Es ist nicht immer einfach, sich durch die Gepäckbestimmungen deutscher Fluggesellschaften zu forsten. Und oft gibt es widersprüchliche Informationen. Die Erfahrung zeigt: Das Personal am Flughafen ist auch nicht immer fit in den Details, so dass du dich manchmal mit Know-how durchsetzen kannst.

Tauchgepäck zum Beispiel gilt meist nur als solches, wenn auch Presslufttanks aufgegeben werden. Doch wenn dein Gegenüber in Uniform auf eine andere Regelung besteht, hast du keine Chance und musst nachgeben. Sonst bleibt dein Gepäck zurück. Damit dir das nicht passiert, haben wir die Beförderungsbedingungen gecheckt und ein kleines Ranking erstellt. Aber Vorsicht: Diese Bestimmungen ändern sich immer wieder.

 

Platz 1: Eurowings

Die neue Billiglinie der Lufthansa hat sich die Nische Sportgepäck ausgesucht, um möglichst schnell die hauseigenen Kreditkarten zu verteilen. So heißt es auf der Homepage: „Während jeder Passagier einen Zuschlag für größeres Sportequipment wie z. B. Fahrräder oder Surfbretter zahlen muss, ist dieser Service für Inhaber der Eurowings Kreditkarten und deren Begleitung kostenlos – vorausgesetzt, Sie haben online gebucht und ihren Flug mit der Eurowings Kreditkarte bezahlt.“ Das kann sich richtig lohnen, denn auch hier kosten Golfbags und Co. 50 Euro pro Kurz- und 100 Euro pro Langstrecke. Die Skiausrüstung ist hier bis 30 Kilo aber sogar komplett gratis. Daher liegt Eurowings zumindest momentan auf Platz 1 mit ihren Bestimmungen für Sportgepäck.

Platz 2: Ryanair

Zu Ryanair sei vorweg gesagt: Hier wird das Geld grundsätzlich über Sondergebühren verdient. Du zahlst für jedes aufgegebene Gepäckstück extra, hast aber andererseits den Vorteil, das von Anfang an einzukalkulieren. Die Tarife für anzumeldende Sportausrüstung sind außerdem eher geringer als bei anderen Gesellschaften. So kostet ein Golfbag nur 30 Euro pro Strecke, Skier 40 Euro und für ganz sperrige Ausrüstung werden maximal 50 Euro fällig. 

Platz 3: Condor

Bei Condor ist das Sportgepäck bis acht Stunden vor Abflug anzumelden, günstiger wird es aber bis 30 Tage vorher. Je nach Strecke beginnen die Frühbucherpreise bei 39,99 Euro pro Strecke für Golf-, Tauch- oder Angelgepäck. Fahrräder, Kiteboards oder Größeres kosten zwischen 44,99 Euro für Frühbucher und 74,99 Euro für Weitreisende im Normaltarif.

Platz 4: Lufthansa

Auch auf regulären Flügen ohne Light Tarif erhebt Lufthansa seit Längerem Gebühren für Sportgepäck, außer für Skiausrüstung. Eine darf für lau mitgenommen werden. Die meisten anderen Geräte kosten pro Strecke 50 Euro, zum Beispiel das Golfbag, und müssen 24 Stunden vor Abflug angemeldet werden. Am besten buchst Du das vorher online oder im Reisebüro, denn dann kostet es innereuropäisch nur 15 Euro. Am Ticketschalter im Flughafen sind es schon 30 und bist du schon am Abflug-Gate, zahlst Du 45 Euro. Richtig teuer aber wird es erst bei größeren Sportgeräten wie Kanus oder Longboards. Interkontinental fallen Gebühren bis zu 200 Euro pro Strecke an.

Platz 5: Germania

Sondergepäck muss bei Germania 48 Stunden vor Abflug angemeldet werden und darf 30 Kilogramm nicht überschreiten. Eine Angelrute darf mit ins Freigepäck, dafür zahlst du bereits für das Bodyboard 50 Euro pro Strecke – auch wenn es maximal drei Kilo wiegen darf. Golfbag, Skier und Tauchtaschen kosten die üblichen 50 Euro, aber Achtung: Hier steht ganz klar: „Ohne Pressluftflaschen“!

Platz 6: Air Berlin

Bei Air Berlin musst du genau hinsehen. Zunächst wird nach gebuchtem Tarif unterschieden, wobei am Ende festzuhalten ist: Wer einen Flex-Tarif gebucht hat, darf Sportgepäck bis 23 Kilogramm frei mitnehmen. In den günstigeren Tarifen kostet es 50 bis 70 Euro pro Strecke. Und dann gibt es noch einen Gebührensprung, wenn das Sportgepäck 23 bis 32 Kilogramm wiegt. Dann sind es zwischen 100 und 120 Euro pro Strecke. Und alles bis bis 30 Stunden vor Abflug anmelden, sonst kommt es gar nicht mit.

Platz 7: TUIfly

Auch bei TUIfly muss Sportgepäck angemeldet werden, wann ist nicht festgelegt. Ski, Golftaschen oder Tauchgepäck bis zu 30 Kilogramm werden für 65 Euro pro Strecke mitgenommen, jedes weitere Kilo kostet dann 10 Euro! Vorteil: Es wird nicht zwischen großem und kleinem Sportgepäck unterschieden. Nachteil: Der Bergsteigerrucksack kostet ebenso 65 Euro wie die Kite-Ausrüstung. Kleiner Trost: Tennisschläger dürfen zum normalen Gepäck gezählt werden und Sportrollstühle und entsprechende Geräte werden kostenlos transportiert