Billig-Airline Small Planet lässt Passagiere 3 Tage lang sitzen

Small Planet lässt Urlauber 3 Tage am Airport sitzen

Statt wie geplant am Strand auf Kreta saßen Fluggäste der Billig-Airline Small Planet am Flughafen in Basel fest. Nach drei Tagen im Airport-Hotel hatten die meisten der 170 Passagiere endgültig genug.

Victoria Förster
Auf eine Maschine der Airline Small Planet, die sie nach Kreta fliegen sollte, warteten die rund 170 Passagiere am Wochenende in Basel vergeblich. (Symbolfoto)
Auf eine Maschine der Airline Small Planet, die sie nach Kreta fliegen sollte, warteten die rund 170 Passagiere am Wochenende in Basel vergeblich. (Symbolfoto)

Foto: imago/Rüdiger Wölk

Es ist ein harter Sommer für Fluggäste: Extreme Verspätungen und Flugausfälle – unter anderem bedingt durch Streiks von Bodenpersonal, Flugbegleitern und Piloten – gehören zum Urlaubserlebnis praktisch dazu.

Kunden der litauischen Billigfluglinie Small Planet hat es jetzt besonders hart getroffen. Bis zu 70 Stunden mussten Passagiere auf ihre geplante Verbindung von Hannover nach Agadir sowie von dort nach Leipzig warten, weil die Triebwerksschaufeln eines Flugzeugs ausgetauscht werden mussten. Auch in Heraklion ließ die Billig-Airline ihre Gäste ohne Flug zurück.

Chaos bei Small Planet: Passagiere warten drei Tage auf Flug

Und am Flughafen Basel harrten rund 170 Urlauber nach der Stornierung ihres geplanten Flugs nach Kreta drei Tage lang in den umliegenden Flughafenhotels aus – um dann schließlich nach Hause zu fahren und die verbleibenden Urlaubstage anders zu füllen, zum Beispiel mit Camping am Genfer See oder Tagesausflügen.

Wie eine Flughafensprecherin gegenüber der Schweizer Tageszeitung „Blick“ sagt, habe mehr als die Hälfte der Passagiere am Montag den Urlaub storniert.

Hier wollten die Urlauber hin: Heraklion auf Kreta.
Hier wollten die Urlauber hin: Heraklion auf Kreta. Foto: pixaby.com/benibeny

Am Samstag um 14.25 Uhr hätte die Maschine am Euroairport abheben sollen. Doch die Airline verschob den Flug wegen eines technischen Defekts mehrfach. Die Urlauber wurden in dieser Zeit in drei umliegenden Flughafenhotels, teils in Frankreich, untergebracht. Für Hotel- und Versorgungskosten kam die Airline auf.

Einen Hoffnungsschimmer gab es dann am Montagmorgen: Die Passagiere sollten sich je nach Hotel gegen 6 Uhr am Hoteleingang einfinden um mit Bussen zum Flughafen gebracht zu werden. Wie die Betroffenen aber auf der Reisewebsite „Tripadvisor“ schreiben, sind diese Busse nie gekommen. Und am Mittag dann die Information, dass der Flug endgültig storniert sei.

Passagiere kritisieren Small Planet: „Keine Informationen“

Die Kunden kritisieren im Internet vor allem die Kommunikation seitens der Airline: „Dauernd wird man vertröstet und verschoben und in der Luft hängen gelassen! Ich empfehle niemandem, diese Airline zu buchen!“, schreibt Jennifer, die auf den Flug von Basel nach Heraklion gebucht war. Und sie ist nicht allein, die negativen Bewertungen häufen sich. 

Telefonisch an die Airline konnten sich Passagiere nicht wenden, Small Planet hat seine deutsche Telefonnummer von der Website genommen und gibt an, derzeit nur per E-Mail erreichbar zu sein. Doch auch das ist nicht wirklich erfolgversprechend. Auf eine reisereporter-Anfrage von Dienstagmorgen gibt es bisher keine Antwort.

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