirko Englich – ein Foto aus dem Jahr 2011 vor der Weltmeisterschaft in Istanbul.
Die Eltern von Lotta, die beiden Ringer Yvonne und Mirko Englich – ein Foto aus dem Jahr 2011 vor der Weltmeisterschaft in Istanbul. Foto: imago/Mausolf

Natürlich sei er mächtig stolz auf seine Tochter: „Das wäre jeder Papa, aber als Feuerwehrmann ist das natürlich noch mal was Besonderes. Da steckt viel von ihrer Mutter in ihr“, schreibt er dem reisereporter. Mama Yvonne (38) war mehrfache deutsche Meisterin im Ringen. Sie verstarb Anfang des Jahres an Krebs.