Passagiere am Flughafen München müssen sich auch heute auf längere Wartezeiten einstellen, es gibt weiterhin Flugausfälle und Verspätungen. Allein gestern waren mehr als 220 Flüge gestrichen worden und etwa 60 starteten beziehungsweise landeten verspätet, weil die Bundespolizei zwei Abflughallen geräumt hatte. Der Grund: Eine Frau war unkontrolliert in den Sicherheitsbereich von Terminal 2 gelangt. 

Frau schlüpft durch Sicherheitskontrolle: Mehr als 220 Flüge fallen aus

Das führte auch wegen des Starts der Sommerferien in Bayern zu chaotischen Zuständen. Der Samstag zu Beginn der Ferien ist traditionell der verkehrsreichste am Münchner Flughafen.  

Auch heute Morgen sind bereits zwölf Flüge gestrichen worden, so ein Sprecher des Airports. Vor der Anreise sollten sich Reisende auf der Internetseite der Lufthansa über mögliche Flugausfälle und Verspätungen informieren.

Chaos am Münchner Flughafen: Diese Rechte haben Passagiere

Der Flughafen stellte gestern Feldbetten für mehr als 700 Menschen auf, andere Passagiere haben die Nacht im Hotel verbracht. Welche Rechte haben betroffene Passagiere noch?

Wenn dein Flug mehr als fünf Stunden verspätet war oder ganz ausfiel, kannst du den Ticketpreis zurückfordern. Bei einer Annullierung kannst du außerdem auf eine alternative Beförderung, sprich Umbuchung oder Zugfahrt, bestehen. 

Gibt es nach Flugausfällen Entschädigungen für Fluggäste?

Grundsätzlich haben Passagiere entsprechend der EU-Fluggastrechte-Verordnung zudem bei einem Ausfall des Fluges oder bei erheblichen Verspätungen von mehr als drei Stunden ein Recht auf eine Entschädigung – die sogenannte entfernungsabhängige Ausgleichsleistung. Je nach Flugstrecke liegt der Betrag zwischen 250 und 600 Euro pro Person.

Aber: Es kommt auf die Ursache für den Ausfall an. Außergewöhnliche Umstände sind davon ausgenommen. Das bedeutet: Fälle von höherer Gewalt schließen eine finanzielle Entschädigung des Reisenden aus – und die sind in diesem Fall wohl gegeben.

In der Fluggastrechte-Verordnung heißt es wörtlich: „Ein ausführendes Luftfahrtunternehmen ist nicht verpflichtet, Ausgleichszahlungen gemäß Artikel 7 zu leisten, wenn es nachweisen kann, dass die Annullierung auf außergewöhnliche Umstände zurückgeht, die sich auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden wären.“